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  1. 2014

Mathe-Ass rechnet sich zu Bronze

so erschienen im Stader Tageblatt am 03.07.2014

In einer Tüte sind drei rote, vier gelbe und drei grüne Gummibären. Ohne hineinzuschauen, nimmt Tim gleichzeitig zwei Gummibärchen aus der Tüte. Mit welcher Wahrscheinlichkeit sind es ein roter und ein grüner Gummibär? – Wem diese Frage nicht zu knifflig erscheint, der könnte beim Pangea-Mathematik-Wettbewerb mitmachen. Jedenfalls wenn er die dritte bis zehnte Klasse besucht. Johannes Hedicke hatte als Zehntklässler am Athenaeum genau diese Frage in der Zwischenprüfung, und er hat sie spielend gemeistert. Am Ende kam der Fredenbecker im Finale auf Bundesebene auf den dritten Platz.

In der Auflösung des Pangea-Wettbewerbs ist übrigens zu lesen, dass es sich bei den Gummibärchen um eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent handelt. Begründen müssen die Schüler ihr Ergebnis nicht. Es reicht, aus fünf vorgeschlagenen Lösungen die richtige herauszufinden. Das mache auch den Unterschied zur Mathematik-Olympiade aus, erklärt Johannes Hedicke. Bei dem Wettkampf der olympischen Mathe-Genies, der gerade in Kapstadt in Südafrika international fortgeführt wird, muss das richtige Ergebnis geschrieben werden – ohne eine Vorgabe. Bei der Mathe-Olympiade hatte es übrigens Hedicke auf den dritten Platz der Landesgruppe geschafft.

Am Stader Gymnasium Athenaeum gehört Hedicke zur Gruppe von Mathe-Einser-Kandidaten, die schon mal am Sonnabend zweieinhalb Stunden extra komplizierte Aufgaben mit ihrem Lehrer Niklas Schwarz üben, fern der Aufgaben, die sonst im Unterricht angehender Abiturienten vorkommen.

Auch Roman Rammner gehört zu dieser Gruppe. Er ist zwei Klassenstufen tiefer als Hedicke im Jahrgang acht. Hier hat er ebenfalls erfolgreich am Pangea-Wettbewerb teilgenommen. Auf Bundesebene wurde er Fünfter – als bester Niedersachse. Anfangs waren alle Klassen des Athenaeums beim Pangea-Wettbewerb in Mathematik dabei. Nur die Besten kamen nach Hamburg zur Zwischenrunde. Die nationale Endrunde fand in Gießen statt, erst schriftlich, dann auf der Bühne. Vor mehreren Hundert Zuhörern mussten Hedicke und Rammner das Finale der besten Zehn bestreiten. Von Nervosität keine Spur bei Johannes Hedicke: „Ich habe mich einfach auf die Aufgaben konzentriert“, sagt der 16-Jährige, der in der Verwandtschaft keine Mathematik-Vorbilder hat und von den vier Kindern der Familie auch der einzige mit einer derartigen Vorliebe für Zahlen ist.


Hedicke nimmt die Herausforderung, Lösungen zu finden, stets sportlich. Ihm macht es Spaß, knifflige Aufgaben zu lösen und Einblicke in die Mathematik zu bekommen, wie sie später einmal im Studium gefordert sein könnte. Wobei sich der Nachwuchs-Rettungsschwimmer des DLRG, der in seiner Freizeit gern Gitarre spielt oder liest, noch nicht festlegen möchte, was er nach der Schule beruflich macht.

Bei der Preisverleihung in Hannover gab es für die Mathe-Asse einen kleinen Vortrag von einem der vielen Experten aus dem Pangea-Gremium. Thema des Vortrags im Theater am Aegi: eine Gleichung, die das Wachstum eines Schneckenhauses beschreibt. Die Schirmherrschaft für den diesjährigen Pangea-Wettbewerb hat übrigens die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Johanna Wanka, übernommen. Die CDU-Politikerin ist Professorin für Ingenieurmathematik an der Hochschule Merseburg. Ihr Mann ist ebenfalls deutscher Professor für angewandte Mathematik.


Pangea-Statistik

Beim Finale des Pangea-Mathematik-Wettbewerbs traten 77 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen drei bis zehn in ihren Altersklassen gegeneinander an. Etwas auffällig: Fünf der acht Bundessieger kamen aus Baden-Württemberg. Insgesamt nahmen etwa 107 000 Kinder und Jugendliche von 1200 Schulen teil, die meisten aus Nordrhein-Westfalen, dahinter Baden-Württemberg, dann Niedersachsen.

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