Die Grundlage des Programms ist das in der Schweiz entwickelte
Management Information Game. Die drei Gruppen stellen drei
Unternehmen dar und müssen diese erfolgreich leiten. Die
Entscheidungen beziehen sich zum Beispiel auf die Produktion,
Investitionen, Finanzierung, Kapazitätenanpassung und den Vertrieb
der Waren. Während der vier Tage wurden insgesamt vier Jahre des
Unternehmens simuliert und die Schüler sehen nach jedem Jahr den
Erfolg ihrer Strategie. Ergänzt wird die Simulation durch
Informationsveranstaltungen, in denen lokale Unternehmer den
Schülern wichtige Teile erfolgreichen Wirtschaftens erklären.
Nebenbei muss auch noch das Verkaufsobjekt designt werden, das vor
einer Jury, die Einkäufer simuliert, vorgestellt werden muss.
Das MIG fand vom 7. 10. bis zum 11. 10. 2013 statt. Veranstalter
war das Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft mit
Unterstützung durch die Wirtschaftsjunioren bei der IHK Stade. Die
Wirtschaftsjunioren sind ein Verband von Unternehmern bis zum
Maximalalter von 40 Jahren. Gastgeber war in diesem Jahr die J.
Lindemann GmbH. Gegründet wurden die Santé AG, die BetterLife AG
und die HealthIndustries AG. Neben der alltäglichen
Unternehmensleitung musste auch noch ein Modell für einen
Ernährungsoptimierungslöffel entwickelt werden. Dieser soll die
Essensbestandteile zuverlässig analysieren können und Warnhinweise
bei Ernährungsfehlern (beispielsweise bei Diabetikern und
Allergikern) geben können. Zudem soll die Bedienung einfach und der
Löffel mit einem Smartphone kompatibel sein. Daneben sind auch noch
auf eine umweltfreundliche Energieversorgung und auf einfache und
hygienische Reinigungsmöglichkeiten zu achten. Und das alles darf
nicht mehr als 60€ kosten.
Da hatten die Jungunternehmer etwas zu schuften und es überrascht
wenig, dass der Negativrekord an Schlaf vor der Präsentation am
10.10. zwei Stunden betrug. Das war aber nicht alles. Nebenbei
haben nämlich auch die Unternehmen eine beträchtliche Größe und
Millionengewinne erzielt. Zwischendurch konnte man bei Experten der
echten Wirtschaft nützliche Kenntnisse über Marketing,
Personalmanagement, Informationstechnologien und das Börsenwesen
sammeln. Am 11. wurden die Ergebnisse und die Geschäftspolitik
betrachtet und bewertet.
Sensation! Der Ernährungsobtimierungslöffel ist erfunden, in drei Varianten, beim MIG


Am Donnerstag um 18 Uhr begann die Präsentation der Ergebnisse. Es herrschte ein großer Andrang, auch nicht angemeldete Personen erschienen und viele Lehrkräfte beider Schulen waren vor Ort. Der Geschäftsführer des Gastgebers trat zuallererst vor das Publikum. Er kam nicht im Businessdress wie die Schüler, sondern war, wie er selber sagte, unangemessen gekleidet. Zu Beginn fing Jan Meyer von der Sparkasse Stade-Altes Land und Mitglied bei den Wirtschaftsjunioren als Redner an. Herr Meyer lobte ebenso wie später die Schüler die Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft und den Schulen bei diesem Projekt. Die Schulleiterin des VLG Frau Dr. Lehmann sprach als nächstes von einer „hochkarätigen Veranstaltung“. Auch betonte sie den Nutzen des Arbeits- und Zeitaufwandes und lobte die Schüler und Schülerinnen. Als drittes waren die Vertreter der teilnehmenden Schüler an der Reihe. Heiner Stinner, der Vertreter der Athenaer, dankte allen und besonders Frau Trusheim für ihren Einsatz. Ebenso erwähnte er den Organisator Andreas Mätzold, der ein „toller Mann“ sei. Es sei sehr witzig gewesen mit ihm zusammenzuarbeiten. Zum Schluss erwähnte er, wie gut Schüler beider Schulen in dieser Woche miteinander auskamen. Der Vertreter der VLGler fügte verschmitzt hinzu, dass das „Kriegsbeil“ aber nach dieser Woche wieder herausgeholt werde. Der Organisator bemerkte zuallererst die große Anzahl an Zuschauern und fand dann lobende Worte für das Gebäude der Lindemann GmbH, das bisher einer der schönsten Veranstaltungsorte gewesen sei und an dem man viel über Bau lernen könne. Er erwähnte andere bei MIG erdachte Geräte, wie selbstfahrende Staubsauger und Rasenmäher, die heute beworben werden. Die Schüler fanden ihre lobende Erwähnung, denn bei ihnen konnten keine „spätpubertären Seltsamkeitserscheinungen“ beobachtet werden. Er war der letzte Redner, danach kamen die Präsentationen der Schüler und die anschließenden Fragen der Jury.

Es gab wegen der gleichen Aufgabenstellung selbstverständlich viele
Gemeinsamkeiten zwischen den Gruppen. Alle konnten die Aufgaben
erfüllen. Ein wichtiges Werbepotenzial wurde bei den sozialen
Netzwerken entdeckt, Facebookseiten wurden auch bereits gezeigt.
Die Sensorik und die Profilerstellung per App funktionierten bei
allen ähnlich. Doch es gab auch Unterschiede zwischen den Gruppen.
Die Energieversorgung funktionierte bei zwei durch Umwandlung von
Wärme in Strom und bei der dritten Gruppe per Batterie. Beim Design
gab es deutliche Unterschiede. Eine Gruppe zeigte zum Beispiel mit
einer Ampeldarstellung die am Tag aufgenommenen Kalorien an. Die
Sante AG hatte eine interessante Marketingmethode mit dem Blueman,
einem in blauem Stoff gekleideten Männchen. Auch durch eine
lebhafte Community sollte der Kunde überzeugt werden. Die
Betterlife AG hat auf ein Belohnungssystem für sich gesund
Ernährende gesetzt. Man kann Credits erhalten, die für die
Freischaltung von Rezepten benutzt werden. Flashmobs und
Gewinnspiele sollten Interesse erwecken. Die HealthIndustries AG
konnte bereits ein Werbevideo vorstellen. Außerdem wurden Ansätze
für eine Analyse von Fleisch und die Einstellbarkeit von
Klingeltönen zur Warnung vorgestellt.
Die Jury am Ende stimmte ab und die Sante AG bekam den Zuschlag.
Zum Schluss hatte jeder Gelegenheit sich kurz vorzustellen, was von
lokalen Wirtschaftsgrößen zur Werbung um Ausbildungsplätze genutzt
wurde. Die Schulleiterin des VLG und Frau Bösch von der Lindemann
GmbH, die von „supernetten Schülern, die mein Herz berühren“,
sprach, hatten nun Gelegenheit zu reden. Zum Schluss gab es
formlose Gespräche zwischen Schülern und Jury, die von Schülern
gezielt genutzt wurden, um Schwachpunkte und Stärken ihrer
Präsentation herauszufinden.
Ob wir in Zukunft vom einem der drei Ernährungsoptimierungslöffel
essen werden, steht noch in den Sternen.
nächstes MIG 27. - 31.10.2014 Infos



