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  1. 2014

Jugendrepoter unterwegs im ASS

Herr Dr. Carmesin: Was kann James Bond wirklich und was nicht?

von Luise Kranzhoff

Auch viele Schüler lieben den britischen Agenten, der durch Überleben in den schwierigsten Situationen überzeugt. Das schafft Begeisterung, auch wenn man bei vielen seiner Tricks von Anfang an davon ausgeht, dass sie nicht möglich sind.
Am Donnerstag sahen sich die Schüler Ausschnitte aus verschiedenen James-Bond-Filmen an, entschieden, welche physikalische Fragen sich in dem jeweiligen Kontext stellten, und mit welchen Methoden man diese am besten untersuchen konnte. Sie stellten Vermutungen an, wie die ausgefeilten Geräte funktionieren könnten, die Q für 007 angefertigt hat.
Untersuchungen mit physikalischen Methoden wie kleinen Versuchen zeigen, dass die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten zu Dingen fähig war, die wir noch nicht einmal heute für möglich halten.
Zum Beispiel überlebt „Beißer“ einen Sturz ohne Fallschirm aus einem Flugzeug in 6000 m Höhe, weil er auf ein 10 m hohes Zirkuszelt fällt. Das ist entgegen allen Erwartungen unter gewissen Bedingungen sogar gar nicht so abwegig, was aus den Berechnungen der Schüler hervorgeht. Wenn er richtig aufkommt und während des Falls durch Maximieren des Luftwiderstandes seines Körpers seine Fallgeschwindigkeit niedrig hält, überlebt ein Mensch das tatsächlich.
Das zeigt eindeutig, dass auch das Team des Regisseurs mindestens einen Q hat, der für die Glaubwürdigkeit der aufwendigen Stunts sorgt.
Zum Abschluss dürfen die Schüler in einer Simulation wie Bond im Fallen Entscheidungen treffen, um ein Flugzeug in der Luft zu erreichen und sich damit die Flucht zu ermöglichen.
Insgesamt ist es ein Seminar, das für Überraschungen sorgt und einen tieferen Einblick in die erstaunliche Glaubwürdigkeit der Action-Filme mit James Bond bietet.
Tatsächlich orientieren sich die Stunts und Tricks an der aktuellen Forschung während der Entstehung des Films.

Dr. Hans-Otto Carmesin mit Unterstützung von Marvin Ruder: Untersuchung der Weltmodelle mithilfe von Kerzen und Enten

von Luise Kranzhoff

Ich komme in den Physiktrakt und treffe Schüler, die gerade Pause machen. In dem Raum, in dem das Seminar stattfindet, sind Schüler in einer lebhaften Diskussion mit Hans-Otto Carmesin verwickelt und das in der Pause.
Ich lasse mir von dem begeisterten Lehrer erklären, was sie bis jetzt für Erkenntnisse gewonnen haben: Verschiedene Weltmodelle haben immer unser Denken bestimmt. Auf das geozentrische Weltbild mit der Erde als Mittelpunkt der Welt folgte das heliozentrische mit der Sonne im Mittelpunkt. Und das sind nur die ersten räumlichen Weltmodelle, die die Menschen aus ihren Beobachtungen und Berechnungen im Laufe der Zeit geschlossen haben. Von dem galaktozentrischen Weltbild und dem Weltinselmodell habe ich zum Beispiel noch gar nicht gehört.
Zuerst muss ich lachen, als Herr Carmesin mir den Modellstern vorstellt, eine brennende Kerze. Auf meine Frage hin folgt jedoch eine einleuchtende Erklärung, die jegliche Zweifel an den grundsätzlichen Gemeinsamkeiten von Sternen und Kerzen in mir erlöschen lässt.
In der ersten Einheit zu den räumlichen Modellen, die ich verpasst habe, haben die Schüler durch Beobachtungen und Berechnungen die Entwicklung der verschiedenen Modelle nachvollzogen und in chronologisch nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen geordneten Vorträgen jeweils das ihnen vorangegangene Modell widerlegt.
Herr Carmesin kündigt an, es gehe im folgenden Teil um Bewegung, Entstehung und Entwicklung der Welt und danach um die Kräfte, die in Masse und Vakuum wirken. Hört sich nach einem sehr komplexen Thema an, es ist also kein Wunder, dass der Zeitplan straff ist.
Der Lehrer lobt seine Schüler für ihre Zeiteffizienz und ihr zielführendes Arbeiten. Tatsächlich funktioniert das Seminar durch Stellen einer Frage, Sammeln von Ideen und Überprüfung der Ideen mit Hilfe von Herrn Carmesin und seinem Assistenten Marvin Ruder.
Als ich mich verabschiede, ist gerade ein Lachen ausgebrochen, das gar nicht mehr abebben will. Die Schüler versuchen die Bewegung von Galaxien mithilfe von Wellenbewegungen nachzuvollziehen, die entstehen, wenn eine Ente auf dem Wasser schwimmt.

Herr Stefan Irle: Online Klimaspiel

von Michael Gisbrecht

Bei dem Spiel „Keep cool online“ leiten die Spieler eine von sechs Ländergruppen (USA u. Partner, Europa, ehemalige Sowjetunion, OPEC [Organisation der ölexportierenden Länder], Schwellenländer und Entwicklungsländer), müssen Fabriken für ihr Wirtschaftswachstum bauen und dabei den Stand des Weltklimas beachten. Jedes Land hat ein wirtschaftliches Ziel, das in einer bestimmten Anzahl an Fabriken besteht und zwei politische Ziele, von denen eines erfüllt werden muss. Diese politischen Ziele bestehen meistens in einer Höchst- oder Mindestzahl von umweltfreundlichen oder nicht umweltfreundlichen Fabriken. Nicht umweltfreundliche Fabriken sorgen für einen Anstieg des „Karbometers“. Bei einem Stand von 100% haben alle Spieler verloren. Während des Spiels hat das Karbometer seinen Einfluss am Ende der Runde, wenn zufällige Ereignisse eintreten. Man kann versuchen, diese Ereignisse durch das Klicken auf verdeckte Karten aufzuhalten. Bei niedrigem Stand gibt es eine 50% Chance, die richtige Karte zu drücken und das Ereignis abzuwenden, bei sehr hohem Stand gibt es dagegen keine Chance mehr. Wenn es nicht abgewendet wird, kostet es meistens Geld, bei sehr hohem Karbometerstand etwa das Zehnfache der Kosten. Auch treten mehr Ereignisse pro Runde auf. Durch den Kauf von Schutzstufen können die Länder die Kosten der Katastrophen abfedern. Da die Schutzstufen relativ teuer sind und man das Geld nicht für die wirtschaftliche Entwicklung ausgeben kann, ist es sehr sinnvoll, den Treibhauseffekt zu deckeln. Doch da die umweltfreundlichen Fabriken zu Beginn mehr kosten, ist es wirtschaftlich weniger sinnvoll, sie zu kaufen. Durch den Innovationsfond kann man die Kosten senken, was jedoch einige Runden und auch Geld kostet. Die Spieler müssen das gesamte Spiel hindurch abwägen, wie sie ihre Ziele am sinnvollsten erreichen, ohne dabei zu gravierende Klimaveränderungen zu bewirken.

Die Schüler sind eifrig bei der Sache. Sie kommunizieren untereinander und versuchen ihre Strategie untereinander abzusprechen. Rufe ertönen, in denen die Schüler andere zu dem Abriss von Fabriken drängen oder nach Geld für Schutzstufen oder für Fabriken fragen. (Beispiel: „Ich brauche einen Dollar für eine klimaneutrale Fabrik!“) Insgesamt versuchen die Spieler sich abzusprechen und den Klimawandel abzuhalten. Das klappt allerdings häufig nicht, was bisweilen durch bestimmte Spieler bewirkt wird, die sich eher für ihre wirtschaftliche Stärke als für das Klima interessieren, bisweilen durch mangelnden Willen bei allen Beteiligten. Manchmal passiert es allerdings auch, dass alle zusammenarbeiten und das Karbometer niedrig bleibt. Abgesehen von dem Spaß, den alle haben, gewinnen die Schüler auch Einsichten über die Möglichkeiten zur Bekämpfung des Klimawandels in Echtzeit. Ein Beispiel dafür ist die Erkenntnis, dass die Länder zusammenarbeiten müssen, und dass die reichen Länder auch verzichten müssen.

Frau Svenja Ölkers: Urlaubsland Italien

von Joshua Minow

In dem Seminar „Urlaubsland Italien“, dass von Frau Ölkers angeboten wurde, konnten Schüler sich auf ihren tatsächlichen bzw. theoretischen Urlaub in Italien vorbereiten.
In dem Seminar wurde den Schülern die Sprache nur sehr grundlegend beigebracht. Einfache Floskeln wurden geübt, um Alltagssituationen auf italienisch zu meistern. Natürlich ging es nicht darum den Schülern fließend italienisch beizubringen. Der Hauptfokus des Seminars lag deshalb auf der Erkundung der Kultur und der verschiedenen Regionen des Landes.

Die Regionen des Landes waren zum Großteil Urlaubsziele, schließlich ging es in dem Seminar um Italien als Urlaubsland. Die beliebten Touristenziele Italiens wurden in dem Seminar über Google und Arbeitsblätter erkundet, so dass die Schüler sich ein Bild von dem was sie im Urlaub erwartet, machen können.
Den Schülern gefiel das Seminar sehr gut und den kleinen Ausflug in die italienische Lebensart und die Landschaften fanden alle Teilnehmer sehr interessant. Einige der Schüler haben in den Sommerferien einen Urlaub in Italien geplant und sollten jetzt gut vorbereitet sein. Und als dann Zeit war „Arrivederci!“ zu sagen, hatten auch Schüler ohne Pläne für einen Urlaub in Italien viel über Land und Sprache gelernt.

Anna Metzech: Es geht auch ohne tierische Produkte Schüler kochen im ASS vegan

von Julius Kamper

Es herrscht viel Betrieb an diesem Montagmorgen in der Küche der Mensa. Dort, wo normalerweise die Eltern aus der Kabuschka viermal in der Woche das Essen für die Schüler zubereiten, arbeiten jetzt die Teilnehmer des Seminars „Vegan kochen“ an ihren Gerichten. Es werden Paprika und Champignons geschnitten, in einem Ofen backen Kartoffelstückchen. Auf den Tischen liegen Ersatzprodukte wie Tofu oder Soja, die wichtige Bestandteile der veganen Ernährung sind und zuvor gemeinsam eingekauft wurden. Mittendrin steht Anne Metzech und gibt den Schülern Tipps.
Anne Metzech ist die Leiterin des Seminars „Vegan kochen“. Die Elftklässlerin hat sich vor etwa einem dreiviertel Jahr dazu entschieden, vegan zu leben. Nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus ethischen Gründen habe sie sich dazu entschlossen, komplett auf tierische Produkte zu verzichten, wie sie erzählt. Ihrer Meinung nach könne man mit Pflanzen viel mehr Menschen ernähren als mit Tieren, die erst einmal gefüttert und aufgezogen werden müssen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sei es nun für sie kein Problem mehr, sich vegan zu ernähren. Es gäbe viele Wege, tierische Produkte zu ersetzten, auch ohne auf Ersatzprodukte zurückgreifen zu müssen. „Wenn man erst einmal drin

ist und weiß, was man essen kann, ist es einfach“, erzählt die Elftklässlerin. Allerdings müsse man als Veganer besonders auf gesunde Ernährung achten, da sonst Mangelerscheinungen auftreten können.
Doch was genau ist vegane Ernährung eigentlich? Anders als Vegetarier, die „nur“ auf Fleisch verzichten, kommen bei Veganern keine tierische Produkte auf den Teller: Für sonst alltägliche Nahrungsmittel wie Butter, Milch, Käse oder Eier muss Ersatz gefunden werden. Darüber, wie viele Menschen sich in Deutschland vegan ernähren, gehen die Angaben auseinander. Der Vegetarierbund Deutschlands (VEBU) geht von einer Anzahl von 1,2 Millionen Veganern in Deutschland aus, während ein Studie der Universitäten Göttingen und Hohenheim die Anzahl auf unter 400 000 schätzt. Demnach würden sich weniger als 0,5 % der Bevölkerung vegan ernähren. Doch die Tendenz ist steigend, besonders unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist ein „Trend zum Veganen“ abzuzeichnen.
Dauerhaft vegan zu leben könnten sich Louisa und Lisa nicht vorstellen. Vor den beiden steht eine Schüssel voll Teig, aus dem später veganer Schokokuchen werden soll. Zumindest auf den Bildern im Kochbuch, das Anne mitgebracht hat, unterscheidet er sich optisch nicht von „nicht veganem“ Kuchen. Die Schülerinnen haben die Sorge, dass diese Lebensweise auf Dauer ihrer Gesundheit schaden könnte. Außerdem würde ihnen der dauerhafte Verzicht auf Fleisch irgendwann schwerfallen, erzählen die beiden, während sie den Teig langsam in die Backform füllen. Das Seminar haben sie gewählt, um zu sehen, wie es ist, auch mal ohne tierische Produkte zu kochen.
Auch für Sarah und Sina kommt vegane Ernährung auf Dauer eher nicht in Frage. Selbst normales Brot oder Eis könne man dann nicht mehr ohne weiteres essen, was ihrer Meinung nach irgendwann anstrengend werden könnte. Um trotzdem Einblicke in die vegane Lebensweise zu gewinnen und neue Rezepte kennenzulernen, haben sie sich zu diesem Seminar angemeldet. Ob es gut schmecken wird? „Bei uns wird es immer gut“, erzählen die beiden mit einem Lachen. Es geht schließlich auch mal ohne tierische Produkte.

Frau Marlies Falkenhagen: How to survive in an English-speaking country

von Henry Reinecke

Das Seminar “How to survive in an English-speaking country” von Frau Falkenhagen soll die Schüler auf eine Reise in ein englischsprachiges Land vorbereiten. Das Seminar ist viel lockerer als der normale Englischunterricht - es werden Rollenspiele durchgeführt und verschiedene Aufgaben gestellt, die den Alltag eines Touristen darstellen könnten.
Auch die London Underground ist Thema bei diesem Seminar, ebenso wie die Londoner Sehenswürdigkeiten. Das Seminar ist nicht nur auf Sprache ausgelegt, sondern auch darauf, etwas von der Umgebung mitzubekommen. Der Aspekt des „survive“ wird behandelt, indem man Situationen, wie die Ankunft am Flughafen und ähnliches, also wie man sich zurechtfindet, wenn man sich in einem anderen Land befindet. Useful Phrases helfen bei der Orientierung beziehungsweise beim small talk.
Das Seminar hatte auf jeden Fall seinen Sinn erfüllt und die Schüler gut auf eine evetuell in der Zukunft anstehende Reise vorbereitet.

Herr Arne Rüter: Sterne, Planeten und Mythologie

von Michael Gisbrecht

Am Nachthimmel sind unzählige Sterne zu sehen. Um endlich ein wenig über diese zu wissen, lernen die Teilnehmer die Grundlagen von Sonnensystem und Sternenhimmel. Zuallererst wurde das Sonnensystem thematisiert. Danach haben die Schüler über die Sternbilder gesprochen, wie sie benannt und wie sie entdeckt wurden. Dabei wurden auch die alten Geschichten und Mythen erzählt, die sich die Menschen früher erzählt haben. Diese unterscheiden sich natürlich von den naturwissenschaftlichen Erklärungen der heutigen Zeit. Im nächstem Schritt haben die Schüler selber Sternbilder entworfen, wobei auch kreative Ideen wie ein Schalke-Sternbild herauskamen. Zum Schluss sollten Geschichten im Stil der antiken Mythen entworfen werden. Dabei werden die Schüler sicherlich ihre Kreativität für tolle Geschichten nutzen. Diese Kombination aus kreativem Arbeiten und etwas zu lernen, fanden die Schüler auch besonders interessant, als sie das Seminar wählten. Und da sie bekamen, was sie wollten, waren sie auch zufrieden und mit Eifer bei der Sache.

Herr Andreas Veit: Musiksammlung aufräumen

von Joshua Minow

Am Dienstag, dem letzten Tag des ASS, halfen einige Schüler Herrn Veit dabei, die Musiksammlung aufzuräumen.
Die Schülergruppe, die sich an diesem Tag angemeldet hatte war relativ groß und ging motiviert an die Sache heran, so dass die Sammlung schnell ausgeräumt, der Boden gesaugt, die Regale abgestaubt und das ganze am Ende auch wieder eingeräumt und neu geordnet war.
Nun bleibt nur zu hoffen, dass die Musiksammlung in diesem Zustand bleibt und das Seminar nächstes Jahr vielleicht gar nicht stattfinden muss.

Frau Gabriele Heimann und Frau Ines Krusemark: Römische Modewerkstatt

von Henry Reinecke

Alle scharen sich um eine Nähmaschine. Irgendetwas scheint nicht richtig zu funktionieren. Als das Problem noch immer nicht gelöst ist, verteilt man sich dann auf die anderen Maschinen und übt eine gerade Naht am Papier. Später ist dann das Problem behoben und es wird nun auch mit Stoff genäht.
Die Schüler mussten ihren eigenen Stoff mitbringen und können nun alte Bettlaken, Tischdecken und Anderes in Dinge umnähen, die sie unbedingt haben wollten. Das Ziel des Seminares von Frau Heimann und Frau Krusemark ist es natürlich, eine römische Tunika zu schneidern, am Ende des Seminares wird noch eine römische Toga angelegt. Doch bevor man anfängt draufloszunähen, gibt es noch eine kleine Kunde in römischer Mode und eine Einführung in die Benutzung der Nähmaschinen.
Insgesamt war das Seminar interessant, auch wenn Büchertaschen nicht ganz römisch sind.

Herr Hans-Otto Carmesin: Spieltheorie: Rationale Entscheidungen in Konfliktsituationen

von Luise Kranzhoff

Ist es günstig sich zu streiten oder zu vertragen und wovon hängt diese Einschätzung ab, wenn man sie mal rational betrachtet? Das ist die Frage, mit der sich die Schüler am Dienstag im Seminar von Hans-Otto Carmesin beschäftigen.
Er möchte darin drei Nobelpreise abdecken, hat sich also mal wieder ein sehr hohes Ziel gesetzt.
In Situationen hat man im einfachsten Fall die Möglichkeiten, entweder zu kooperieren und sich vor Arbeit zu drücken. Ob es eine gute oder eine schlechte Idee ist, Arbeit zu verweigern, hängt davon ab, ob es eine weitere Runde des Spiels gibt. Denn bei einer weiteren Runde könnte man bestraft werden für das Verhalten in der vorherigen Runde.
Die Schüler dürfen die Spielregeln verändern, um das rationale Handeln der Spieler zu beeinflussen. Auch die Wahrscheinlichkeit spielt bei der Spieltheorie eine Rolle. So kann man berechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die gegenwärtige Runde die letzte ist, ein Verweigern also keine negativen Folgen hätte.
Die Spieltheorie lässt sich auf Alltagssituationen in der Schule übertragen, die Herr Carmesin mit seinen Schülern bespricht. So kann man sich überlegen, ob man beim Lernen von den Lernzettel anderer Schüler profitieren will mit dem Risiko, dass diese dann beim nächsten Mal nicht mehr mit einem zusammenarbeiten wollen.
Bei Bewerbungen muss der Arbeitgeber sich eine Strategie überlegen, wie er an die persönlichen Informationen, die der Bewerber hat, kommt. Dabei hat wiederum der Bewerber die Chance, falsch oder gar nicht zu antworten. Also sind hier zwei Akteure beteiligt.
Diese Modelle beziehen sich nur auf rationale Entscheidungen, die ja normalerweise auch von emotionalen Faktoren beeinflusst werden.
Vielleicht nehmen die Schüler aus diesem Seminar ein wenig Erfahrung im Treffen von rationalen Entscheidungen in sozialen Alltagssituationen mit.

Frau Schwarzenberg: Mehr als nur „Selfies“
Seminar bringt Schülern Porträtfotografie näher

von Julius Kamper

Barack Obama macht sie gerne, genauso wie Modedesigner Karl Lagerfeld - und das auf der diesjährigen Oscarverleihung aufgenommene Exemplar der US-amerikansichen Moderatorin und Komikerin Ellen DeGeneres brach im sozialen Netzwerk Twitter alle Rekorde: Die Rede ist von „Selfies“. Diese mit der Innenkamera eines Smartphones aufgenommenen Selbstportraits haben innerhalb kürzester Zeit das Internet erobert und sind zum Trend geworden.
Frau Schwarzenberg, die das Seminar „Portraitfotografie“ in diesem Jahr leitet, kann dem Trend wenig abgewinnen, der einer der Gründe dafür war, warum sie dieses Seminar ins Leben rief. Eine „richtige“ Kamera, egal ob Spiegelreflex-, System- oder kleine Digitalkamera biete mehr Möglichkeiten als die Kamera eines Smartphones, erklärt die Kunstlehrerin. Die Schüler sollten lernen, diese zu nutzten und so andere gut in Szene zu setzten. Aus solchen Aufnahmen könnten beispielsweise Fotobücher oder andere Erinnerungsstücke werden.
Mit der Fotografie kam Frau Schwarzenberg schon früh in Kontakt. Als sie elf Jahre alt war hatte sie, angeregt von ihrem Onkel, einem Hobbyfotografen, das erste mal eine Kamera in der Hand und begann, einfach drauflos zu fotografieren. Ein Glücksfall, wie sie heute sagt, denn „man kann nicht früh genug anfangen.“ Seitdem kamen und gingen viele Kameramodelle und sie probierte von Landschafts- über Portrait- bis hin zur Schwarz-Weiß-Fotografie einiges aus, aber ihre Leidenschaft für ihr Hobby blieb die gleiche.
Hanna, Lena und Sharon nehmen an diesem Dienstag an dem Seminar teil. Die Siebtklässlerinnen, die vor mehr als einem Jahr die Fotografie als Hobby für sich entdeckten, stehen im Schulgarten vor einer Hecke, die als Hintergrund dient, und schauen sich die soeben geschossenen Fotos an. Manche der Aufnahmen sind ganz gut geworden, bei anderen sind sie eher skeptisch. Während Sharon und Lena auch in ihrer Freizeit vor allem Personen porträtieren, fotografiert Hanna normalerweise eher Landschaften. Doch in diesem Seminar möchte sie etwas neues ausprobieren und dazulernen, erzählt die 13-Jährige, während sie gerade Lena fotografiert. Das Seminar sei auf jeden Fall interessant, betonen die drei.
Als nächstes geht es für die Mädchen samt Fotoausrüstung in den Fahrradkeller. Die mit Graffiti besprühten Wände bieten einen interessanten und abwechslungsreichen Hintergrund. Dieser spielt der in der Porträtfotografie eine wichtige Rolle. Um den Schülern auch die anderen technischen Finessen bei der Fotografie von Personen näher zu bringen hat Frau Schwarzenberg einen Handzettel zusammengestellt. Dort werden Fragen rund um die Personenfotografie beantwortet: Wie muss ich die Kamera einstellen? Was muss ich bei der Perspektive beachten? Und woher muss das Licht kommen? Lena, Sharon und Hanna experimentieren derweil im Fahrradkeller mit den Einstellungen und dem Licht. Nicht alles funktioniert, manche Fotos sind zu hell, andere zu dunkel. Doch auch Fehler seinen gut, erklärt Frau Schwarzenberg: „Durch sie lernt man dazu.“

Herr Dr. Schneider:„Bratwurscht!“
In der Mensa wird eifrig gewerkelt

von Melina Umland und Adriana Dinter

Wenn man so darüber nachdenkt, wird heute in der Mensa keine einzige Wurst gebraten. Die 10l2 ist heute unter Herr Schneiders fachkundiger, bayrischer Leitung damit beschäftigt, angebliche Bratwürste zu testen. Wie stellt man sie her? Wie schmecken sie am besten? Gegrillt oder geräuchert? Mit oder ohne Meerrettich? Fragen, auf die die Menschheit dringend Antworten benötigt. Hauptsächlich benötigt zwar Reza darauf Antworten, denn er hat das Seminar vorgeschlagen und seinen Lehrer zu dieser Idee gebracht.
Um die Bratwurst in ihrer Gänze zu verstehen wird sie vom kleinsten Fleischbröckchen bis hin zu den einzelnen Gewürzkörnern selbst hergestellt! Sie nehmen all diese Mühe und Arbeit auf sich, um die Struktur zu verstehen und zu begreifen, wie sich ihr Geschmack zusammensetzt. Woher kommt die „Bratwurscht“?
Alles über die Bratwurst wird die Öffentlichkeit jedoch nie erfahren dürfen, Herr Schneiders geheimes Gewürzmischungsrezept wird sorgfältig vor unserer Kamera geschützt.
Endgültig getestet werden soll die geschmackliche Qualität von: 1. gegrillten Bratwürsten mit Sauerkraut und Meerrettich, 2. gekochten sauren Bratwürsten und 3. geräucherten Bratwürsten.
Wir sind sehr gespannt auf das Endergebnis des Geschmackstests, denn bis jetzt riecht keiner der Bratwurstversuche wirklich appetitanregend.
Als wir das zweite Mal die Mensa betreten, riecht es nicht mehr ganz so schlimm und die Bratwürste sind in ihrer Rohform fertig. Dafür sieht es nicht mehr appetitlich aus und um die Würste zu erkennen braucht man etwas Fantasie und das Hintergrundwissen, dass es Bratwürste sind. Allerdings muss man erwähnen, dass die bis jetzt entstanden Anfänge des Kartoffelsalats in einer wirklich gigantischen Schüssel ziemlich lecker aussehen.
Zu allerletzt hörten wir uns noch die Meinungen über den Geschmack der Würstchen an. Diese gingen auseinander, allerdings hat jedem irgendetwas geschmeckt, auch wenn die Würstchen aufgrund technischer Probleme gebraten und nicht gegrillt worden sind.

Frau Klause und Frau Biermann: Der „neue“ Schulgarten

von Melina Umland und Adriana Dinter

Zum Erstaunen von Frau Klause und Frau Biermann meldeten diesen Dienstag über dreißig Schüler aller Jahrgangsstufen an, um nach Frau Schönings Vorgaben den Schulgarten umzugraben, das Unkraut zu dezimieren und Teich zu entrümpeln.
Mit einer Menge Tatendrang, den die verblüfften Lehrerinnen mit einer Aufforderung zur Pause ausbremsen mussten, wurde der Schulgarten wieder auf Vordermann gebracht.
Nachdem was wir gesehen haben, werden heute Abend alle gut schlafen!

Frau Lorenzen: Kunst für den E-Bau
Monster. Viele Kleine Monster.

von Melina Umland und Adriana Dinter

Die Schüler malen eifrig - EGAL wo!

Die Schüler malen eifrig - EGAL wo!

Als wir den Kunstraum betreten, riecht es mehr als sonst nach frischer Farbe. Die erste Leinwand, die wird gerade weiß angemalt. Jemand plädiert auf einen leichten Grauton. Außerdem meint derjenige, beim Verlassen des Raumes, einen leichten Rosé-Stich gesehen zu haben.
Auf der nächsten Leinwand, der wir uns zuwenden, sehen wir Monster. Kleine, schwarze, kaninchenartige Monster, die - wie wir im Nachhinein erfahren - aus dem Pinsel von Frau Örtel stammen. Genau, wie einige der Vorschläge von mindestens fünf Klassen werden Teile ihre Skizzen auf Leinwänden verewigt, um später den langweiligen, monoton weißen Wänden des E-Baus mit den fröhlichen Pop-Art-, Graffiti- und Cartoon-Motiven Leben einzuhauchen.
Bereits seit etwa einem Jahr sind die Leinwände zur Verschönerung des Neubaus bereitgestellt und warten auf kreative Schüler, die sie mit Farbe vollklatschen! Frau Lorenzen hatte ursprünglich geplant, dafür einen Leistungskurs aus dem elften Jahrgang einzusetzen. Dies scheiterte jedoch an der straffen Zeitplanung des vorgegebenen Unterrichtsstoffes. Deshalb beschloss sie, die Gestaltung des E-Baus in das ASS zu verlegen, wobei sie von Referendaren und Schülern unterstützt wird.

Vor der weißen Leinwand, war die Skizze!

Vor der weißen Leinwand, war die Skizze!

An den Werken selbst wechseln die gestaltenden Schüler allerdings kontinuierlich – manche sind nur einen Tag da, andere vier. Die meisten sind jedoch der Ausschreibung folgend künstlerisch begabt und interessiert. Davon scheint es an unserer Schule sehr viele zu geben – der Kurs mit 15 möglichen Teilnehmern war jeden Tag mit Anmeldungen weit überfüllt. Sie wollen sich verewigen, künstlerisch ausdrücken oder haben auch einfach nichts besseres gefunden. Ob die Werke jedoch für die Ewigkeiten halten werden, ist fragwürdig, da die Farben problemlos übermalt werden können und man darauf Neues erschaffen kann.
Einige der Bilder werden allerdings teilweise klassisch mit dem Pinsel gemalt, sie bleiben schwarz-weiß und werden an die Graffitiabteilung weitergereicht. Dort wurde am frühen Morgen erst noch eifrig geübt, bevor es bitterernst wurde. Nervös beginnen die Schüler zu sprayen, kein Strich auf der mühevollen und zeitintensiven Vorarbeit darf falsch sein.
Am Ende des Tage sind wieder einige Bilder zur Verzierung des noch unangetasteten E-Baus fertig und auch morgen wird die Arbeit wieder weitergehen.


Autorenanmerkung:
Da wir uns gerade die Fotos der bereits recht fortgeschrittenen Kunstwerke angeschaut haben, kommt uns unser Artikel ziemlich... farblos vor. Wir hoffen er gefällt trotzdem irgendjemanden.

Eine weiße Leinwand,...

Eine weiße Leinwand,...

...die sich noch zu einem Kunstwerk mausert.

...die sich noch zu einem Kunstwerk mausert.

Einige der wenigen bunten Monster,...

Einige der wenigen bunten Monster,...

...denen aber trotzdem noch etwas grau zugefügt wird.

...denen aber trotzdem noch etwas grau zugefügt wird.

Auch wurden aus mehreren Vorlagen neue Bilder zusammengesetzt,..

Auch wurden aus mehreren Vorlagen neue Bilder zusammengesetzt,..

...die sich im Laufe des Tages prächtig entwickeln.

...die sich im Laufe des Tages prächtig entwickeln.

Kindheitshelden finden ihren Platz.

Kindheitshelden finden ihren Platz.

Kleine, schwarze Monster, die erwartungsvoll in die noch leere
Mitte blicken.

Kleine, schwarze Monster, die erwartungsvoll in die noch leere Mitte blicken.

Bevor die Mitte gefüllt wird, werden die Monsterchen mit einem
improvisierten Sprayschirm geschützt.

Bevor die Mitte gefüllt wird, werden die Monsterchen mit einem improvisierten Sprayschirm geschützt.

Vorsichtig wird angefangen: "Ich bin irgendwie mit der
Gesamtsituation unzufrieden."

Vorsichtig wird angefangen: "Ich bin irgendwie mit der Gesamtsituation unzufrieden."

Die ersten Linien stehen und noch ist nichts von der Vorarbeit
kaputt gemacht.

Die ersten Linien stehen und noch ist nichts von der Vorarbeit kaputt gemacht.

So wie die Übungen soll das Bild später einmal aussehen.

So wie die Übungen soll das Bild später einmal aussehen.

Die Schüler arbeiten fleißig... für... den E-Bau...

Die Schüler arbeiten fleißig... für... den E-Bau...

Auch Schülerskizzen wurden verwendet.

Auch Schülerskizzen wurden verwendet.

Am Ende hat sich die harte Arbeit definitiv gelohnt.

Am Ende hat sich die harte Arbeit definitiv gelohnt.

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