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  1. 2014

Eine Flaschenpost aus dem Krieg:
Die Friedensbotschaft von Fiquelmont

von Maike Mayer

„Der erste Weltkrieg ist aktueller denn je.“ Immer wieder betont Jan Effinger von der deutschen Kriegsgräberfürsorge, die dem Athenaeum diese Ausstellung zur Verfügung stellt, in seiner Eröffnungsrede die Gegenwärtigkeit und Aktualität dieses Themas. Viele Konflikte, die gegenwärtig die Welt erschüttern, hätten ihre Wurzeln im ersten Weltkrieg, so beispielsweise der Krieg im Nahen Osten oder auch der Ukrainekonflikt. Auf drei Stellwänden wird anschaulich und reich bebildert über die Geschichte des ersten Weltkrieges berichtet. Die Ausstellung, die im Athenaeum noch bis zum 5. Dezember zur Verfügung steht, geht auf den Ausbruch, den Verlauf und die Nachkriegszeit sowie auf die europäischen Staaten und das Leben der Menschen während dieser Zeit ein.

Im Zusammenhang mit dieser Ausstellung fand am 27.11. 2014 der Vortrag „Europa und der 1. Weltkrieg – die Friedensbotschaft von Fiquelmont“ statt.
Im Jahr 1981 entdeckt Fernand Boulanger bei Bauarbeiten auf dem Dachboden seines Bauernhofes im französischen Fiquelmont ein angelaufenes kleines Schnapsfläschchen. Die Flasche ist alt und lässt sich auf normalem Wege nicht öffnen, so dass er ein Stück Glas herausbricht. Zum Vorschein kommt ein für ihn unlesbares Stück Papier, doch er hat die richtige Vermutung: Diese Flasche wurde von den deutschen Soldaten, die sich während des ersten Weltkrieges auf dem Bauernhof aufhielten, dort hinterlassen. Schließlich gelangt das Papier in die Hände von Spezialisten der französischen Luftwaffe, die eine beeindruckende Friedensbotschaft entziffern. In der am 17. Juli 1916 geschriebenen Botschaft drücken die 6 Soldaten den damals noch sehr ungewöhnlichen Wunsch nach einem geeinten Europa aus. Nur dies könne dauerhaft für Wohlstand und Frieden sorgen.

Diese Botschaft entstand als Abschied von dem Bauernhof. Das Husarenregiment wird versetzt, wohin sie kommen, wissen die Soldaten nicht. „Vielleicht braucht das Monster Militär neue Opfer“, so schreiben sie in ihrer Flaschenpost. Gemeint ist die Schlacht von Verdun. Obwohl die Deutschen diese Stadt von drei Seiten auf einmal angriffen, war bereits vor dem Angriff klar, dass Verdun aufgrund seiner erstklassigen Verteidigungsanlagen nur unter hohen Verlusten auf beiden Seiten einzunehmen war. Durch neue Waffen wie Maschinengewehre, Flammenwerfer und Chlorgasangriffe fallen hier in 5 Monaten 200.000 Soldaten. Nur vier Kilometer konnte die deutsche Armee während dieser Zeit erobern.

Lebhaft erzählt Ingo Espenschied, der gemeinsam mit seinem französischem Kollegen Richard Stock die Präsentation entwickelt hat, mit Hilfe der Friedensbotschaft von Fiquelmont die Geschichte des ersten Weltkrieges. Eindrucksvoll begleitet wird sein Vortrag von der großen Kinoleinwand, die ständig mit unterstützenden Bildern gefüllt ist. Diese Bilder sowie Tonaufnahmen und Videos werden häufig in den Vortrag mit eingebunden, ohne dass das Ganze unpassend wirkt. Vom Bauernhof in Lothringen nimmt einen der Vortrag mit ins Europa vor dem Weltkrieg, in die Schlacht von Verdun und schließlich auch ins Nachkriegsdeutschland von den ersten europäischen Ideen über den zweiten Weltkrieg zur Gründung der Europäischen Union und schließlich zu den zentralen Gedenkfeierlichkeiten zum Ausbruch des ersten Weltkrieges, die in diesem Jahr stattfanden. Hier schließt sich der Kreis zu der Flaschenpost, die die Husaren ihm vor rund hundert Jahren in Fiquelmont hinterließen: Der französische Präsident Holland setzt sie ans Ende seiner Rede bei den zentralen Gedenkfeierlichkeiten zum Beginn des ersten Weltkrieg. Damit endet auch der Vortrag.
Die Reaktionen der Schüler fallen überwiegend positiv aus, einzig zum Ende sei die Erzählung für sie etwas langatmig gewesen, größtenteils aber interessant und anschaulich. Hat man den Vortrag verpasst, besteht noch bis zum 5. Dezember die Möglichkeit sich die Ausstellung im Forum anzusehen.

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