Auftritte vor vielen Leuten sind für Gregor Garitz keine Seltenheit
mehr. Seit mehr als fünf Jahren spielt der 14-Jährige nun schon
Posaune – zuerst in der Musikklasse, später auch als festes
Mitglied im Blasorchester in Himmelpforten. Proben und Auftritte
sind für ihn zum Teil seines Alltags geworden, wobei letztere nicht
immer pannenfrei ablaufen.
Es war der Probentag für die neuen Musikklassen am Athenaeum in
Stade, an dem Gregor zum ersten Mal das Instrument in der Hand
hielt, mit dem er die nächsten Jahre spielen sollte. Nachdem er als
angehender Fünftklässler alle Blasinstrumente einmal ausprobiert
hatte, standen nur noch Saxophon und Posaune in der engeren
Auswahl. „Weil ich schon damals ziemlich groß für mein Alter war,
habe ich mich für die Posaune entschieden“, erklärt der Jugendliche
aus Grünendeich. Die Körpergröße sei beim Spielen dieses
Instruments nämlich ein wichtiger Faktor: Je größer der Musiker,
desto besser könne er die Posaune mit dem langen Zug spielen.
Seitdem widmet der 14-Jährige mehrere Stunden in der Woche „seinem“
Instrument.
Neben dem Unterricht in der Musikklasse und bei seinem
Posaunenlehrer spielt Gregor seit einiger Zeit auch im
Blasorchester in Himmelpforten. Trotz der zusätzlichen
Übungsstunden habe er den Eintritt in dieses Orchester nicht
bereut, erzählt der Schüler. Denn dort werden auch moderne Lieder
geübt, bei denen er die Melodie spielen darf. Eine Seltenheit, denn
bei klassischen Stücken taucht die Posaune in der Regel nur in der
Begleitstimme auf. Mit dem Blasorchester kam bei ihm eine neue
Begeisterung für sein Instrument auf.
Besonders viel Spaß machten Gregor die Projekte, an denen er im
Laufe seiner musikalischen Laufbahn mitgearbeitet hat. In der
fünften Klasse nahm er auf Initiative seiner Musiklehrerin zusammen
mit seiner Klasse am Projekt „Gezeiten“ in Cuxhaven teil. Zwischen
den vielen anderen Gruppen aus dem Umkreis, die das Konzert
mitgestalteten, hatten die damaligen Fünftklässler ihren ersten
großen Auftritt. Der Klasse habe das Projekt damals überhaupt nicht
gefallen, erzählt der Zehntklässler, aber rückblickend gesehen sei
„Gezeiten“ eine tolle Erfahrung gewesen.
Auch an das erste Jahreskonzert mit dem Blasorchester Himmelpforten
erinnert sich Gregor gerne zurück. Nach vielen Probestunden und
langer Vorbereitungszeit gab er mit dem Orchester schließlich in
einer großen Halle ein langes Konzert, das beim Publikum gut ankam.
Solche Highlights gefallen ihm am meisten: „Man kann sehen, was man
geschafft hat.“
Bei solchen Konzerten kommen Missgeschicke wie ein verpasster
Einsatz zwar hin und wieder mal vor, von größeren Pannen bei
Auftritten sei er bisher allerdings größtenteils verschont
geblieben, erzählt der 14-Jährige. Nur einmal, als er mit seiner
Klasse auf dem Stader Weihnachtsmarkt spielte, lief etwas schief:
Mitten im Stück fiel ihm der Zug aus der Posaune, und während seine
Klassenkameraden weiterspielten, musste er vor den Augen der
Zuschauer versuchen, sein Instrument wieder zusammenzubauen. „Das
passiert einem aber nur einmal, und dann nie wieder“, sagt Gregor
mit einem Lachen.
Allein durch die Stunden in der Klasse, mit dem Lehrer und dem
Orchester übt Gregor über sechs Stunden wöchentlich. Hinzu kommt
die Zeit, in der er zu Hause spielt. Da die Proben aber am Abend
und in der Schulzeit stattfinden, sei es kein Problem, das
Posaunenspielen mit seinen anderen Hobbys und der Schule zu
vereinbaren. Allerdings musste er das Klavierspielen, mit dem er in
der Grundschule angefangen hatte, in der sechsten Klasse aufgeben:
„Irgendwann wurde es einfach zu viel.“
Obwohl Gregor schon bei vielen Projekten mitgewirkt hat und auf
Einladung sogar als einer der Jüngsten im Symphonieorchester in
Stade als Bass-Posaunist mitspielte, hat er sich keine großen Ziele
gesetzt: „Ich spiele Posaune, weil es mir Spaß macht.“
Posaune ist „sein“ Instrument
von Julius Kamper
so erschienen im Stader Tageblatt am 27.09.2014



