Sie sind hier :
  1. 2015

Athenaeer demonstrieren für Klassenfahrten

Jetzt müssen schon die Schüler erwachsen sein…
2000 Schüler demonstrieren für Klassenfahrten

Am 14.Januar versammeln sich Schüler aus sechs verschiedenen
Schulen am Athenaeum um den Dialog zwischen Lehrern und Politikern
zu bewirken.

Am 14.Januar versammeln sich Schüler aus sechs verschiedenen Schulen am Athenaeum um den Dialog zwischen Lehrern und Politikern zu bewirken.

Liebe Schülerinnen und Schüler,
seit knapp einem halben Jahr werden an fast allen niedersächsischen Gymnasien keine Klassenfahrten mehr durchgeführt. Vor kurzer Zeit war das für viele von uns noch unvorstellbar. Erinnert euch mal an eure letzten Klassenfahrten zurück: man lernt die Klassenkameraden näher kennen, besucht Städte und Sehenswürdigkeiten, zu denen man sonst nie kommen würde. Man lernt die Lehrer mal von einer ganz anderen Seite kennen – nicht als die strengen Pauker, die euch was von Goethe, Karl dem Großen und binomischen Formeln eintrichtern wollen, nein – man lernt sie als Menschen kennen. Man lernt Inhalte des Unterrichts mal in einer ganz anderen Form kennen. Klassen- und Kursfahrten sind vielleicht das Wertvollste, was eine Schule ihren Schülern bieten kann.
Und das hört jetzt auf? Weil sich die Lehrer und die Landesregierung nicht vernünftig an einen Tisch setzen und über Konflikte reden können? Weil weder die Lehrer noch die Landesregierung zu einem Kompromiss bereit sind? Die beiden Seiten, die doch verantwortlich sind für gute und pädagogisch sinnvolle Bildung, deren Ziel es ist, für unsere Zukunft Sorge zu tragen, ebendiese Seiten können sich nun nicht einig werden, und verursachen damit nur noch mehr Probleme.
So kann es nicht weitergehen!
Die Landesregierung auf der einen Seite soll die Stimmen der Lehrer erhören, die für den Erhalt ihrer Arbeitsbedingungen kämpfen. Wohlgemerkt – nicht für mehr Geld, mehr Urlaub, weniger Arbeitsstunden, wie es in manch anderen Berufen üblich ist – sie verlangen, dass die Arbeitsbedingungen erhalten werden, wodurch Aktivitäten wie Klassenfahrten erst möglich sind.
Auf der anderen Seite appellieren wir an die Lehrer, einmal darüber nachzudenken, ob ein Boykott der Klassenfahrten gegenüber den Schülern überhaupt vertretbar ist. Schließlich seid ihr Lehrer es, die ja nun unmittelbar für unsere Bildung Verantwortung zeigen müssen. Um euch selbst zu entlasten, lasst ihr Klassenfahrten ausfallen und denkt dabei aber kaum an die Folgen für die Schüler, denen dadurch ein essenzieller Teil des Schullebens entzogen wird.

Die Hoffnung auf einen Kompromiss bleibt.

Die Hoffnung auf einen Kompromiss bleibt.

Aber sind die Lehrer auch so überfordert, wie sie behaupten? Die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte werden immer häufiger kontrovers diskutiert. Andere Berufstätige sehen die Arbeitsbedingungen als äußerst angenehm: Feierabend um halb 2, 12 Wochen Ferien und ein Gehalt, von dem einige nur träumen können. Fürsprecher hingegen behaupten, die Lehrer seien zunehmend von ihrer Arbeit überfordert, haben durch Unterrichtsvorbereitungen und Korrekturen kaum noch Zeit für ihre Familie, und die Ferien sind durch Klassenarbeiten und Klausuren alles andere als eine arbeitsfreie Zeit.
Der Beruf des Lehrers ist dadurch in vielerlei Hinsicht differenziert zu betrachten. Man muss verschiedene Aspekte untereinander abwiegen, um begründet darüber urteilen zu können, ob die Stunde Mehrarbeit oder der Verzicht auf Klassenfahrten vertretbar ist oder nicht.
Aber genau das müssen Lehrer und Politiker gemeinsam tun, sie müssen miteinander reden und zu einem Kompromiss finden. Die Schüler dürfen nicht zu den Leidtragenden dieses Konflikts werden. Deshalb appelliere ich an die Lehrkräfte, appelliere ich an die Regierung: Redet miteinander! Findet eine andere Lösung! Seid kompromissbereit! Und an dieser Stelle möchte ich mal aus dem Bildungsauftrag der Schule, festgeschrieben im Niedersächsischen Schulgesetz, zitieren: „Die Schülerinnen und Schüler sollen fähig werden, Konflikte vernunftgemäß zu lösen, aber auch Konflikte zu ertragen.“ Wie aber sollen wir Schüler Konfliktlösung erlernen, wenn direkt vor ihrer Nase es Lehrer und Politiker nicht hinbekommen, ihre Konflikte auf vernünftigem Wege zu lösen und stattdessen den Kreis der Betroffenen ständig ausweiten? Dies muss ein Ende haben! Lehrer, Politiker, redet miteinander, geht aufeinander ein, diskutiert miteinander, verhandelt; aber lasst die Schüler nicht länger unter eurem Konflikt leiden!

Schülersprecher Marvin Ruder

Vom Schulhof des Athenaeums geht es über die Harsefelder Straße und
die Hansebrücke um die Innenstadt herum bis zum Platz „Am Sande“.

Vom Schulhof des Athenaeums geht es über die Harsefelder Straße und die Hansebrücke um die Innenstadt herum bis zum Platz „Am Sande“.

Als alle am Sande angekommen sind, bestärken Vertreter
verschiedener Jugendparteien und Schülervertreter die Meinung der
Schülerschaft durch emotional aufgeladene Reden.

Als alle am Sande angekommen sind, bestärken Vertreter verschiedener Jugendparteien und Schülervertreter die Meinung der Schülerschaft durch emotional aufgeladene Reden.

Vorschau