Aus dem ersten Kapitel: Gute Noten, die Lösung für alles?
„Entgegen der Annahme, die einige wohl tatsächlich haben, ist es
nicht förderlich für das Verhältnis, Noten an Schüler zu
verschenken. Im ersten Moment scheinen sie sich zwar darüber zu
freuen und dankbar zu sein, doch ganz schnell verbreitet sich das
Gerücht von der leichten Notenvergabe und die Schüler verlieren
nicht nur den Respekt, sondern auch den Ansporn, gute Leistungen zu
erbringen.
Strenge Notenvergabe ist dann sehr förderlich für das Arbeitsklima,
wenn sie nicht nur als nachvollziehbar, sondern auch als gerecht
empfunden wird. Allgemein gilt: Solange sich Schüler gerecht
behandelt fühlen, haben sie Respekt und lassen keine üblen Gerüchte
in Umlauf kommen.“
Aus dem „Handbuch von Schülern für Lehrer“
zitiert von: Luise Kranzhoff
Eine Tüte, die nichtssagend vor dem Computerraum hängt. Als sie
sich auch ein paar Wochen später nicht von der Stelle bewegt hatte,
kann man seine Neugier nicht mehr zügeln und muss hineingucken. Und
siehe da: Es kommt etwas Interessantes zum Vorschein. „Handbuch von
Schülern für Lehrer“ ist der Titel des Werkes ohne Verfasser. Auch
wenn man sich nicht einig ist, ob alles darin stimmt, wollen wir
Ausschnitte des Inhalts der Allgemeinheit nicht verwehren.
Aus dem Vorwort: „Ein gutes Arbeitsklima in der Schule setzt ein
gutes Verhältnis von Lehrern und Schülern voraus. Doch wie bewerten
Schüler eigentlich ihre Lehrer und was ist ihnen im Umgang
miteinander wichtig?“


Aus dem 3. Kapitel: Von der alten Schule oder modern
kameradschaftlich?
„Längst ist es nicht mehr so, dass sich alle Lehrer durch Geschrei
und Strafen Gehör verschaffen. Im Gegenteil: Einige reden nicht nur
wie Jugendliche, sondern eifern ihnen auch in anderer Beziehung
nach. Manchmal hat man den Eindruck, als fühlten sie sich selbst
eher den Jugendlichen als den Erwachsenen zugehörig...
Das heißt umgekehrt nicht, dass ein geschwollenes Deutsch, das
wohlmöglich Abstand zwischen sich und die Schüler bringen soll,
einem Respekt verschafft. Denn auch Menschen, die nicht erwachsen
sind, haben durchaus ein Gespür für normale deutsche Sprache und
fühlen sich daher eher „veräppelt“, als dass es ihnen imponiert.
Man sollte nicht soweit gehen, Respektspersonen eine Art des Redens
vorzugeben. Dennoch sollte so mancher Lehrer überlegen, was er mit
seiner Ausdrucksweise signalisieren will und ob das auch wirklich
so ankommt.
Beim Umgang mit Schülern sollte man sich als Lehrer oder Lehrerin
unserer Meinung nach nicht zu sehr auf die jugendliche Ebene hinab
begeben, sondern darauf achten, eine Respektsperson zu bleiben.“

Aus dem 6. Kapitel: Wie umgehen mit Störungen und möglichen
Fehlern, die einen bloßstellen können?
„Bei einem ausgezeichneten Lehrer kommt man als Schüler noch nicht
einmal auf die Idee, man könnte mal stören. Das liegt aber häufig
auch an der natürlichen Ausstrahlung der Lehrkraft. Die
wirkungsvollste Methode, um störende Schüler zum Schweigen zu
bringen, ist ein sarkastischer Kommentar, der sie bloßstellt,
sodass Mitschüler nicht mehr über ihre Albernheiten, sondern viel
mehr über sie selbst lachen. Störungen kann man außerdem mit einem
interessanten Unterricht vorbeugen, der natürlich nie verkehrt ist.
Ist die Aufmerksamkeit gefesselt und sind die Schüler alle paar
Minuten gefordert, kann man in den meisten Fällen davon ausgehen,
dass Albernheiten ausbleiben.
Bei Fehlern, die einem selbst passieren, ist es wohl das
Wichtigste, gemeinsam mit den Schülern darüber zu lachen und sich
wenigstens äußerlich keine Scham oder Verletzlichkeit anmerken zu
lassen, sodass man den Respekt nicht verliert. Witze, die zum
Unterrichtsstoff passen, zu machen, kann man den meisten Lehrern
ohnehin gelegentlich nur empfehlen, denn sie lockern den Unterricht
kurz auf und fesseln erneut die Aufmerksamkeit.“…
Ein interessantes Werk, durch und durch. Auch wenn Vieles davon
sicher schon vorher bekannt war, bringt es vielleicht doch einige
Zeitgenossen zum Nachdenken und Diskutieren.


