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  1. 2014

Athenaer erkunden die Welt:
Rieke Heitmann genießt die Zeit in Kanada

von Luise Kranzhoff

Warum sie sich für dieses Land entschieden hat? Dafür gibt es viele Gründe: Zum einen sollte die Landschaft beeindruckend sein, die Leute nett, das Schulsystem entspannt. Viel mehr Erwartungen hatte Rieke Heitmann nicht, als sie sich dieses Jahr Anfang September nach Klasse 10 auf die große Reise machte. Natürlich verspricht sie sich außerdem, ein exzellentes Englisch zu sprechen, wenn sie wiederkommt.

Die ersten Eindrucke überzeugten sie sofort: Die Berge überall, das Englisch, was gar nicht so schwer zu verstehen war. Alles erschien einfacher und der Start war trotz kleinem Jetlag sehr entspannt, immerhin streikten die Lehrer ihrer Schule und sie hatte Zeit, sich einzugewöhnen, die Gastfamilie und die Gegend kennen zu lernen.
Schon in der Anfangszeit fielen ihr viele Besonderheiten auf: So ist es – anders als bei uns – in Kanada üblich, zu jeder Gelegenheit Smalltalk zu führen. Auch das Schulsystem war ganz anders und ihrer Meinung viel besser als unseres. Es wird viel Auto gefahren und es gibt kaum Züge.

Ihre Gastfamilie ist ein etwas älteres Ehepaar. Ken, der Gastvater, ist oft nicht da, aber Marion kümmert sich um Rieke. Sie essen gemeinsam, unternehmen viel und haben auch schon Ausflüge in die USA gemacht.
Die Wochenenden sind vollgestopft mit Programm: Rieke unternimmt viel mit Freunden oder der Tochter und dem Enkelkind ihrer Gastfamilie, Farrah und Brocklyn. Gerade zu dieser Zeit ergeben sich auch viele saisonale Aktivitäten. So konnte Rieke zum Beispiel ein Lebkuchenhaus bauen und freut sich schon auf das Baumschmücken, das demnächst ansteht.

In der Schule ist sie von mündlichen Noten erlöst. Es werden nur sogenannte Assessments, also abgegebene schriftliche Leistungen wie Hausaufgaben oder Mitschriften im Unterricht benotet. Pro Halbjahr gibt es vier Fächer, der Stundenplan wechselt wöchentlich und die Clubs, die in etwa unseren AGs entsprechen, nehmen eine größere Rolle ein als bei uns. Rieke versucht sich in Culture und Archery (Bogenschießen). Begeistert berichtet sie, man könne so viel machen und sie habe noch zu vielen anderen Aktivitäten Lust. Besonders freut sie sich allerdings auf das Skifahren. In Kanada ist es ziemlich schlagartig Winter geworden, wodurch auch der Schulweg zum Teil bei Eis und Schnee problematisch wird.

Und natürlich wird man in einem fremden Land auch mit Vorurteilen konfrontiert: Deutschland ist bekannt für sein Bier und die Sprache hört sich wütend und abgehackt an, behaupten jedenfalls die Kanadier. Und das Wichtigste ist: Deutschland ist gleichbedeutend mit Bayern.

Die Begeisterung über dieses Land ist groß, aber natürlich vermisst Rieke Familie, Freunde und vor allem, dass man auch alleine überall hinkommt.
Wenn sie wiederkommt, wird sie viele Geschichten zu erzählen haben. Schon jetzt erzählt sie lebhaft von einem Bär, der sich nächtlich am Müll zu schaffen macht, den deutschen Austauschschülern, die nach Hause geschickt werden, weil sie sich zunutze machen, dass man so leicht an Drogen kommt, zahlreichen Ausflügen in die USA und den klischeehaften Schulbussen...

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