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  1. 2014

Gastschüler/innen bereichern unser Schulleben auch im Schuljahr 2013/14

In mehreren Klassen können die Schüler des Athenaeums Gastschüler/innen als Mitschüler kennen lernen und es gibt für sie die Möglichkeit, Informationen aus anderen Ländern und über deren Bewohner zu erfragen. Damit auch andere Klassen etwas mehr über unsere Gastschüler und –schülerinnen erfahren, haben die Jugendreporter zu Interviews in ihre AG eingeladen.

Wer kommt aus Thailand?

Sasinat Naowassisri (16), kurz „Sasi“, kommt aus Thailand. Für einen Auslandsaufenthalt in Deutschland entschied sie sich, da Deutschland ein Industrieland mit gutem Transportsystem ist. Außerdem seien die Menschen in Deutschland sehr direkt und Deutschland habe eine interessante Kultur. In der Gastfamilie wurde sie gut aufgenommen und auch ihre Klassenkameraden sind sehr nett, sagt sie.
In Deutschland spielt Sasi Badminton und außerdem macht sie hier auch zum ersten Mal ein Betriebspraktikum, denn in Thailand gibt es nur ein freiwilliges Betriebspraktikum.
Ein großer Unterschied zwischen Thailand und Deutschland ist in der Ernährung. In Thailand ist Reis das Grundnahrungsmittel, während in Deutschland vor allem Brot gegessen wird. An deutschen Nahrungsmitteln gefallen Sasi vor allem Kartoffeln und der „typisch“ deutsche Döner.

Einen Kulturschock gab es im Solemio: In ihrem Heimatland gibt es für jede Person eine Kabine und einen Duschraum, in dem man allein ist. In Deutschland dagegen muss man sich zumindest im Schwimmunterricht öffentlich umziehen und duschen. Auch den Brauch, dass sich Mädchen gegenseitig zur Begrüßung küssen, fand sie ungewöhnlich. Im Schulsystem findet man ebenso Unterschiede. In Thailand gibt es Unterricht von acht Uhr morgens bis manchmal fast vier Uhr nachmittags. Die Unterrichtszeit unterscheidet sich je nach Leistungsgrad der Schüler. Bessere Schüler haben länger Unterricht als schlechtere Schüler. Dort gibt es nur eine Pause, die dafür aber eine Stunde dauert. Das deutsche System findet sie im Moment besser, denn ein Unterschied besteht auch in der Unterrichtskultur. Hier äußern die Schüler im Unterricht häufiger ihre Meinung, während das in Thailand seltener ist. Die Schule gefällt ihr insgesamt, da der Unterricht „für sie einfach und sehr gut“ sei. Wegen der oben genannten Punkte und der schönen Kultur gefällt Sasi der Aufenthalt in Deutschland sehr.

Interview: Michael Grisbrecht

Siriyapons Tapwan (18), kurz „Fang“, aus Thailand ist seit 5 Monaten in Deutschland und bleibt insgesamt 10 Monate. Für Deutschland hat sie sich entschieden, weil sie es gerade im Aspekt des technischen Fortschritts sehr interessant findet. Im Allgemeinen gefällt es ihr gut hier, aber vor allem die Sprache fällt ihr noch sehr schwer, weil zu schnell gesprochen wird und sich die Aussprache sehr von der thailändischen unterscheidet. Sie schlägt sich aber ganz gut, wenn man bedenkt, dass sie relativ schüchtern wirkt und keinerlei Vorkenntnisse mitgebracht hatte.
Sie wohnt in Horneburg bei einer sehr netten Gastfamilie mit zwei Hunden.
Die Freundin, die ihr wohl am nächsten steht, kommt aus Vietnam und ist auch Gastschülerin. Diese hat schon vor zwei Jahren angefangen, Deutsch zu lernen und ist ihr deswegen in der Sprache ein bisschen voraus.
Wir fragen sie, was denn wohl Thailänder für Dinge nennen, wenn sie etwas typisch Deutsches nennen sollten: Sie meint, Pünktlichkeit wäre sicher das, was man dann sagen würde. Was ihr vor allem an der deutschen Lebensweise aufgefallen ist: Man isst andauernd Brot oder Brötchen. Der größte Unterschied ist jedoch das Wetter, denn in Thailand ist es immer warm und sonnig.
Hier in der Schule, die sich sehr von den Schulen in Thailand, wo es nur Gesamtschulen gibt, unterscheidet, sind ihre Lieblingsfächer Kunst und Sport. In ihrer Freizeit guckt sie gerne Filme, tanzt oder kocht.

Interview: Luise Kranzhoff

Wer kommt aus Brasilien?

Schon seit fünf Monaten ist Paulo Rocha (17) aus Brasilien nun schon in Deutschland. Als er damals, im August 2013, hier ankam, konnte er kein Wort Deutsch sprechen. Nicht die besten Voraussetzungen also, doch der 17-Jährige aus Guarapuava, einer 160.000 – Einwohner Stadt im Süden Brasiliens, wollte eine andere Kultur kennen lernen und neue Sachen entdecken, und so bewarb er sich über die Organisation „Rotary International“ für ein Austauschjahr im fernen Deutschland.
Vieles ist für Paulo inzwischen normal geworden, auch das, was er anfangs noch als merkwürdig empfand: So wunderte er sich in den ersten Tagen über die vielen Radfahrer, die in Stade die Radwege bevölkerten, denn in Brasilien ist das Fahrrad kein so weit verbreitetes Verkehrsmittel. Die oft löchrigen Bürgersteige machen das Fahren schwer, und auf den Straßen der Städte ist es viel zu gefährlich, weswegen sich dort andere Verkehrsmittel durchgesetzt haben.
Auch die Schule läuft hier ganz anders ab, als in dem südamerikanischen Land. Während hier die mündliche Mitarbeit der Schüler einen großen Anteil des Unterrichts und damit auch der Endnote ausmacht, gibt es diese in Brasilien so gut wie gar nicht. Die Rollen in brasilianischen Klassenzimmern sind klar verteilt: Der Lehrer steht vorne und erzählt, die Schüler hören zu und schreiben mit. Regelmäßig gibt es Prüfungen, in denen die Lernziele kontrolliert werden sollen. „Es ist ein bisschen so wie an der Uni.“, beschreibt Paulo seinen Schulalltag. An den Unterricht mit mündlicher Mitarbeit musste er sich erst einmal gewöhnen.
Anfangs sei es für ihn nicht so leicht gewesen, neue Freunde zu finden, erzählt Paulo. Während er zu seinen Eltern und den Freunden in Brasilien noch über Facebook und Skype in Kontakt blieb, fiel es ihm hier in den ersten Wochen schwer, neue Kontakte zu knüpfen. In dieser Zeit entstanden auch die regelmäßigen Treffen mit anderen Austauschschülern in Hamburg, die inzwischen fast zu einer Art Tradition geworden sind.
Wenn Paulo in sechs Monaten nach Brasilien zurückkehrt, ist er schon fast fertig mit der Schule. Danach, so sein Plan, will er Medizin studieren und Arzt werden. Durch einen Freiwilligendienst, den er im Krankenhaus absolvierte, fand er Spaß daran, sich medizinischen Dingen zu widmen und den Patienten zu helfen. „Das wäre mein Traumjob.“, erzählt der 17-Jährige.

Interview: Julius Kamper

Wer kommt aus Kolumbien?

Ich heiße Juan Esteban Escobar, ich bin 16 Jahre alt und ich komme aus Santiago de Cali, Kolumbien. Ich gehe in eine deutsche Schule. An diesem Austauschprogramm habe ich teilgenommen, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern und die deutsche Kultur kennenzulernen.
Die Schüler die nach Deutschland kommen durften, wurden nach ihren schulischen Leistungen ausgewählt.
Die ersten 2 bis 3 Wochen waren sehr anstrengend für mich, weil ich plötzlich alles auf deutsch machen musste, das heißt auch auf deutsch denken!
Aber danach war alles gut, ich konnte schöne Erfahrungen machen, mein Deutsch ist viel besser geworden. Ich habe viele Leute kennengelernt, die ich jetzt als meine Freunde bezeichnen kann.
Ich würde sagen, dass ein Austausch eine wichtige Erfahrung während der Schulzeit sein kann. Meiner Meinung nach wäre es wichtig, die Sprache des Landes schon ein bisschen zu beherrschen, um sich einfacher in die neue Umgebung zu integrieren.

Selbstgeschriebener Artikel, Februar 2014

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