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  1. 2014

Den Blick für das Soziale schärfen

Im Rahmen des Athe-Sommer-Seminars (ASS) gibt es in diesem Jahr erstmals auch die Möglichkeit, sich einen Tag sozial zu engagieren und damit Geld zu sammeln. Die Initiatorin des Projekts, Gaby Trusheim, erzählt, was es mit diesem „sozialen Tag“ auf sich hat und warum sie diesen ins Leben gerufen hat.

Warum haben Sie den sozialen Tag am Athenaeum ins Leben gerufen?

Wir wollen dem Bildungsauftrag auch im Bereich der sozialen Kompetenz Genüge tun.

Wie kam Ihnen die Idee dazu?

Ähnliche Aktionen wie den sozialen Tag gibt es schon an Schulen in anderen Bundesländern. Außerdem haben wir letztes Jahr im Fall eines verunfallten Schülers gute Erfahrungen damit gemacht, dass Schüler sich sozial für andere engagieren.

Wohin soll das Geld fließen?

Das Geld wird dem Verein Kindern Gutes tun e.V. zu Gute kommen. Wir rmöchten diese ehrenamtliche Betreuung von Kindern, die eine Anlaufstelle benötigen, gern unterstützen.

Wie hoch ist der Zuspruch und die Beteiligung der Schüler?

Der Zuspruch der Schüler ist sehr groß, und die Bereitschaft teilzunehmen, wächst sogar. Manche Schüler haben sich erst dagegen entschieden teilzunehmen und wollen jetzt doch noch mitmachen. Wir sind jetzt bei ungefähr 290 Schülern, die mitmachen wollen. Auffällig ist es, dass es in den kleineren Klassen mehr sind, aber auch die größeren Klassen bis einschließlich Jahrgang 10 sind vertreten. Einige Schüler aus der Elften wollen sogar teilnehmen.

Hätten sie damit gerechnet?

Nein, da es auch viele gute ASS-Angebote gibt, hätte ich nicht damit gerechnet, dass es einen so großen Ansturm auf den sozialen Tag gibt. Und manche Schüler haben sogar angefragt, ob sie es nicht zwei Tage hintereinander machen dürfen.

Würden die Schüler sich ihrer Meinung nach auch ohne den sozialen Tag sozial engagieren?

Sicherlich. Jemand, der beim sozialen Tag hilft, hat auch eine Einstellung dazu und macht dies auch in seinem täglichen Leben. Denjenigen, der vielleicht nicht unbedingt auch die Idee gekommen ist, den können wir ja „wach kitzeln“ und ihm einen neuen Anhaltspunkt dazu geben. Die Einstellung des sozialen Miteinander können wir, denke ich, auf diese Weise ein wenig fördern.

Welche Ziele hat diese Aktion?

Das konkrete Ziel war, zum einen die Schüler für soziales Engagement gewinnen zu können, und zum anderen natürlich Kindern, die in Not sind oder Unterstützung brauchen, zu helfen. Ziel ist es aber auch, das ganze langfristig hier zu implementieren und darauf aufmerksam zu machen, dass es überhaupt Kinder gibt, die Hilfe benötigen.

Haben Sie diese Ziele erreicht?

Das denke ich schon. Wenn wir uns den Zuspruch ansehen, glaube ich, dass viele sagen: „Das ist eine gute Idee, ich habe inzwischen noch ein paar andere Ideen gefunden, bei denen ich mit wenig Aufwand vielen helfen kann, zum Beispiel bei der Kleiderspende.“ Das wichtige war für uns immer nur, dass die Teilnahme freiwillig ist und dass jeder sich das Maß seiner Arbeit und seinen Arbeitgeber selber aussuchen darf. Keiner wird gezwungen und es wird nicht klassenweise durchgeführt, sondern jeder kann entscheiden, ob er sich beteiligen möchte, oder nicht. Und das, finde ich, sollte unbedingt so bleiben.

Interview: Julius Kamper

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