Fahrradfahrer haben keine Knautschzone. Wenn sie mit jemandem
zusammenstoßen, können sie schnell schwere Verletzungen erleiden.
Dazu kommt, dass andere Verkehrsteilnehmer die schmale Silhouette
von Radfahrern leicht übersehen können. Wichtig ist es daher, dass
die Biker nicht nur vorausschauend sondern auch verkehrsgemäß auf
den für sie bestimmten Wegen fahren. Licht und Bremsen müssen
einwandfrei funktionieren.
Regelmäßig geht die Stader Polizei zu Schulen, um dort die
„Drahtesel“ auf Verkehrssicherheit zu überprüfen und um auf
Gefahren hinzuweisen. Am Mittwochmorgen hatten sich Beamte und
Vorstandmitglieder der Stader Verkehrswacht vor dem Athenaeum zu
einer Kontrolle postiert. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: etwa 50
Fahrräder mussten nachgebessert werden. Und das passierte gleich
vor Ort. Fahrradmonteur Matthias Kerst und sein Auszubildender Axel
Behrens stellten zu schwache Bremsen nach, wechselten Glühbirnen
aus und zogen Kabelverbindungen nach. Oft mussten Rückstrahler
erneuert werden.
Ohne Licht und Bremsen geht nicht
so erschienen im Stader Tageblatt am 20.11.14

Schulbeginn einmal anders: Die Polizei überprüfte am Mittwoch die Fahrräder der Schüler des Stader Athenaeums. Mitarbeiterin Karin Licht-Porth (Mitte) notiert die Namen der Radler, deren Zweiräder Mängel aufwiesen und schickte sie zur Werkstatt auf dem Schulhof, wo die leichten Mängel sofort behoben wurden. Fotos Kordländer

Fahrradmonteur Matthias Kerst (rechts) und Auszubildender Axel Behrens behoben gleich nach der Kontrolle im Fahrradkeller des Stader Gymnasiums leichte Mängel an den „Drahteseln“. Glühbirnen mussten ausgetauscht, Kabel neu verbunden und Bremsen nachgestellt werden.
Für die Biker war das kostenfrei. Denn der Landkreis Stade förderte
die Aktion finanziell mit Buß- und Strafgeldern aus der
Geschwindigkeitskontrolle. Die Jugendlichen nahmen die Aktion
gelassen und auch mit einem Schmunzeln hin. „Cool“ also, wie es in
ihrem Sprachjargon heißt.
"Das Ergebnis ist bei etwa 15 Prozent Mängeln an den kontrollierten
Fahrrädern noch relativ gut“, stellte Einsatzleiter Johann
Schlichtmann von der Verfügungseinheit der Stader Polizeiinspektion
fest. „Wir mussten diesmal keine Fahrräder aus dem Verkehr ziehen.“
Der Beamte stellte allerdings fest, dass viele der jungen
Fahrradfahrer das durch blaue Gebots-Schilder kenntlich gemachte
Rechtsfahrgebot für Fahrradfahrer missachteten. „Der Radfahrer hat
nicht die Wahl, ob er auf der Straße oder auf dem linken oder
rechten Radweg fährt“, so Schlichtmann. Bei Verstößen können hohe
Bußgelder von bis zu 55 Euro fällig werden. Die Polizei wird
zukünftig verstärkt auf diese Zuwiderhandlungen achten und bei
Verstößen Bußgelder erheben. Das gleiche gilt auch, wenn das Licht
hinten oder vorne nicht einwandfrei brennt oder die Bremsen nicht
richtig eingestellt sind. Radfahren ist gesund. Und damit das auch
so bleibt, sind die Spielregeln im Straßenverkehr zu beachten. Denn
Radfahren gilt als vergleichsweise ungefährliche Art, unterwegs zu
sein.
Wie Schlichtmann mitteilte, seien die Bußgelder für Radfahrer bei
Verstößen erhöht worden. Er appelliert an Eltern, regelmäßig einen
Blick auf die Sicherheit der Fahrräder ihrer Kinder zu werfen.


