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  1. 2014

Austauschschüler am Athenaeum, z. B. Asnate und McKenna:

Unsere Schule ist wie in jedem Jahr ein Anlaufpunkt für eine recht große Zahl von Austauschschülern aus aller Welt. In diesem Schuljahr treffen sich hier junge Menschen aus Lettland, den USA, Mexiko, Taiwan und Argentinien. Sie alle sind Teil einer Klassen- oder Kursgemeinschaft in den Jahrgängen 10 bis 12. Sicher sind schon viele Mitschüler ihnen begegnet. Hier gibt es nun die Möglichkeit noch mehr über sie zu erfahren. Die Jugendreporter haben sie zum Interview geladen. Aber natürlich ist ein persönliches Gespräch auf dem Schulhof noch besser - traut euch…

Asnate Else - eine Lettin im „winterwarmen“ Deutschland

Asnate kommt aus Lettland, ist 17 Jahre alt und liebt Deutschland. Im Moment besucht sie die 11. Klasse des Athenaeums. Am 10. August machte sie sich aus ihrer Heimatstadt mit dem Namen Valmiera, die im Norden des Landes liegt, auf den Weg nach Hamburg, um dort ein einwöchiges Orientierungsseminar zu besuchen. Hamburg machte sofort großen Eindruck auf sie; immerhin hat die Stadt fast so viele Einwohner wie ganz Lettland und das Shoppen macht besonders viel Spaß.
Jetzt wohnt Asnate bis zum 3. Juli 2015 in Neuenkirchen. Mit klaren Vorstellungen, was ihre Zukunft betrifft, kam sie nach Deutschland: Sie möchte das Abitur bestehen, dabei ihr Deutsches Sprachdiplom machen und danach in Köln Sport oder Tanzchoreografie studieren. Deutsch ist sowieso ihre bevorzugte Sprache. Daher lernt sie es auch in der Schule in Lettland. Die derzeitige Lektüre in Deutschland gefällt ihr nicht, das Fach findet sie aber allgemein auch hier sehr interessant.
Das Schulsystem hier unterscheidet sich sehr von dem in ihrem Heimatland. So gibt es dort 17 Fächer; sie besucht eine Ganztagsschule, die täglich neun bis zehn Stunden dauert. Der Unterricht ist anders gestaltet als bei uns: Die Schüler schreiben nur von der Tafel ab, bei uns gibt es eine Art Unterrichtsgespräch. Die Umstellung auf mündliche Beteiligung findet Asnate zwar schwierig, aber das System gefällt ihr sehr gut. Klausuren werden in Lettland alle zwei Wochen geschrieben, sind dafür aber viel kürzer.
Hier fällt ihr das Fach Chemie besonders schwer. Physik, Chemie und Biologie sind in Lettland in dem Fach Naturwissenschaften zusammengefasst, nehmen also keine so große Rolle ein. Auch wenn ihr Mathematik nicht viel Spaß macht, so hat sie doch einen Vorteil: In Lettland benutzt man in der Schule keinen Taschenrechner. Das von vielen deutschen Schüler gefürchtete Kopfrechnen ist für Asnate also kein Problem.
Als sie hier ankam, stellte sie erst einmal fest, dass das in Lettland allgemein verbreitete Klischee vom pünktlichen und ordentlichen Deutschen nicht zutrifft, jedenfalls nicht unbedingt auf Stader. Dafür sind die Athenaer ihrer Ansicht nach freundlicher als die lettischen Schüler, die sie kennt. Von allen Seiten werde man angesprochen, meint Asnate
Eine besondere Situation ist für sie, dass sie in Deutschland fünf Gastgeschwister hat und zu Hause in Lettland ein Einzelkind ist. Mit ihrer Gastfamilie war sie dieses Jahr schon zweimal im Urlaub: in Polen und in Ägypten. Ansonsten trifft sie sich oft mit Freunden, wobei sie mit den anderen Gastschülern eher weniger unternimmt und die meisten auch bis jetzt gar nicht kennt. Mehrere Konzerte hat sie schon besucht. Eine Gastschwester spielt im Orchester mit, daher hat sich Asnate das Konzert in der Kirche angehört.
Selber ist sie auch musikalisch. Seit sieben Jahren spielt sie Klavier und übt sich in verschiedenen Arten des Tanzens: Von Volkstanz bis Cheerleading hat sie vieles ausprobiert. Außerdem singt sie im Chor.
Weihnachten wird in Lettland eigentlich genauso gefeiert wie in Deutschland, aber im Winter ist es dort wesentlich kälter. Wir frieren und jammern, wenn die Temperatur knapp unter den Nullpunkt sinkt; Asnate ist -20 bis -30°C gewohnt.
Interview: Luise Kranzhoff und Henry Reinecke

McKenna Parker - eine Amerikanerin , die sich auf deutsche Weihnachten freut

Eigentlich hatte McKenna gar nicht geplant, als Austauschschülerin zu uns nach Deutschland zu kommen. Doch dann wurde sie von der Familie einer deutschen Schülerin gefragt, welche in Utah bei McKenna auch ein Auslandsjahr verlebt hatte, ob sie nicht auch gerne mal hierher kommen würde. McKennas Mutter freute sich über das Angebot und den Auslandsaufenthalt ihrer Tochter in Deutschland, wohingegen ihr Vater vorher noch etwas abgeneigt war, dass seine einzige Tochter für ein halbes Jahr nach Deutschland gehen sollte.
In den USA hat McKenna drei ältere Brüder, zwei Hunde, vier Pferde und jede Menge Freunde, welche sie neben ihrer Familie natürlich sehr vermisst.
Viele Erwartungen hatte die Siebzehnjährige nicht an Deutschland, einzig dass die Schule schwer sein würde. Außerdem dachte sie, dass auch hier im Norden jeder mal in der Freizeit eine Lederhose trägt. Anscheinend ist das Klischee, Bayern sei Deutschland, immer noch weit verbreitet. Ihre Erwartungen die Schule betreffend haben sich anscheinend bestätigt, denn sie berichtet, sie sei sehr verwundert, dass wir hier in Deutschland so intensiv Englisch lernen, es sei wie normaler Englischunterricht in ihrer US-amerikanischen Heimat, und selbst sie hätte hier manchmal Schwierigkeiten beim Englischunterricht. Dafür findet sie aber den deutschen Akzent im englischen sehr witzig.
Auch gab es viele Erfahrungen, welche sie vorher gar nicht erwartet hatte, z.B. das es in Deutschland viel mehr Regeln gebe und man unter anderem nicht einfach so „mit einer Pistole auf dem Feld herum schießen“ könne, wie es bei ihr auf dem Land möglich ist. Oder auch, dass Jugendliche hier schon ein- bis zweijährige Beziehungen miteinander führten, wohingegen in den USA schon ein paar Monate eine lange Beziehung darstellten. Bei den Amerikanern sind die uns aus den Highschool-Filmen bekannten „Dates“, bei denen der Junge das Mädchen abholt und sie zusammen essen gehen, sehr viel wichtiger.
McKenna unternimmt viel mit ihrer Tauschfamilie und freut sich schon sehr auf ein gemeinsames Weihnachtsfest. Frohe Weihnachten!
Interview: Adriana Dinter und Melina Umland

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