Elf Mittelstufenschüler vom VLG und Athenaeum haben Saalflugmodelle
erprobt und verbessert. In einem Wettbewerb sollte der beste
Konstrukteur und Pilot gefunden werden. Jugendreporter Florian
Siebert (18) berichtet:
Angefangen hat alles vor einem Jahr mit der Idee des Chemie- und
Mathelehrers Helmut Schneider, den größten Papierflieger der Welt
zu bauen. Für dieses ehrgeizige Projekt konnte er den 13-jährigen
Noah sofort gewinnen, allerdings mussten die beiden bald
feststellen, dass amerikanische Teams die Messlatte zu hoch gehängt
hatten. Doch weil sich Noahs Vater in seiner Freizeit mit
Saalflugmodellen beschäftigt, stieg Noah kurzer Hand auf diese Art
des Modellflugs um.
Die zarten, zwei Gramm schweren Flugzeuge aus Balsaholz werden mit
einem aufgedrehten Gummiband und einem kleinen Propeller
angetrieben. Sie können nicht ferngesteuert werden, sondern sind so
gebaut, dass sie von selbst kleine Kreise fliegen. Wie der Name
schon erahnen lässt, werden die Modelle in Sälen, genauer gesagt:
in Turnhallen geflogen und können bei den Profis Flugzeiten von 30
Minuten erreichen. Noah überredete ein paar Freunde, sich gemeinsam
mit den Flugmodellen vertraut zu machen. Ziel war es, die
Konstruktion der Flieger und die Flugtechnik zu optimieren, um
später einmal an Wettbewerben teilnehmen zu können. Im vergangenen
Sommer kam dann die Idee auf, Schüler vom VLG zu einem Wettstreit
herauszufordern. Fünf VLG-Schüler aus der Experimentieren-AG von
Physiklehrer Mattias Quast nahmen die Herausforderung an und
entwickelten ihrerseits Modelle und trainierten das Fliegen.
Modellflugzeugbauer im Wettbewerb
Schüler der Stader Gymnasien treten beim Saalflugwettbewerb am Athenaeum gegeneinander an


Im Februar kam es zum Showdown zwischen den Schulen, bei dem elf
Teams an den Start gingen. Die Wettkampfleitung übernahm der
ehemalige Weltmeister im Saalfliegen, Gerhard Wöbbeking, der
penibel auf die Einhaltung der internationalen Standards achtete.
In sechs Durchgängen versuchten die Teilnehmer eine möglichst lange
Flugzeit zu erreichen, wobei die zwei besten Flüge gewertet wurden.
Der Sechstklässler Fritz (11) erzählt, dass er über die
Herbstakademie des Athenaeums von dem Wettbewerb gehört habe und
mit einem Freund der Wettkampf-Gruppe beigetreten sei. An drei
Sonnabenden hatten sie jeweils drei Stunden lang an den Fliegern
gebastelt, sie getestet und Verbesserungen vorgenommen.
Entsprechend groß war der Schreck, als so mancher filigrane Flieger
bereits beim Einfliegen Bruch erlitt. Doch der erfahrene
Weltmeister hatte den Sekundenkleber schon parat, und wenige
Augenblicke später konnten sich die Flugzeuge wieder in die Luft
erheben.
An die Spitzenzeiten der Profis kamen die Schüler natürlich nicht
heran, aber trotz häufiger Kollisionen der Flieger mit Decke und
Wänden kamen Flugzeiten von bis zu anderthalb Minuten zustande. Am
Ende erflog sich Noah die beste Wertung, gefolgt von Fritz und der
14-jährigen Rabia auf Platz 3. Als Preise erhielt jeder einen
Bausatz für ein Segelflugzeug-Modell, an dem die Gewinner ihre
Konstrukteurskünste gleich weiter ausprobieren können.








