Was stellt man sich unter dem MIG vor, wenn man das erste Mal eine
Mail darüber von Frau Trusheim bekommt? Herzlich wenig.
So zumindest ging es mir ganz stark. Aber woran liegt das?
Sicherlich nicht an mangelnden Informationen in der Mail, sondern
viel eher daran, dass die Themen, die das MIG anspricht für die
meisten von uns eben doch noch fremdes Terrain sind.
Die Börse kennt man nur von Anja Kohl und ihren komischen
Wortspielen vor der Tagesschau, aber so richtig verstehen tut man
doch eigentlich nicht, was sie sagt.
Und genau dafür ist das MIG da. Man soll nach einer Woche sagen
können, man habe etwas über die Welt der Wirtschaft und vielleicht
auch ein wenig über seine persönlichen Grenzen erfahren. Denn
beides lehrt das MIG ganz hervorragend.
Das Management Information Game aus der Sicht eines Insiders
Heiner Stinner berichtet


Aber beginnen wir doch einfach mal mit dem Montag. Da ich mich ja eigentlich in meinen Herbstferien befand und freiwillig am MIG teilnahm, hatte ich ein recht entspanntes und den Ferien angemessenes Ambiente erwartet. Nun - darin sollte ich mich geirrt haben. Die erste große Veränderung im Vergleich zum Schulalltag war der Dresscode. Alle kamen im Anzug. Manchmal mit, manchmal ohne Krawatte, aber immer sehr schick. Wie echte Manager angezogen begann nun also für uns das MIG. Aber wie kann man sich das MIG denn überhaupt vorstellen? Nun ja, es besteht eigentlich aus drei voneinander mehr oder weniger abhängigen Teilbereichen. Der erste sind die Vorträge, von denen wir jeden Morgen zwei von Vertretern regionaler Unternehmen hörten. Der zweite ist das Planspiel, in dem die MIG Teilnehmer in drei Vorstände von fiktiven Unternehmen aufgeteilt werden, die alle das gleiche Produkt verkaufen. Der dritte ist ein Präsentationsabend, an dem alle drei Unternehmen vor potenziellen Großauftraggebern ihr Produkt so vorstellen müssen, dass diese sich dann am Ende dazu entscheiden, den Großauftrag an das jeweilige Unternehmen zu vergeben.

Somit sieht ein normaler MIG Tag so aus, dass man sich morgens mit einer guten Tasse Kaffee des hervorragenden Gastgebers Lindemann GmbH und Co. KG in die zwei Vorträge setzt und so seinen Vormittag verbringt, nach dem Mittagessen anfängt seine Geschäftsjahr als fiktiver Vorstand zu planen, wobei ein Tag immer als ein Geschäftsjahr zählt, und man ab 18:30 bzw. 19:00 dann mit dem dritten Teil des MIGs anfängt, nämlich der Planung der Präsentation. Diese Planung kann am letzten Abend vor der eigentlichen Präsentation dann auch mal bis in die frühen Morgenstunden dauern, was einen allerdings nicht davor schützt, um Punkt 8 Uhr wieder für den ersten Vortrag anwesend zu sein. Unser persönlicher Rekord waren fünf bestellte Pizzen und das Beenden der Präsentation um 2:30 Uhr morgens. Da wächst man als MIG Vorstand von Leuten, die man so eigentlich nicht unbedingt gut kannte, doch recht stark zusammen.

Abwechslungsreich ist das MIG auf jeden Fall. Anstrengend auch.
Aber lohnt es sich denn?
Ich kann es nur von ganzem Herzen weiterempfehlen. Vor allem muss
man sich einfach nur trauen. Vielleicht sagt man sich nach der
einen Woche, dass es einem zu stressig war, aber dann weiß man
wenigstens, in welchen Bereich man beruflich nicht gehen sollte.
Schließlich ist BWL immer noch das am meisten angefangene, aber
auch das am häufigsten wieder abgebrochene Studienfach in
Deutschland.
Im Nachhinein kann ich nur von 24 zufriedenen Schülern berichten,
die nach einigem Meckern über die Strapazen in ihren Ferien doch
alle sehr zufrieden mit ihrer Entscheidung gewesen waren, am MIG
teilzunehmen.


