Sie sind hier :
  1. 2013

Sensation! Der Ernährungsobtimierungslöffel ist erfunden, in drei Varianten, beim MIG

Vom Großteil der Schule unbemerkt fand vom siebten bis zum elften Oktober das Management Information Game (kurz MIG) statt. An diesem Unternehmensplanspiel nahmen drei Schülergruppen vom Athe und vom VLG teil. Die Gruppen waren in dem „Spiel“ Vorstände mittelständischer Betriebe und neben der erfolgreichen Unternehmensführung galt es auch noch ein Produkt zu designen und im Rahmen einer Werbekampagne vorzustellen. Jugendreporter Michael Gisbrecht konnte sich ein paar Einblicke verschaffen und berichtet.

Die Grundlage des Programms ist das in der Schweiz entwickelte Management Information Game. Die drei Gruppen stellen drei Unternehmen dar und müssen diese erfolgreich leiten. Die Entscheidungen beziehen sich zum Beispiel auf die Produktion, Investitionen, Finanzierung, Kapazitätenanpassung und den Vertrieb der Waren. Während der vier Tage wurden insgesamt vier Jahre des Unternehmens simuliert und die Schüler sehen nach jedem Jahr den Erfolg ihrer Strategie. Ergänzt wird die Simulation durch Informationsveranstaltungen, in denen lokale Unternehmer den Schülern wichtige Teile erfolgreichen Wirtschaftens erklären. Nebenbei muss auch noch das Verkaufsobjekt designt werden, das vor einer Jury, die Einkäufer simuliert, vorgestellt werden muss.

Das MIG fand vom 7. 10. bis zum 11. 10. 2013 statt. Veranstalter war das Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft mit Unterstützung durch die Wirtschaftsjunioren bei der IHK Stade. Die Wirtschaftsjunioren sind ein Verband von Unternehmern bis zum Maximalalter von 40 Jahren. Gastgeber war in diesem Jahr die J. Lindemann GmbH. Gegründet wurden die Santé AG, die BetterLife AG und die HealthIndustries AG. Neben der alltäglichen Unternehmensleitung musste auch noch ein Modell für einen Ernährungsoptimierungslöffel entwickelt werden. Dieser soll die Essensbestandteile zuverlässig analysieren können und Warnhinweise bei Ernährungsfehlern (beispielsweise bei Diabetikern und Allergikern) geben können. Zudem soll die Bedienung einfach und der Löffel mit einem Smartphone kompatibel sein. Daneben sind auch noch auf eine umweltfreundliche Energieversorgung und auf einfache und hygienische Reinigungsmöglichkeiten zu achten. Und das alles darf nicht mehr als 60€ kosten.
Da hatten die Jungunternehmer etwas zu schuften und es überrascht wenig, dass der Negativrekord an Schlaf vor der Präsentation am 10.10. zwei Stunden betrug. Das war aber nicht alles. Nebenbei haben nämlich auch die Unternehmen eine beträchtliche Größe und Millionengewinne erzielt. Zwischendurch konnte man bei Experten der echten Wirtschaft nützliche Kenntnisse über Marketing, Personalmanagement, Informationstechnologien und das Börsenwesen sammeln. Am 11. wurden die Ergebnisse und die Geschäftspolitik betrachtet und bewertet.

Am Donnerstag um 18 Uhr begann die Präsentation der Ergebnisse. Es herrschte ein großer Andrang, auch nicht angemeldete Personen erschienen und viele Lehrkräfte beider Schulen waren vor Ort. Der Geschäftsführer des Gastgebers trat zuallererst vor das Publikum. Er kam nicht im Businessdress wie die Schüler, sondern war, wie er selber sagte, unangemessen gekleidet. Zu Beginn fing Jan Meyer von der Sparkasse Stade-Altes Land und Mitglied bei den Wirtschaftsjunioren als Redner an. Herr Meyer lobte ebenso wie später die Schüler die Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft und den Schulen bei diesem Projekt. Die Schulleiterin des VLG Frau Dr. Lehmann sprach als nächstes von einer „hochkarätigen Veranstaltung“. Auch betonte sie den Nutzen des Arbeits- und Zeitaufwandes und lobte die Schüler und Schülerinnen. Als drittes waren die Vertreter der teilnehmenden Schüler an der Reihe. Heiner Stinner, der Vertreter der Athenaer, dankte allen und besonders Frau Trusheim für ihren Einsatz. Ebenso erwähnte er den Organisator Andreas Mätzold, der ein „toller Mann“ sei. Es sei sehr witzig gewesen mit ihm zusammenzuarbeiten. Zum Schluss erwähnte er, wie gut Schüler beider Schulen in dieser Woche miteinander auskamen. Der Vertreter der VLGler fügte verschmitzt hinzu, dass das „Kriegsbeil“ aber nach dieser Woche wieder herausgeholt werde. Der Organisator bemerkte zuallererst die große Anzahl an Zuschauern und fand dann lobende Worte für das Gebäude der Lindemann GmbH, das bisher einer der schönsten Veranstaltungsorte gewesen sei und an dem man viel über Bau lernen könne. Er erwähnte andere bei MIG erdachte Geräte, wie selbstfahrende Staubsauger und Rasenmäher, die heute beworben werden. Die Schüler fanden ihre lobende Erwähnung, denn bei ihnen konnten keine „spätpubertären Seltsamkeitserscheinungen“ beobachtet werden. Er war der letzte Redner, danach kamen die Präsentationen der Schüler und die anschließenden Fragen der Jury.

Es gab wegen der gleichen Aufgabenstellung selbstverständlich viele Gemeinsamkeiten zwischen den Gruppen. Alle konnten die Aufgaben erfüllen. Ein wichtiges Werbepotenzial wurde bei den sozialen Netzwerken entdeckt, Facebookseiten wurden auch bereits gezeigt. Die Sensorik und die Profilerstellung per App funktionierten bei allen ähnlich. Doch es gab auch Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Energieversorgung funktionierte bei zwei durch Umwandlung von Wärme in Strom und bei der dritten Gruppe per Batterie. Beim Design gab es deutliche Unterschiede. Eine Gruppe zeigte zum Beispiel mit einer Ampeldarstellung die am Tag aufgenommenen Kalorien an. Die Sante AG hatte eine interessante Marketingmethode mit dem Blueman, einem in blauem Stoff gekleideten Männchen. Auch durch eine lebhafte Community sollte der Kunde überzeugt werden. Die Betterlife AG hat auf ein Belohnungssystem für sich gesund Ernährende gesetzt. Man kann Credits erhalten, die für die Freischaltung von Rezepten benutzt werden. Flashmobs und Gewinnspiele sollten Interesse erwecken. Die HealthIndustries AG konnte bereits ein Werbevideo vorstellen. Außerdem wurden Ansätze für eine Analyse von Fleisch und die Einstellbarkeit von Klingeltönen zur Warnung vorgestellt.

Die Jury am Ende stimmte ab und die Sante AG bekam den Zuschlag. Zum Schluss hatte jeder Gelegenheit sich kurz vorzustellen, was von lokalen Wirtschaftsgrößen zur Werbung um Ausbildungsplätze genutzt wurde. Die Schulleiterin des VLG und Frau Bösch von der Lindemann GmbH, die von „supernetten Schülern, die mein Herz berühren“, sprach, hatten nun Gelegenheit zu reden. Zum Schluss gab es formlose Gespräche zwischen Schülern und Jury, die von Schülern gezielt genutzt wurden, um Schwachpunkte und Stärken ihrer Präsentation herauszufinden.

Ob wir in Zukunft vom einem der drei Ernährungsoptimierungslöffel essen werden, steht noch in den Sternen.

nächstes MIG 27. - 31.10.2014 Infos

Vorschau