Sogar die „richtige“ Presse vom Stader Tageblatt ist am letzten
Freitagmorgen vor den Weihnachtsferien ins Athenaeum gekommen, um
von der Übergabe der Spenden an den gemeinnützigen Verein „Kindern
Gutes tun“, kurz zu KiGuTu, zu berichten. Schließlich ist die
Summe, um die es geht, nicht gerade klein: Über 5000 Euro wurden am
sozialen Tag im letzten Sommer gesammelt, die KiGuTu nun zugute
kommen.
„Kinder sind das schwächste Glied unserer Gesellschaft und noch nie
war die Kinderarmut in Deutschland so groß wie heute. Kinder haben
aber ein großes Potential, das geweckt und gefördert werden will.
Darum lohnt es sich, in Kinder zu investieren“; mit diesen drei
Sätzen beschreibt KiGuTu auf seiner Homepage, worauf es dem Verein
bei seiner Arbeit ankommt. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die
soziale Integration benachteiligter Kinder zu fördern und so einen
Beitrag zur Bekämpfung der Kinderarmut zu leisten.
„Jedes Kind ist willkommen“, sagt Stefanie Andreas, die zusammen
mit ihrem Mann Uwe schon bei der Gründung des Vereins vor
inzwischen sechs Jahren dabei war. Das kostenlose Angebot stehe für
alle Kinder offen, unabhängig von Religion, Herkunft oder Einkommen
der Eltern. Im Gegensatz zur leistungsorientierten Schule, die bei
den Kindern immer wieder für Frusterlebnisse sorgt, soll der Verein
ein Ort sein, an dem sie sich ohne Leistungsdruck wohlfühlen
können. Dabei ist KiGuTu nicht nur für Kinder da: Nicht selten
kommen auch Eltern auf die Mitarbeiter des Vereins zu, um über
Probleme zu reden, die ihre Kinder betreffen.
Bis zu 60 Kinder, vor allem aus sozial schwächeren Familien,
besuchen jeden Mittwoch den von KiGuTu ins Leben gerufenen „Camper
Kids Club“, benannt nach dem Stader Stadtteil Campe, in dem KiGuTu
sein Zuhause hat. Nach einem kostenlosen Mittagessen und
Hausaufgabenbetreuung können sich die Kinder beim Basteln oder
Werken kreativ ausleben. Obwohl, wie Stefanie Andreas betont, dort
„kein Zwang“ bestehe, seien diese Aktivitäten fast wie eine
Arbeitsgemeinschaft aufgebaut. Auch Ausflüge, zum Beispiel ins
Weihnachtsmärchen, stehen hin und wieder auf dem Programm. Bei
KiGuTu ist man stolz darauf, alles kostenlos anbieten zu können.
Und obwohl sich der Verein ausschließlich über Spenden finanziert,
solle dies auch in Zukunft so bleiben.
Die durch den sozialen Tag am Athenaeum zusammengekommenen Spenden
helfen nicht nur dabei, dieses laufende Programm
aufrechtzuerhalten, vielmehr sind durch den unerwarteten Geldsegen
viele neue Aktivitäten möglich geworden. Für die nächsten Monate
sind unter anderem Ausflüge in den Schwedenspeicher oder auf die
Museumsinsel geplant. Auch der Musiker Mike Müllerbauer gibt im
Rahmen seiner „Sei einfach Du“-Tour ein Mitmach-Konzert im „Camper
Kids Club“ - Projekte, die ohne die Spenden vom sozialen Tag nicht
möglich gewesen wären.
Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Sommer solle es auch
2015 wieder einen sozialen Tag am Athenaeum geben, erklärt die
Initiatorin der Aktion, Gaby Trusheim. Dabei ist die Teilnahme
weiterhin freiwillig; keiner werde zum Mitmachen gezwungen. „Wenn
die Schüler sich sozial engagieren, soll das aus eigenem Antrieb
erfolgen, nicht aus Zwang“.
Viel Geld für den guten Zweck
von Julius Kamper



