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  1. 2014

Posaune ist „sein“ Instrument

von Julius Kamper

so erschienen im Stader Tageblatt am 27.09.2014


Auftritte vor vielen Leuten sind für Gregor Garitz keine Seltenheit mehr. Seit mehr als fünf Jahren spielt der 14-Jährige nun schon Posaune – zuerst in der Musikklasse, später auch als festes Mitglied im Blasorchester in Himmelpforten. Proben und Auftritte sind für ihn zum Teil seines Alltags geworden, wobei letztere nicht immer pannenfrei ablaufen.

Es war der Probentag für die neuen Musikklassen am Athenaeum in Stade, an dem Gregor zum ersten Mal das Instrument in der Hand hielt, mit dem er die nächsten Jahre spielen sollte. Nachdem er als angehender Fünftklässler alle Blasinstrumente einmal ausprobiert hatte, standen nur noch Saxophon und Posaune in der engeren Auswahl. „Weil ich schon damals ziemlich groß für mein Alter war, habe ich mich für die Posaune entschieden“, erklärt der Jugendliche aus Grünendeich. Die Körpergröße sei beim Spielen dieses Instruments nämlich ein wichtiger Faktor: Je größer der Musiker, desto besser könne er die Posaune mit dem langen Zug spielen. Seitdem widmet der 14-Jährige mehrere Stunden in der Woche „seinem“ Instrument.

Neben dem Unterricht in der Musikklasse und bei seinem Posaunenlehrer spielt Gregor seit einiger Zeit auch im Blasorchester in Himmelpforten. Trotz der zusätzlichen Übungsstunden habe er den Eintritt in dieses Orchester nicht bereut, erzählt der Schüler. Denn dort werden auch moderne Lieder geübt, bei denen er die Melodie spielen darf. Eine Seltenheit, denn bei klassischen Stücken taucht die Posaune in der Regel nur in der Begleitstimme auf. Mit dem Blasorchester kam bei ihm eine neue Begeisterung für sein Instrument auf.

Besonders viel Spaß machten Gregor die Projekte, an denen er im Laufe seiner musikalischen Laufbahn mitgearbeitet hat. In der fünften Klasse nahm er auf Initiative seiner Musiklehrerin zusammen mit seiner Klasse am Projekt „Gezeiten“ in Cuxhaven teil. Zwischen den vielen anderen Gruppen aus dem Umkreis, die das Konzert mitgestalteten, hatten die damaligen Fünftklässler ihren ersten großen Auftritt. Der Klasse habe das Projekt damals überhaupt nicht gefallen, erzählt der Zehntklässler, aber rückblickend gesehen sei „Gezeiten“ eine tolle Erfahrung gewesen.
Auch an das erste Jahreskonzert mit dem Blasorchester Himmelpforten erinnert sich Gregor gerne zurück. Nach vielen Probestunden und langer Vorbereitungszeit gab er mit dem Orchester schließlich in einer großen Halle ein langes Konzert, das beim Publikum gut ankam. Solche Highlights gefallen ihm am meisten: „Man kann sehen, was man geschafft hat.“

Bei solchen Konzerten kommen Missgeschicke wie ein verpasster Einsatz zwar hin und wieder mal vor, von größeren Pannen bei Auftritten sei er bisher allerdings größtenteils verschont geblieben, erzählt der 14-Jährige. Nur einmal, als er mit seiner Klasse auf dem Stader Weihnachtsmarkt spielte, lief etwas schief: Mitten im Stück fiel ihm der Zug aus der Posaune, und während seine Klassenkameraden weiterspielten, musste er vor den Augen der Zuschauer versuchen, sein Instrument wieder zusammenzubauen. „Das passiert einem aber nur einmal, und dann nie wieder“, sagt Gregor mit einem Lachen.

Allein durch die Stunden in der Klasse, mit dem Lehrer und dem Orchester übt Gregor über sechs Stunden wöchentlich. Hinzu kommt die Zeit, in der er zu Hause spielt. Da die Proben aber am Abend und in der Schulzeit stattfinden, sei es kein Problem, das Posaunenspielen mit seinen anderen Hobbys und der Schule zu vereinbaren. Allerdings musste er das Klavierspielen, mit dem er in der Grundschule angefangen hatte, in der sechsten Klasse aufgeben: „Irgendwann wurde es einfach zu viel.“

Obwohl Gregor schon bei vielen Projekten mitgewirkt hat und auf Einladung sogar als einer der Jüngsten im Symphonieorchester in Stade als Bass-Posaunist mitspielte, hat er sich keine großen Ziele gesetzt: „Ich spiele Posaune, weil es mir Spaß macht.“

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