Wer kommt aus Thailand?
Sasinat Naowassisri (16), kurz „Sasi“, kommt aus Thailand. Für
einen Auslandsaufenthalt in Deutschland entschied sie sich, da
Deutschland ein Industrieland mit gutem Transportsystem ist.
Außerdem seien die Menschen in Deutschland sehr direkt und
Deutschland habe eine interessante Kultur. In der Gastfamilie wurde
sie gut aufgenommen und auch ihre Klassenkameraden sind sehr nett,
sagt sie.
In Deutschland spielt Sasi Badminton und außerdem macht sie hier
auch zum ersten Mal ein Betriebspraktikum, denn in Thailand gibt es
nur ein freiwilliges Betriebspraktikum.
Ein großer Unterschied zwischen Thailand und Deutschland ist in der
Ernährung. In Thailand ist Reis das Grundnahrungsmittel, während in
Deutschland vor allem Brot gegessen wird. An deutschen
Nahrungsmitteln gefallen Sasi vor allem Kartoffeln und der
„typisch“ deutsche Döner.
Einen Kulturschock gab es im Solemio: In ihrem Heimatland gibt es
für jede Person eine Kabine und einen Duschraum, in dem man allein
ist. In Deutschland dagegen muss man sich zumindest im
Schwimmunterricht öffentlich umziehen und duschen. Auch den Brauch,
dass sich Mädchen gegenseitig zur Begrüßung küssen, fand sie
ungewöhnlich. Im Schulsystem findet man ebenso Unterschiede. In
Thailand gibt es Unterricht von acht Uhr morgens bis manchmal fast
vier Uhr nachmittags. Die Unterrichtszeit unterscheidet sich je
nach Leistungsgrad der Schüler. Bessere Schüler haben länger
Unterricht als schlechtere Schüler. Dort gibt es nur eine Pause,
die dafür aber eine Stunde dauert. Das deutsche System findet sie
im Moment besser, denn ein Unterschied besteht auch in der
Unterrichtskultur. Hier äußern die Schüler im Unterricht häufiger
ihre Meinung, während das in Thailand seltener ist. Die Schule
gefällt ihr insgesamt, da der Unterricht „für sie einfach und sehr
gut“ sei. Wegen der oben genannten Punkte und der schönen Kultur
gefällt Sasi der Aufenthalt in Deutschland sehr.
Interview: Michael Grisbrecht
Gastschüler/innen bereichern unser Schulleben auch im Schuljahr 2013/14
In mehreren Klassen können die Schüler des Athenaeums Gastschüler/innen als Mitschüler kennen lernen und es gibt für sie die Möglichkeit, Informationen aus anderen Ländern und über deren Bewohner zu erfragen. Damit auch andere Klassen etwas mehr über unsere Gastschüler und –schülerinnen erfahren, haben die Jugendreporter zu Interviews in ihre AG eingeladen.


Siriyapons Tapwan (18), kurz „Fang“, aus Thailand ist seit 5
Monaten in Deutschland und bleibt insgesamt 10 Monate. Für
Deutschland hat sie sich entschieden, weil sie es gerade im Aspekt
des technischen Fortschritts sehr interessant findet. Im
Allgemeinen gefällt es ihr gut hier, aber vor allem die Sprache
fällt ihr noch sehr schwer, weil zu schnell gesprochen wird und
sich die Aussprache sehr von der thailändischen unterscheidet. Sie
schlägt sich aber ganz gut, wenn man bedenkt, dass sie relativ
schüchtern wirkt und keinerlei Vorkenntnisse mitgebracht hatte.
Sie wohnt in Horneburg bei einer sehr netten Gastfamilie mit zwei
Hunden.
Die Freundin, die ihr wohl am nächsten steht, kommt aus Vietnam und
ist auch Gastschülerin. Diese hat schon vor zwei Jahren angefangen,
Deutsch zu lernen und ist ihr deswegen in der Sprache ein bisschen
voraus.
Wir fragen sie, was denn wohl Thailänder für Dinge nennen, wenn sie
etwas typisch Deutsches nennen sollten: Sie meint, Pünktlichkeit
wäre sicher das, was man dann sagen würde. Was ihr vor allem an der
deutschen Lebensweise aufgefallen ist: Man isst andauernd Brot oder
Brötchen. Der größte Unterschied ist jedoch das Wetter, denn in
Thailand ist es immer warm und sonnig.
Hier in der Schule, die sich sehr von den Schulen in Thailand, wo
es nur Gesamtschulen gibt, unterscheidet, sind ihre Lieblingsfächer
Kunst und Sport. In ihrer Freizeit guckt sie gerne Filme, tanzt
oder kocht.
Interview: Luise Kranzhoff

Wer kommt aus Brasilien?
Schon seit fünf Monaten ist Paulo Rocha (17) aus Brasilien nun
schon in Deutschland. Als er damals, im August 2013, hier ankam,
konnte er kein Wort Deutsch sprechen. Nicht die besten
Voraussetzungen also, doch der 17-Jährige aus Guarapuava, einer
160.000 – Einwohner Stadt im Süden Brasiliens, wollte eine andere
Kultur kennen lernen und neue Sachen entdecken, und so bewarb er
sich über die Organisation „Rotary International“ für ein
Austauschjahr im fernen Deutschland.
Vieles ist für Paulo inzwischen normal geworden, auch das, was er
anfangs noch als merkwürdig empfand: So wunderte er sich in den
ersten Tagen über die vielen Radfahrer, die in Stade die Radwege
bevölkerten, denn in Brasilien ist das Fahrrad kein so weit
verbreitetes Verkehrsmittel. Die oft löchrigen Bürgersteige machen
das Fahren schwer, und auf den Straßen der Städte ist es viel zu
gefährlich, weswegen sich dort andere Verkehrsmittel durchgesetzt
haben.
Auch die Schule läuft hier ganz anders ab, als in dem
südamerikanischen Land. Während hier die mündliche Mitarbeit der
Schüler einen großen Anteil des Unterrichts und damit auch der
Endnote ausmacht, gibt es diese in Brasilien so gut wie gar nicht.
Die Rollen in brasilianischen Klassenzimmern sind klar verteilt:
Der Lehrer steht vorne und erzählt, die Schüler hören zu und
schreiben mit. Regelmäßig gibt es Prüfungen, in denen die Lernziele
kontrolliert werden sollen. „Es ist ein bisschen so wie an der
Uni.“, beschreibt Paulo seinen Schulalltag. An den Unterricht mit
mündlicher Mitarbeit musste er sich erst einmal gewöhnen.
Anfangs sei es für ihn nicht so leicht gewesen, neue Freunde zu
finden, erzählt Paulo. Während er zu seinen Eltern und den Freunden
in Brasilien noch über Facebook und Skype in Kontakt blieb, fiel es
ihm hier in den ersten Wochen schwer, neue Kontakte zu knüpfen. In
dieser Zeit entstanden auch die regelmäßigen Treffen mit anderen
Austauschschülern in Hamburg, die inzwischen fast zu einer Art
Tradition geworden sind.
Wenn Paulo in sechs Monaten nach Brasilien zurückkehrt, ist er
schon fast fertig mit der Schule. Danach, so sein Plan, will er
Medizin studieren und Arzt werden. Durch einen Freiwilligendienst,
den er im Krankenhaus absolvierte, fand er Spaß daran, sich
medizinischen Dingen zu widmen und den Patienten zu helfen. „Das
wäre mein Traumjob.“, erzählt der 17-Jährige.
Interview: Julius Kamper
Wer kommt aus Kolumbien?
Ich heiße Juan Esteban Escobar, ich bin 16 Jahre alt und ich komme
aus Santiago de Cali, Kolumbien. Ich gehe in eine deutsche Schule.
An diesem Austauschprogramm habe ich teilgenommen, um meine
Sprachkenntnisse zu verbessern und die deutsche Kultur
kennenzulernen.
Die Schüler die nach Deutschland kommen durften, wurden nach ihren
schulischen Leistungen ausgewählt.
Die ersten 2 bis 3 Wochen waren sehr anstrengend für mich, weil ich
plötzlich alles auf deutsch machen musste, das heißt auch auf
deutsch denken!
Aber danach war alles gut, ich konnte schöne Erfahrungen machen,
mein Deutsch ist viel besser geworden. Ich habe viele Leute
kennengelernt, die ich jetzt als meine Freunde bezeichnen kann.
Ich würde sagen, dass ein Austausch eine wichtige Erfahrung während
der Schulzeit sein kann. Meiner Meinung nach wäre es wichtig, die
Sprache des Landes schon ein bisschen zu beherrschen, um sich
einfacher in die neue Umgebung zu integrieren.
Selbstgeschriebener Artikel, Februar 2014



