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  1. 2014

Ozeanversauerung - das andere CO2-Problem

Ein Vortrag im Rahmen des Jubiläums von Prof. Dr. Riebesell (Abitur 1979)

In unseren Ozeanen hat sich eine Menge geändert; diese Prozesse vollziehen sich seit der Industrialisierung weltweit!
Dies sind die wesentlichen Änderungen für den Ozean: er wird wärmer, saurer und ärmer an Sauerstoff. Jeder einzelne dieser Faktoren zieht eine Kette von Veränderungen nach sich. In der Kombination führen sie zu einem drastischen, ozeanweiten Wandel der Lebensbedingungen.
Welche Konsequenzen sich daraus für die Meeresorganismen und Ökosysteme ergeben und was dies für uns Menschen bedeuten könnte, steht im Mittelpunkt der Forschungen von Ulf Riebesell.
Als einer der Ersten hat Prof. Dr. Riebesell auf die zunehmende Versauerung der Ozeane durch CO2-Freisetzungen und deren Konsequenzen für das Leben im Meer hingewiesen. Zunächst in Laborstudien und später in Freilandexperimenten konnte er zeigen, dass es bei fortschreitender Versauerung für viele Kalk bildende Organismen wie Korallen, Kalkalgen und Flügelschnecken zunehmend schwieriger wird, ihre Schalen und Skelette zu bilden. Viele von ihnen werden in absehbarer Zeit ihren angestammten Lebensraum nicht mehr bewohnen können. Andere Gruppen, wie zum Beispiel die Blaualgen und Seegräser, werden von dem
Überschuss an CO2 profitieren und sich möglicherweise massenhaft vermehren. Viele der betroffenen Lebensformen sind wichtige Schlüsselorganismen im Meer, um die herum sich ganze Ökosysteme entwickelt haben, zum Beispiel die Korallenriffe, die artenreichsten Lebensgemeinschaften im Meer. Andere sind wichtige Bindeglieder in der Nahrungskette, zum Beispiel die Flügelschnecken.

Dringliche Fragen bezogen auf den fortschreitenden Ozeanwandel sind daher: Wo liegen die kritischen Schwellenwerte für Ozeanversauerung und für die Erwärmung, deren Überschreiten zum Zusammenbruch wichtiger Ökosysteme im Meer führen können? Welche Folgewirkungen ergeben sich aus den biologischen Veränderungen für unser Klimasystem? Wie hoch ist das Potenzial der Organismen, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen? Welche unmittelbaren und langfristigen Konsequenzen ergeben sich daraus für uns Menschen?
Diese Fragen werden auch weiterhin im Zentrum der Forschungen von Ulf Riebesell und seinem Team am GEOMAR in Kiel stehen.
Prof. Dr. Ulf Riebesell vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften ist mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet worden. Riebesell erhielt einen der weltweit bedeutendsten Wissenschaftspreise für seine Forschungen zum Ozeanwandel. Der Preis ist mit insgesamt 2,5 Mio. Euro dotiert.


Der Vortrag findet am 16. Mai 2014 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums statt!

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