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  1. 2013

Manager für eine Woche

In einem Wirtschafsplanspiel simulieren Schüler der beiden Stader Gymnasien Unternehmensführung

In den Ferien veranstalteten die Wirtschaftsjunioren Stade das Wirtschaftsplanspiel „Management Information Game“ (MIG) für Schüler der Stader Gymnasien Athenaeum und Vincent-Lübeck-Gymnasium. Zusammen mit 22 angehenden Abiturienten schlüpfte Florian Siebert (18) eine Woche lang in die Rolle von Führungskräften konkurrierender mittelständischer Unternehmen. Der Jugendreporter berichtet.
Manch einer würde es wohl verrückt nennen, in den Ferien um 6 Uhr morgens aufzustehen, um sich den ganzen Tag mit Wirtschaft zu beschäftigen. Doch die Teilnehmer des „MIG“-Planspiels erwartete eine spannende Woche mit viel Spaß und wenig Schlaf.
Die Schüler teilten sich auf in drei Vorstände, die jeweils für ein MIG-Unternehmen verantwortlich waren. Sie sollten diese in vier Geschäftsjahren, die in vier Tagen simuliert wurden, aus der Krise führen. Als Produkt wurde von den Teilnehmern ein intelligenter Ernährungsberatungs-Löffel erdacht, der Essen analysiert und bei Ernährungsfehlern warnen soll.
Vormittags fanden Vorträge über Unternehmensführung und Marketing statt, die von Wirtschaftsvertretern aus Stade gehalten wurden. Nachmittags trafen sich die Vorstände, um den Geschäftsbericht des Vorjahres zu analysieren und anschließend eine umfassende Strategie für das kommende Jahr aufzustellen.
Bei den Diskussionen zeigte sich, wie gut die Teams funktionierten. Jeder konnte sich fernab von Leistungsdruck und mündlichen Noten einmal ausprobieren und seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Neben wirtschaftlichem Verständnis war Kreativität gefragt, wenn zum Beispiel Spendenkampagnen erdacht wurden, um das Firmenimage zu verbessern. So entstanden Hilfsprojekte für das Waisenkind „Ranjid“ aus Indien oder Benefizkonzerte mit Lotto King Karl.
Ein stilvolles Ambiente erhielt das Planspiel durch den Veranstaltungsort, das Bau-Erlebnishaus der Firma Lindemann, und den schicken Businessdress der Teilnehmer. Seit 16 Jahren veranstalten die Wirtschaftsjunioren das MIG für die beiden Gymnasien. Organisator Jan Meyer sagte, dass es ihm am Herzen liege, Jugendlichen Einblicke in Alltag und Praxis der Wirtschaft zu geben. Ihn beeindruckte das anspruchsvolle Niveau der Veranstaltung und die Souveränität der Teilnehmer.
Neben der Unternehmensführung erhielten die Teilnehmer noch einen Sonderauftrag. An einem Präsentationsabend sollte der Ernährungsberatungs-Löffel den Wirtschaftsjunioren, Lehrern und Referenten vorgestellt werden. Die Gäste, die in die Rolle von Vertretern einer Krankenkassenvereinigung schlüpften, stimmten danach über die beste Präsentation ab und entschieden somit, welches Unternehmen den Sonderauftrag ausführen durfte.
Die Vorbereitungen für den Abend mussten die Vorstandsmitglieder nebenbei erledigen, weshalb sie sich nach Feierabend bei Pizza und Cola trafen, um bis spät in die Nacht an der Präsentation zu arbeiten. Entsprechend übermüdet erschienen sie morgens, um den Vorträgen zu lauschen. Zudem mussten noch Flash-Animationen zu Ende gebracht oder eine echte Mediendesignagentur mit einem Flyer beauftragt werden.
All diese Aufgaben verlangten den Schülern wahres Multitasking ab und führten ihnen vor Augen, wie anstrengend ein Job in der Wirtschaft sein kann. Einen Eindruck davon vermittelten auch die Gespräche mit den Gästen. So war zu erfahren, wie zum Beispiel Wirtschaftsberater oder Personalmanager ihren eigenen Beruf sehen.
Am letzten Tag wurden die Ergebnisse des vierten Geschäftsjahres bekannt gegeben. Nun musste jeder Vorstand eine Aktionärsversammlung durchführen. Dabei rechtfertigten die Manager ihre Entscheidungen und stellten erneut rhetorisches Geschick unter Beweis, wenn sie gemeinen Fragen der anderen Teilnehmer auswichen.
Wie sich herausstellte, hatten alle drei Vorstände ausgezeichnet gewirtschaftet. Jedes der drei konkurrierenden Unternehmen hatte sein Marktsegment gefunden und konnte den Gewinn in den vier Jahren vervielfachen. Dies geschah nicht auf Kosten der Mitarbeiter, sondern war mit nachhaltigen Investitionen in neue Maschinen oder Umweltschutz verbunden.

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