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  1. 2014

Viel Geld für den guten Zweck

von Julius Kamper

Sogar die „richtige“ Presse vom Stader Tageblatt ist am letzten Freitagmorgen vor den Weihnachtsferien ins Athenaeum gekommen, um von der Übergabe der Spenden an den gemeinnützigen Verein „Kindern Gutes tun“, kurz zu KiGuTu, zu berichten. Schließlich ist die Summe, um die es geht, nicht gerade klein: Über 5000 Euro wurden am sozialen Tag im letzten Sommer gesammelt, die KiGuTu nun zugute kommen.
„Kinder sind das schwächste Glied unserer Gesellschaft und noch nie war die Kinderarmut in Deutschland so groß wie heute. Kinder haben aber ein großes Potential, das geweckt und gefördert werden will. Darum lohnt es sich, in Kinder zu investieren“; mit diesen drei Sätzen beschreibt KiGuTu auf seiner Homepage, worauf es dem Verein bei seiner Arbeit ankommt. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die soziale Integration benachteiligter Kinder zu fördern und so einen Beitrag zur Bekämpfung der Kinderarmut zu leisten.
„Jedes Kind ist willkommen“, sagt Stefanie Andreas, die zusammen mit ihrem Mann Uwe schon bei der Gründung des Vereins vor inzwischen sechs Jahren dabei war. Das kostenlose Angebot stehe für alle Kinder offen, unabhängig von Religion, Herkunft oder Einkommen der Eltern. Im Gegensatz zur leistungsorientierten Schule, die bei den Kindern immer wieder für Frusterlebnisse sorgt, soll der Verein ein Ort sein, an dem sie sich ohne Leistungsdruck wohlfühlen können. Dabei ist KiGuTu nicht nur für Kinder da: Nicht selten kommen auch Eltern auf die Mitarbeiter des Vereins zu, um über Probleme zu reden, die ihre Kinder betreffen.
Bis zu 60 Kinder, vor allem aus sozial schwächeren Familien, besuchen jeden Mittwoch den von KiGuTu ins Leben gerufenen „Camper Kids Club“, benannt nach dem Stader Stadtteil Campe, in dem KiGuTu sein Zuhause hat. Nach einem kostenlosen Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung können sich die Kinder beim Basteln oder Werken kreativ ausleben. Obwohl, wie Stefanie Andreas betont, dort „kein Zwang“ bestehe, seien diese Aktivitäten fast wie eine Arbeitsgemeinschaft aufgebaut. Auch Ausflüge, zum Beispiel ins Weihnachtsmärchen, stehen hin und wieder auf dem Programm. Bei KiGuTu ist man stolz darauf, alles kostenlos anbieten zu können. Und obwohl sich der Verein ausschließlich über Spenden finanziert, solle dies auch in Zukunft so bleiben.
Die durch den sozialen Tag am Athenaeum zusammengekommenen Spenden helfen nicht nur dabei, dieses laufende Programm aufrechtzuerhalten, vielmehr sind durch den unerwarteten Geldsegen viele neue Aktivitäten möglich geworden. Für die nächsten Monate sind unter anderem Ausflüge in den Schwedenspeicher oder auf die Museumsinsel geplant. Auch der Musiker Mike Müllerbauer gibt im Rahmen seiner „Sei einfach Du“-Tour ein Mitmach-Konzert im „Camper Kids Club“ - Projekte, die ohne die Spenden vom sozialen Tag nicht möglich gewesen wären.
Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Sommer solle es auch 2015 wieder einen sozialen Tag am Athenaeum geben, erklärt die Initiatorin der Aktion, Gaby Trusheim. Dabei ist die Teilnahme weiterhin freiwillig; keiner werde zum Mitmachen gezwungen. „Wenn die Schüler sich sozial engagieren, soll das aus eigenem Antrieb erfolgen, nicht aus Zwang“.

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