Auch viele Schüler lieben den britischen Agenten, der durch
Überleben in den schwierigsten Situationen überzeugt. Das schafft
Begeisterung, auch wenn man bei vielen seiner Tricks von Anfang an
davon ausgeht, dass sie nicht möglich sind.
Am Donnerstag sahen sich die Schüler Ausschnitte aus verschiedenen
James-Bond-Filmen an, entschieden, welche physikalische Fragen sich
in dem jeweiligen Kontext stellten, und mit welchen Methoden man
diese am besten untersuchen konnte. Sie stellten Vermutungen an,
wie die ausgefeilten Geräte funktionieren könnten, die Q für 007
angefertigt hat.
Untersuchungen mit physikalischen Methoden wie kleinen Versuchen
zeigen, dass die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten zu Dingen fähig
war, die wir noch nicht einmal heute für möglich halten.
Zum Beispiel überlebt „Beißer“ einen Sturz ohne Fallschirm aus
einem Flugzeug in 6000 m Höhe, weil er auf ein 10 m hohes
Zirkuszelt fällt. Das ist entgegen allen Erwartungen unter gewissen
Bedingungen sogar gar nicht so abwegig, was aus den Berechnungen
der Schüler hervorgeht. Wenn er richtig aufkommt und während des
Falls durch Maximieren des Luftwiderstandes seines Körpers seine
Fallgeschwindigkeit niedrig hält, überlebt ein Mensch das
tatsächlich.
Das zeigt eindeutig, dass auch das Team des Regisseurs mindestens
einen Q hat, der für die Glaubwürdigkeit der aufwendigen Stunts
sorgt.
Zum Abschluss dürfen die Schüler in einer Simulation wie Bond im
Fallen Entscheidungen treffen, um ein Flugzeug in der Luft zu
erreichen und sich damit die Flucht zu ermöglichen.
Insgesamt ist es ein Seminar, das für Überraschungen sorgt und
einen tieferen Einblick in die erstaunliche Glaubwürdigkeit der
Action-Filme mit James Bond bietet.
Tatsächlich orientieren sich die Stunts und Tricks an der aktuellen
Forschung während der Entstehung des Films.
Jugendrepoter unterwegs im ASS
Herr Dr. Carmesin: Was kann James Bond wirklich und was nicht?
von Luise Kranzhoff



Dr. Hans-Otto Carmesin mit Unterstützung von Marvin Ruder: Untersuchung der Weltmodelle mithilfe von Kerzen und Enten
von Luise Kranzhoff

Ich komme in den Physiktrakt und treffe Schüler, die gerade Pause
machen. In dem Raum, in dem das Seminar stattfindet, sind Schüler
in einer lebhaften Diskussion mit Hans-Otto Carmesin verwickelt und
das in der Pause.
Ich lasse mir von dem begeisterten Lehrer erklären, was sie bis
jetzt für Erkenntnisse gewonnen haben: Verschiedene Weltmodelle
haben immer unser Denken bestimmt. Auf das geozentrische Weltbild
mit der Erde als Mittelpunkt der Welt folgte das heliozentrische
mit der Sonne im Mittelpunkt. Und das sind nur die ersten
räumlichen Weltmodelle, die die Menschen aus ihren Beobachtungen
und Berechnungen im Laufe der Zeit geschlossen haben. Von dem
galaktozentrischen Weltbild und dem Weltinselmodell habe ich zum
Beispiel noch gar nicht gehört.
Zuerst muss ich lachen, als Herr Carmesin mir den Modellstern
vorstellt, eine brennende Kerze. Auf meine Frage hin folgt jedoch
eine einleuchtende Erklärung, die jegliche Zweifel an den
grundsätzlichen Gemeinsamkeiten von Sternen und Kerzen in mir
erlöschen lässt.
In der ersten Einheit zu den räumlichen Modellen, die ich verpasst
habe, haben die Schüler durch Beobachtungen und Berechnungen die
Entwicklung der verschiedenen Modelle nachvollzogen und in
chronologisch nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen geordneten
Vorträgen jeweils das ihnen vorangegangene Modell widerlegt.
Herr Carmesin kündigt an, es gehe im folgenden Teil um Bewegung,
Entstehung und Entwicklung der Welt und danach um die Kräfte, die
in Masse und Vakuum wirken. Hört sich nach einem sehr komplexen
Thema an, es ist also kein Wunder, dass der Zeitplan straff ist.
Der Lehrer lobt seine Schüler für ihre Zeiteffizienz und ihr
zielführendes Arbeiten. Tatsächlich funktioniert das Seminar durch
Stellen einer Frage, Sammeln von Ideen und Überprüfung der Ideen
mit Hilfe von Herrn Carmesin und seinem Assistenten Marvin Ruder.
Als ich mich verabschiede, ist gerade ein Lachen ausgebrochen, das
gar nicht mehr abebben will. Die Schüler versuchen die Bewegung von
Galaxien mithilfe von Wellenbewegungen nachzuvollziehen, die
entstehen, wenn eine Ente auf dem Wasser schwimmt.
Herr Stefan Irle: Online Klimaspiel
von Michael Gisbrecht
Bei dem Spiel „Keep cool online“ leiten die Spieler eine von sechs
Ländergruppen (USA u. Partner, Europa, ehemalige Sowjetunion, OPEC
[Organisation der ölexportierenden Länder], Schwellenländer und
Entwicklungsländer), müssen Fabriken für ihr Wirtschaftswachstum
bauen und dabei den Stand des Weltklimas beachten. Jedes Land hat
ein wirtschaftliches Ziel, das in einer bestimmten Anzahl an
Fabriken besteht und zwei politische Ziele, von denen eines erfüllt
werden muss. Diese politischen Ziele bestehen meistens in einer
Höchst- oder Mindestzahl von umweltfreundlichen oder nicht
umweltfreundlichen Fabriken. Nicht umweltfreundliche Fabriken
sorgen für einen Anstieg des „Karbometers“. Bei einem Stand von
100% haben alle Spieler verloren. Während des Spiels hat das
Karbometer seinen Einfluss am Ende der Runde, wenn zufällige
Ereignisse eintreten. Man kann versuchen, diese Ereignisse durch
das Klicken auf verdeckte Karten aufzuhalten. Bei niedrigem Stand
gibt es eine 50% Chance, die richtige Karte zu drücken und das
Ereignis abzuwenden, bei sehr hohem Stand gibt es dagegen keine
Chance mehr. Wenn es nicht abgewendet wird, kostet es meistens
Geld, bei sehr hohem Karbometerstand etwa das Zehnfache der Kosten.
Auch treten mehr Ereignisse pro Runde auf. Durch den Kauf von
Schutzstufen können die Länder die Kosten der Katastrophen
abfedern. Da die Schutzstufen relativ teuer sind und man das Geld
nicht für die wirtschaftliche Entwicklung ausgeben kann, ist es
sehr sinnvoll, den Treibhauseffekt zu deckeln. Doch da die
umweltfreundlichen Fabriken zu Beginn mehr kosten, ist es
wirtschaftlich weniger sinnvoll, sie zu kaufen. Durch den
Innovationsfond kann man die Kosten senken, was jedoch einige
Runden und auch Geld kostet. Die Spieler müssen das gesamte Spiel
hindurch abwägen, wie sie ihre Ziele am sinnvollsten erreichen,
ohne dabei zu gravierende Klimaveränderungen zu bewirken.
Die Schüler sind eifrig bei der Sache. Sie kommunizieren
untereinander und versuchen ihre Strategie untereinander
abzusprechen. Rufe ertönen, in denen die Schüler andere zu dem
Abriss von Fabriken drängen oder nach Geld für Schutzstufen oder
für Fabriken fragen. (Beispiel: „Ich brauche einen Dollar für eine
klimaneutrale Fabrik!“) Insgesamt versuchen die Spieler sich
abzusprechen und den Klimawandel abzuhalten. Das klappt allerdings
häufig nicht, was bisweilen durch bestimmte Spieler bewirkt wird,
die sich eher für ihre wirtschaftliche Stärke als für das Klima
interessieren, bisweilen durch mangelnden Willen bei allen
Beteiligten. Manchmal passiert es allerdings auch, dass alle
zusammenarbeiten und das Karbometer niedrig bleibt. Abgesehen von
dem Spaß, den alle haben, gewinnen die Schüler auch Einsichten über
die Möglichkeiten zur Bekämpfung des Klimawandels in Echtzeit. Ein
Beispiel dafür ist die Erkenntnis, dass die Länder zusammenarbeiten
müssen, und dass die reichen Länder auch verzichten müssen.
Frau Svenja Ölkers: Urlaubsland Italien
von Joshua Minow

In dem Seminar „Urlaubsland Italien“, dass von Frau Ölkers
angeboten wurde, konnten Schüler sich auf ihren tatsächlichen bzw.
theoretischen Urlaub in Italien vorbereiten.
In dem Seminar wurde den Schülern die Sprache nur sehr grundlegend
beigebracht. Einfache Floskeln wurden geübt, um Alltagssituationen
auf italienisch zu meistern. Natürlich ging es nicht darum den
Schülern fließend italienisch beizubringen. Der Hauptfokus des
Seminars lag deshalb auf der Erkundung der Kultur und der
verschiedenen Regionen des Landes.
Die Regionen des Landes waren zum Großteil Urlaubsziele,
schließlich ging es in dem Seminar um Italien als Urlaubsland. Die
beliebten Touristenziele Italiens wurden in dem Seminar über Google
und Arbeitsblätter erkundet, so dass die Schüler sich ein Bild von
dem was sie im Urlaub erwartet, machen können.
Den Schülern gefiel das Seminar sehr gut und den kleinen Ausflug in
die italienische Lebensart und die Landschaften fanden alle
Teilnehmer sehr interessant. Einige der Schüler haben in den
Sommerferien einen Urlaub in Italien geplant und sollten jetzt gut
vorbereitet sein. Und als dann Zeit war „Arrivederci!“ zu sagen,
hatten auch Schüler ohne Pläne für einen Urlaub in Italien viel
über Land und Sprache gelernt.
Anna Metzech: Es geht auch ohne tierische Produkte Schüler kochen im ASS vegan
von Julius Kamper

Es herrscht viel Betrieb an diesem Montagmorgen in der Küche der
Mensa. Dort, wo normalerweise die Eltern aus der Kabuschka viermal
in der Woche das Essen für die Schüler zubereiten, arbeiten jetzt
die Teilnehmer des Seminars „Vegan kochen“ an ihren Gerichten. Es
werden Paprika und Champignons geschnitten, in einem Ofen backen
Kartoffelstückchen. Auf den Tischen liegen Ersatzprodukte wie Tofu
oder Soja, die wichtige Bestandteile der veganen Ernährung sind und
zuvor gemeinsam eingekauft wurden. Mittendrin steht Anne Metzech
und gibt den Schülern Tipps.
Anne Metzech ist die Leiterin des Seminars „Vegan kochen“. Die
Elftklässlerin hat sich vor etwa einem dreiviertel Jahr dazu
entschieden, vegan zu leben. Nicht nur aus gesundheitlichen,
sondern auch aus ethischen Gründen habe sie sich dazu entschlossen,
komplett auf tierische Produkte zu verzichten, wie sie erzählt.
Ihrer Meinung nach könne man mit Pflanzen viel mehr Menschen
ernähren als mit Tieren, die erst einmal gefüttert und aufgezogen
werden müssen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sei es nun für sie
kein Problem mehr, sich vegan zu ernähren. Es gäbe viele Wege,
tierische Produkte zu ersetzten, auch ohne auf Ersatzprodukte
zurückgreifen zu müssen. „Wenn man erst einmal drin

ist und weiß, was man essen kann, ist es einfach“, erzählt die
Elftklässlerin. Allerdings müsse man als Veganer besonders auf
gesunde Ernährung achten, da sonst Mangelerscheinungen auftreten
können.
Doch was genau ist vegane Ernährung eigentlich? Anders als
Vegetarier, die „nur“ auf Fleisch verzichten, kommen bei Veganern
keine tierische Produkte auf den Teller: Für sonst alltägliche
Nahrungsmittel wie Butter, Milch, Käse oder Eier muss Ersatz
gefunden werden. Darüber, wie viele Menschen sich in Deutschland
vegan ernähren, gehen die Angaben auseinander. Der Vegetarierbund
Deutschlands (VEBU) geht von einer Anzahl von 1,2 Millionen
Veganern in Deutschland aus, während ein Studie der Universitäten
Göttingen und Hohenheim die Anzahl auf unter 400 000 schätzt.
Demnach würden sich weniger als 0,5 % der Bevölkerung vegan
ernähren. Doch die Tendenz ist steigend, besonders unter
Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist ein „Trend zum Veganen“
abzuzeichnen.
Dauerhaft vegan zu leben könnten sich Louisa und Lisa nicht
vorstellen. Vor den beiden steht eine Schüssel voll Teig, aus dem
später veganer Schokokuchen werden soll. Zumindest auf den Bildern
im Kochbuch, das Anne mitgebracht hat, unterscheidet er sich
optisch nicht von „nicht veganem“ Kuchen. Die Schülerinnen haben
die Sorge, dass diese Lebensweise auf Dauer ihrer Gesundheit
schaden könnte. Außerdem würde ihnen der dauerhafte Verzicht auf
Fleisch irgendwann schwerfallen, erzählen die beiden, während sie
den Teig langsam in die Backform füllen. Das Seminar haben sie
gewählt, um zu sehen, wie es ist, auch mal ohne tierische Produkte
zu kochen.
Auch für Sarah und Sina kommt vegane Ernährung auf Dauer eher nicht
in Frage. Selbst normales Brot oder Eis könne man dann nicht mehr
ohne weiteres essen, was ihrer Meinung nach irgendwann anstrengend
werden könnte. Um trotzdem Einblicke in die vegane Lebensweise zu
gewinnen und neue Rezepte kennenzulernen, haben sie sich zu diesem
Seminar angemeldet. Ob es gut schmecken wird? „Bei uns wird es
immer gut“, erzählen die beiden mit einem Lachen. Es geht
schließlich auch mal ohne tierische Produkte.






Frau Marlies Falkenhagen: How to survive in an English-speaking country
von Henry Reinecke

Das Seminar “How to survive in an English-speaking country” von
Frau Falkenhagen soll die Schüler auf eine Reise in ein
englischsprachiges Land vorbereiten. Das Seminar ist viel lockerer
als der normale Englischunterricht - es werden Rollenspiele
durchgeführt und verschiedene Aufgaben gestellt, die den Alltag
eines Touristen darstellen könnten.
Auch die London Underground ist Thema bei diesem Seminar, ebenso
wie die Londoner Sehenswürdigkeiten. Das Seminar ist nicht nur auf
Sprache ausgelegt, sondern auch darauf, etwas von der Umgebung
mitzubekommen. Der Aspekt des „survive“ wird behandelt, indem man
Situationen, wie die Ankunft am Flughafen und ähnliches, also wie
man sich zurechtfindet, wenn man sich in einem anderen Land
befindet. Useful Phrases helfen bei der Orientierung
beziehungsweise beim small talk.
Das Seminar hatte auf jeden Fall seinen Sinn erfüllt und die
Schüler gut auf eine evetuell in der Zukunft anstehende Reise
vorbereitet.
Herr Arne Rüter: Sterne, Planeten und Mythologie
von Michael Gisbrecht

Am Nachthimmel sind unzählige Sterne zu sehen. Um endlich ein wenig über diese zu wissen, lernen die Teilnehmer die Grundlagen von Sonnensystem und Sternenhimmel. Zuallererst wurde das Sonnensystem thematisiert. Danach haben die Schüler über die Sternbilder gesprochen, wie sie benannt und wie sie entdeckt wurden. Dabei wurden auch die alten Geschichten und Mythen erzählt, die sich die Menschen früher erzählt haben. Diese unterscheiden sich natürlich von den naturwissenschaftlichen Erklärungen der heutigen Zeit. Im nächstem Schritt haben die Schüler selber Sternbilder entworfen, wobei auch kreative Ideen wie ein Schalke-Sternbild herauskamen. Zum Schluss sollten Geschichten im Stil der antiken Mythen entworfen werden. Dabei werden die Schüler sicherlich ihre Kreativität für tolle Geschichten nutzen. Diese Kombination aus kreativem Arbeiten und etwas zu lernen, fanden die Schüler auch besonders interessant, als sie das Seminar wählten. Und da sie bekamen, was sie wollten, waren sie auch zufrieden und mit Eifer bei der Sache.



Herr Andreas Veit: Musiksammlung aufräumen
von Joshua Minow

Am Dienstag, dem letzten Tag des ASS, halfen einige Schüler Herrn
Veit dabei, die Musiksammlung aufzuräumen.
Die Schülergruppe, die sich an diesem Tag angemeldet hatte war
relativ groß und ging motiviert an die Sache heran, so dass die
Sammlung schnell ausgeräumt, der Boden gesaugt, die Regale
abgestaubt und das ganze am Ende auch wieder eingeräumt und neu
geordnet war.
Nun bleibt nur zu hoffen, dass die Musiksammlung in diesem Zustand
bleibt und das Seminar nächstes Jahr vielleicht gar nicht
stattfinden muss.


Frau Gabriele Heimann und Frau Ines Krusemark: Römische Modewerkstatt
von Henry Reinecke

Alle scharen sich um eine Nähmaschine. Irgendetwas scheint nicht
richtig zu funktionieren. Als das Problem noch immer nicht gelöst
ist, verteilt man sich dann auf die anderen Maschinen und übt eine
gerade Naht am Papier. Später ist dann das Problem behoben und es
wird nun auch mit Stoff genäht.
Die Schüler mussten ihren eigenen Stoff mitbringen und können nun
alte Bettlaken, Tischdecken und Anderes in Dinge umnähen, die sie
unbedingt haben wollten. Das Ziel des Seminares von Frau Heimann
und Frau Krusemark ist es natürlich, eine römische Tunika zu
schneidern, am Ende des Seminares wird noch eine römische Toga
angelegt. Doch bevor man anfängt draufloszunähen, gibt es noch eine
kleine Kunde in römischer Mode und eine Einführung in die Benutzung
der Nähmaschinen.
Insgesamt war das Seminar interessant, auch wenn Büchertaschen
nicht ganz römisch sind.




Herr Hans-Otto Carmesin: Spieltheorie: Rationale Entscheidungen in Konfliktsituationen
von Luise Kranzhoff

Ist es günstig sich zu streiten oder zu vertragen und wovon hängt
diese Einschätzung ab, wenn man sie mal rational betrachtet? Das
ist die Frage, mit der sich die Schüler am Dienstag im Seminar von
Hans-Otto Carmesin beschäftigen.
Er möchte darin drei Nobelpreise abdecken, hat sich also mal wieder
ein sehr hohes Ziel gesetzt.
In Situationen hat man im einfachsten Fall die Möglichkeiten,
entweder zu kooperieren und sich vor Arbeit zu drücken. Ob es eine
gute oder eine schlechte Idee ist, Arbeit zu verweigern, hängt
davon ab, ob es eine weitere Runde des Spiels gibt. Denn bei einer
weiteren Runde könnte man bestraft werden für das Verhalten in der
vorherigen Runde.
Die Schüler dürfen die Spielregeln verändern, um das rationale
Handeln der Spieler zu beeinflussen. Auch die Wahrscheinlichkeit
spielt bei der Spieltheorie eine Rolle. So kann man berechnen, wie
hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die gegenwärtige Runde die
letzte ist, ein Verweigern also keine negativen Folgen hätte.
Die Spieltheorie lässt sich auf Alltagssituationen in der Schule
übertragen, die Herr Carmesin mit seinen Schülern bespricht. So
kann man sich überlegen, ob man beim Lernen von den Lernzettel
anderer Schüler profitieren will mit dem Risiko, dass diese dann
beim nächsten Mal nicht mehr mit einem zusammenarbeiten wollen.
Bei Bewerbungen muss der Arbeitgeber sich eine Strategie überlegen,
wie er an die persönlichen Informationen, die der Bewerber hat,
kommt. Dabei hat wiederum der Bewerber die Chance, falsch oder gar
nicht zu antworten. Also sind hier zwei Akteure beteiligt.
Diese Modelle beziehen sich nur auf rationale Entscheidungen, die
ja normalerweise auch von emotionalen Faktoren beeinflusst werden.
Vielleicht nehmen die Schüler aus diesem Seminar ein wenig
Erfahrung im Treffen von rationalen Entscheidungen in sozialen
Alltagssituationen mit.
Frau Schwarzenberg: Mehr als nur „Selfies“
Seminar bringt Schülern Porträtfotografie näher
von Julius Kamper

Barack Obama macht sie gerne, genauso wie Modedesigner Karl
Lagerfeld - und das auf der diesjährigen Oscarverleihung
aufgenommene Exemplar der US-amerikansichen Moderatorin und
Komikerin Ellen DeGeneres brach im sozialen Netzwerk Twitter alle
Rekorde: Die Rede ist von „Selfies“. Diese mit der Innenkamera
eines Smartphones aufgenommenen Selbstportraits haben innerhalb
kürzester Zeit das Internet erobert und sind zum Trend geworden.
Frau Schwarzenberg, die das Seminar „Portraitfotografie“ in diesem
Jahr leitet, kann dem Trend wenig abgewinnen, der einer der Gründe
dafür war, warum sie dieses Seminar ins Leben rief. Eine „richtige“
Kamera, egal ob Spiegelreflex-, System- oder kleine Digitalkamera
biete mehr Möglichkeiten als die Kamera eines Smartphones, erklärt
die Kunstlehrerin. Die Schüler sollten lernen, diese zu nutzten und
so andere gut in Szene zu setzten. Aus solchen Aufnahmen könnten
beispielsweise Fotobücher oder andere Erinnerungsstücke werden.
Mit der Fotografie kam Frau Schwarzenberg schon früh in Kontakt.
Als sie elf Jahre alt war hatte sie, angeregt von ihrem Onkel,
einem Hobbyfotografen, das erste mal eine Kamera in der Hand und
begann, einfach drauflos zu fotografieren. Ein Glücksfall, wie sie
heute sagt, denn „man kann nicht früh genug anfangen.“ Seitdem
kamen und gingen viele Kameramodelle und sie probierte von
Landschafts- über Portrait- bis hin zur Schwarz-Weiß-Fotografie
einiges aus, aber ihre Leidenschaft für ihr Hobby blieb die
gleiche.
Hanna, Lena und Sharon nehmen an diesem Dienstag an dem Seminar
teil. Die Siebtklässlerinnen, die vor mehr als einem Jahr die
Fotografie als Hobby für sich entdeckten, stehen im Schulgarten vor
einer Hecke, die als Hintergrund dient, und schauen sich die soeben
geschossenen Fotos an. Manche der Aufnahmen sind ganz gut geworden,
bei anderen sind sie eher skeptisch. Während Sharon und Lena auch
in ihrer Freizeit vor allem Personen porträtieren, fotografiert
Hanna normalerweise eher Landschaften. Doch in diesem Seminar
möchte sie etwas neues ausprobieren und dazulernen, erzählt die
13-Jährige, während sie gerade Lena fotografiert. Das Seminar sei
auf jeden Fall interessant, betonen die drei.
Als nächstes geht es für die Mädchen samt Fotoausrüstung in den
Fahrradkeller. Die mit Graffiti besprühten Wände bieten einen
interessanten und abwechslungsreichen Hintergrund. Dieser spielt
der in der Porträtfotografie eine wichtige Rolle. Um den Schülern
auch die anderen technischen Finessen bei der Fotografie von
Personen näher zu bringen hat Frau Schwarzenberg einen Handzettel
zusammengestellt. Dort werden Fragen rund um die Personenfotografie
beantwortet: Wie muss ich die Kamera einstellen? Was muss ich bei
der Perspektive beachten? Und woher muss das Licht kommen? Lena,
Sharon und Hanna experimentieren derweil im Fahrradkeller mit den
Einstellungen und dem Licht. Nicht alles funktioniert, manche Fotos
sind zu hell, andere zu dunkel. Doch auch Fehler seinen gut,
erklärt Frau Schwarzenberg: „Durch sie lernt man dazu.“










Herr Dr. Schneider:„Bratwurscht!“
In der Mensa wird eifrig gewerkelt
von Melina Umland und Adriana Dinter

Wenn man so darüber nachdenkt, wird heute in der Mensa keine
einzige Wurst gebraten. Die 10l2 ist heute unter Herr Schneiders
fachkundiger, bayrischer Leitung damit beschäftigt, angebliche
Bratwürste zu testen. Wie stellt man sie her? Wie schmecken sie am
besten? Gegrillt oder geräuchert? Mit oder ohne Meerrettich?
Fragen, auf die die Menschheit dringend Antworten benötigt.
Hauptsächlich benötigt zwar Reza darauf Antworten, denn er hat das
Seminar vorgeschlagen und seinen Lehrer zu dieser Idee gebracht.
Um die Bratwurst in ihrer Gänze zu verstehen wird sie vom kleinsten
Fleischbröckchen bis hin zu den einzelnen Gewürzkörnern selbst
hergestellt! Sie nehmen all diese Mühe und Arbeit auf sich, um die
Struktur zu verstehen und zu begreifen, wie sich ihr Geschmack
zusammensetzt. Woher kommt die „Bratwurscht“?
Alles über die Bratwurst wird die Öffentlichkeit jedoch nie
erfahren dürfen, Herr Schneiders geheimes Gewürzmischungsrezept
wird sorgfältig vor unserer Kamera geschützt.
Endgültig getestet werden soll die geschmackliche Qualität von: 1.
gegrillten Bratwürsten mit Sauerkraut und Meerrettich, 2. gekochten
sauren Bratwürsten und 3. geräucherten Bratwürsten.
Wir sind sehr gespannt auf das Endergebnis des Geschmackstests,
denn bis jetzt riecht keiner der Bratwurstversuche wirklich
appetitanregend.
Als wir das zweite Mal die Mensa betreten, riecht es nicht mehr
ganz so schlimm und die Bratwürste sind in ihrer Rohform fertig.
Dafür sieht es nicht mehr appetitlich aus und um die Würste zu
erkennen braucht man etwas Fantasie und das Hintergrundwissen, dass
es Bratwürste sind. Allerdings muss man erwähnen, dass die bis
jetzt entstanden Anfänge des Kartoffelsalats in einer wirklich
gigantischen Schüssel ziemlich lecker aussehen.
Zu allerletzt hörten wir uns noch die Meinungen über den Geschmack
der Würstchen an. Diese gingen auseinander, allerdings hat jedem
irgendetwas geschmeckt, auch wenn die Würstchen aufgrund
technischer Probleme gebraten und nicht gegrillt worden sind.




Frau Klause und Frau Biermann: Der „neue“ Schulgarten
von Melina Umland und Adriana Dinter

Zum Erstaunen von Frau Klause und Frau Biermann meldeten diesen
Dienstag über dreißig Schüler aller Jahrgangsstufen an, um nach
Frau Schönings Vorgaben den Schulgarten umzugraben, das Unkraut zu
dezimieren und Teich zu entrümpeln.
Mit einer Menge Tatendrang, den die verblüfften Lehrerinnen mit
einer Aufforderung zur Pause ausbremsen mussten, wurde der
Schulgarten wieder auf Vordermann gebracht.
Nachdem was wir gesehen haben, werden heute Abend alle gut
schlafen!




Frau Lorenzen: Kunst für den E-Bau
Monster. Viele Kleine Monster.
von Melina Umland und Adriana Dinter

Die Schüler malen eifrig - EGAL wo!
Als wir den Kunstraum betreten, riecht es mehr als sonst nach
frischer Farbe. Die erste Leinwand, die wird gerade weiß angemalt.
Jemand plädiert auf einen leichten Grauton. Außerdem meint
derjenige, beim Verlassen des Raumes, einen leichten Rosé-Stich
gesehen zu haben.
Auf der nächsten Leinwand, der wir uns zuwenden, sehen wir Monster.
Kleine, schwarze, kaninchenartige Monster, die - wie wir im
Nachhinein erfahren - aus dem Pinsel von Frau Örtel stammen. Genau,
wie einige der Vorschläge von mindestens fünf Klassen werden Teile
ihre Skizzen auf Leinwänden verewigt, um später den langweiligen,
monoton weißen Wänden des E-Baus mit den fröhlichen Pop-Art-,
Graffiti- und Cartoon-Motiven Leben einzuhauchen.
Bereits seit etwa einem Jahr sind die Leinwände zur Verschönerung
des Neubaus bereitgestellt und warten auf kreative Schüler, die sie
mit Farbe vollklatschen! Frau Lorenzen hatte ursprünglich geplant,
dafür einen Leistungskurs aus dem elften Jahrgang einzusetzen. Dies
scheiterte jedoch an der straffen Zeitplanung des vorgegebenen
Unterrichtsstoffes. Deshalb beschloss sie, die Gestaltung des
E-Baus in das ASS zu verlegen, wobei sie von Referendaren und
Schülern unterstützt wird.

Vor der weißen Leinwand, war die Skizze!
An den Werken selbst wechseln die gestaltenden Schüler allerdings
kontinuierlich – manche sind nur einen Tag da, andere vier. Die
meisten sind jedoch der Ausschreibung folgend künstlerisch begabt
und interessiert. Davon scheint es an unserer Schule sehr viele zu
geben – der Kurs mit 15 möglichen Teilnehmern war jeden Tag mit
Anmeldungen weit überfüllt. Sie wollen sich verewigen, künstlerisch
ausdrücken oder haben auch einfach nichts besseres gefunden. Ob die
Werke jedoch für die Ewigkeiten halten werden, ist fragwürdig, da
die Farben problemlos übermalt werden können und man darauf Neues
erschaffen kann.
Einige der Bilder werden allerdings teilweise klassisch mit dem
Pinsel gemalt, sie bleiben schwarz-weiß und werden an die
Graffitiabteilung weitergereicht. Dort wurde am frühen Morgen erst
noch eifrig geübt, bevor es bitterernst wurde. Nervös beginnen die
Schüler zu sprayen, kein Strich auf der mühevollen und
zeitintensiven Vorarbeit darf falsch sein.
Am Ende des Tage sind wieder einige Bilder zur Verzierung des noch
unangetasteten E-Baus fertig und auch morgen wird die Arbeit wieder
weitergehen.
Autorenanmerkung:
Da wir uns gerade die Fotos der bereits recht fortgeschrittenen
Kunstwerke angeschaut haben, kommt uns unser Artikel ziemlich...
farblos vor. Wir hoffen er gefällt trotzdem irgendjemanden.

Eine weiße Leinwand,...

...die sich noch zu einem Kunstwerk mausert.

Einige der wenigen bunten Monster,...

...denen aber trotzdem noch etwas grau zugefügt wird.

Auch wurden aus mehreren Vorlagen neue Bilder zusammengesetzt,..

...die sich im Laufe des Tages prächtig entwickeln.

Kindheitshelden finden ihren Platz.

Kleine, schwarze Monster, die erwartungsvoll in die noch leere
Mitte blicken.

Bevor die Mitte gefüllt wird, werden die Monsterchen mit einem
improvisierten Sprayschirm geschützt.

Vorsichtig wird angefangen: "Ich bin irgendwie mit der
Gesamtsituation unzufrieden."

Die ersten Linien stehen und noch ist nichts von der Vorarbeit kaputt gemacht.

So wie die Übungen soll das Bild später einmal aussehen.

Die Schüler arbeiten fleißig... für... den E-Bau...

Auch Schülerskizzen wurden verwendet.

Am Ende hat sich die harte Arbeit definitiv gelohnt.


