Schon länger kann man Fotos des Lehrertheaters, das am 4. und 5.
Februar diesen Jahres stattfand, bewundern. Nun wollen wir auch für
diejenigen, die leider nicht das Vergnügen hatten, einige Lehrer
mal ganz besonders zu erleben, die Eindrücke der Vorstellung
„präsentieren“.
Es fing alles ganz harmlos an, als sich die – zugegebenermaßen
etwas nervösen – Mitglieder des „Flirtkurs 55+“ auf der Bühne
zusammenfanden und es sich vorsichtig gemütlich machten. Alle waren
einsame – pardon, „ungebundene“, ältere Herrschaften, die das
Handwerkszeug erlernen wollten, die große Liebe zu finden.
Doch von einem „Grünschnabel“ wie Jan unterrichtet zu werden, der
mit seinen Konzepten von der Uni kommt und ihnen enthusiastisch
erzählt, wie sie sich präsentieren sollen, passt den erfahrenen und
zudem ziemlich sturen Rentnern gar nicht in den Kram.
Es dauert nicht lang bis zum ersten Streit - oder bis zum ersten
Flirt innerhalb der sieben Kursteilnehmer, der sogar zu einem
ersten Weinkrampf führt.
Nach und nach kommt es so zu einer Verschwörung der betagten
Schüler gegen ihren blutjungen Lehrer und einem mehr als amüsanten
und mit einigen Beleidigungen und Schlägen gespickten Streit. Und
Liebeserklärungen.
Als der verzweifelte Jan im Anschluss den Kurs auflöst, stellen die
übrigen und eigentlich vollkommen unterschiedlichen Charaktere
fest, dass sie sich eigentlich - zumindest untereinander - ganz gut
leiden können. So beschließen sie, die wöchentlichen Treffen
selbstständig fortzuführen.
So findet bald ein weiterer fröhlicher Abend statt, an dem mehr
Alkohol als gewöhnlich fließt und entsprechend ausgelassen über die
Idee einer gemeinsamen WG diskutiert wird.
In der letzten Szene stellt der Zuschauer jedoch fest, dass aus
diesem Vorhaben nichts geworden ist und die sechs Figuren nun
gemeinsam im Seniorenheim leben – gemeinsam mit der
Ex-Kursteilnehmerin Julia als Pflegerin und Jan als
Motivationstrainer. Sie sind ihn also doch nicht losgeworden.
Die acht Lehrer, die uns ein außerordentliches schauspielerisches
Talent bewiesen, haben uns einen mehr als amüsanten Abend geboten.
Zu sehen waren: Frau Post als eine störrische Bibliothekarin, Frau
Schulz als Julia, die nur am Kurs teilnimmt, weil der 40+ Kurs
nicht zustande kam, Frau Moritz als besorgte, zurückhaltende Witwe
und Frau Klause als abenteuerlustige Blondine und Großmutter, die
den Sonnenschein der Gruppe darstellte. Die männlichen Kollegen
verkörperten Herr Trautmann als Ulf, den „verpeilten“, aber
gutherzigen Tischler – mit Hut!, Frau Buck als Heinz, den
bodenständigen, freundlichen Altländer, Herr Korte als ehemaliger
Schulleiter mit einem ausnehmend selbstbewussten und kultivierten
Auftreten und zuletzt Herr Röder als motivierter Mensch mit
Konzepten.
Reporter: Melina Umland, 24.02.2014
Lehrer am Athenaeum machen Theater
Wie Lehrer sich als Senioren verhalten...

























































