Im Rahmen des Athe-Sommer-Seminars (ASS) gibt es in diesem Jahr
erstmals auch die Möglichkeit, sich einen Tag sozial zu engagieren
und damit Geld zu sammeln. Die Initiatorin des Projekts, Gaby
Trusheim, erzählt, was es mit diesem „sozialen Tag“ auf sich hat
und warum sie diesen ins Leben gerufen hat.
Warum haben Sie den sozialen Tag am Athenaeum ins Leben gerufen?
Wir wollen dem Bildungsauftrag auch im Bereich der sozialen
Kompetenz Genüge tun.
Wie kam Ihnen die Idee dazu?
Ähnliche Aktionen wie den sozialen Tag gibt es schon an Schulen in
anderen Bundesländern. Außerdem haben wir letztes Jahr im Fall
eines verunfallten Schülers gute Erfahrungen damit gemacht, dass
Schüler sich sozial für andere engagieren.
Wohin soll das Geld fließen?
Das Geld wird dem Verein Kindern Gutes tun e.V. zu Gute kommen. Wir rmöchten diese ehrenamtliche Betreuung von
Kindern, die eine Anlaufstelle benötigen, gern unterstützen.
Wie hoch ist der Zuspruch und die Beteiligung der Schüler?
Der Zuspruch der Schüler ist sehr groß, und die Bereitschaft
teilzunehmen, wächst sogar. Manche Schüler haben sich erst dagegen
entschieden teilzunehmen und wollen jetzt doch noch mitmachen. Wir
sind jetzt bei ungefähr 290 Schülern, die mitmachen wollen.
Auffällig ist es, dass es in den kleineren Klassen mehr sind, aber
auch die größeren Klassen bis einschließlich Jahrgang 10 sind
vertreten. Einige Schüler aus der Elften wollen sogar teilnehmen.
Hätten sie damit gerechnet?
Nein, da es auch viele gute ASS-Angebote gibt, hätte ich nicht
damit gerechnet, dass es einen so großen Ansturm auf den sozialen
Tag gibt. Und manche Schüler haben sogar angefragt, ob sie es nicht
zwei Tage hintereinander machen dürfen.
Würden die Schüler sich ihrer Meinung nach auch ohne den sozialen
Tag sozial engagieren?
Sicherlich. Jemand, der beim sozialen Tag hilft, hat auch eine
Einstellung dazu und macht dies auch in seinem täglichen Leben.
Denjenigen, der vielleicht nicht unbedingt auch die Idee gekommen
ist, den können wir ja „wach kitzeln“ und ihm einen neuen
Anhaltspunkt dazu geben. Die Einstellung des sozialen Miteinander
können wir, denke ich, auf diese Weise ein wenig fördern.
Welche Ziele hat diese Aktion?
Das konkrete Ziel war, zum einen die Schüler für soziales
Engagement gewinnen zu können, und zum anderen natürlich Kindern,
die in Not sind oder Unterstützung brauchen, zu helfen. Ziel ist es
aber auch, das ganze langfristig hier zu implementieren und darauf
aufmerksam zu machen, dass es überhaupt Kinder gibt, die Hilfe
benötigen.
Haben Sie diese Ziele erreicht?
Das denke ich schon. Wenn wir uns den Zuspruch ansehen, glaube ich,
dass viele sagen: „Das ist eine gute Idee, ich habe inzwischen noch
ein paar andere Ideen gefunden, bei denen ich mit wenig Aufwand
vielen helfen kann, zum Beispiel bei der Kleiderspende.“ Das
wichtige war für uns immer nur, dass die Teilnahme freiwillig ist
und dass jeder sich das Maß seiner Arbeit und seinen Arbeitgeber
selber aussuchen darf. Keiner wird gezwungen und es wird nicht
klassenweise durchgeführt, sondern jeder kann entscheiden, ob er
sich beteiligen möchte, oder nicht. Und das, finde ich, sollte
unbedingt so bleiben.
Interview: Julius Kamper



