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  1. 2015

„Learning by doing“ - Mika Dede programmiert

ao erschienen im Stader Tageblatt am 28.02.15

Programmieren. Viele verbinden damit langweilen, scheinbar nicht enden wollenden Programmcode oder schlechte Erinnerungen an den Informatikunterricht in der Schule. Nicht so Mika Dede: Der 16-jährige programmiert nun schon seit vier Jahren. Jugendreporter Julius Kamper (17) hat mit ihm über sein Hobby gesprochen.

Hätte Mika Dede früher nicht immer so lange auf seinen Zug warten müssen, vielleicht wäre er nie zum Programmieren gekommen. Als der heute 16-Jährige vor inzwischen fast vier Jahren mal wieder am Stader Bahnhof wartete, sah er in der Auslage des Bahnhofskiosks eine Programmierzeitschrift liegen. Zwar hatte Mika sich schon länger für Technik interessiert, mit dem Programmieren war er aber bis dahin noch nicht wirklich in Kontakt gekommen. Kurz entschlossen kaufte er sich trotzdem das Magazin, das neben einer Einführung in das Thema auch die Grundprinzipien des Programmierens erklärte. Mika gefiel es, die scheinbar unendlichen Möglichkeiten des Entwicklens auszuprobieren, und so blieb er dabei.

Durch „learning by doing“ brachte er sich mit Hilfe von Büchern, Zeitschriften und Internet-Tutorials das Programmieren selber bei. Am Anfang sei vor allem viel Ausdauer nötig gewesen, erinnert sich Mika an seine ersten Programmierversuche. So schlummern auf seiner Festplatte noch heute unvollendete Projekte, für die ihm vor ein paar Jahren noch die Kenntnisse fehlten. Trotzdem sei beim Programmieren jedes Problem irgendwie lösbar: Man müsse es in viele kleine Schritte aufteilen und jedes einzeln lösen, erklärt der Jugendliche aus Hammah.

Im Laufe der Zeit probierte er von „Java“ über „C#“ bis hin zu „JavaScript“ viele Programmiersprachen aus, landete aber schließlich bei „Scala“. Jede Sprache habe seine eigenen Besonderheiten und biete andere Möglichkeiten, erklärt Mika. Da sich die Programmiersprachen teilweise aber auch sehr ähnlich sind, sei es nicht schwer gewesen, sie zu lernen: „Wenn man eine Programmiersprache erst einmal kann, hilft es beim Lernen von anderen“.

Einen ungefähren Plan und eine Idee, was das Programm am Ende können soll, hat Mika oft schon, bevor er die ersten Zeilen des Programmcodes tippt. Weitere Funktionen und Ideen kämen dann mit der Zeit hinzu. Auch sein erstes größeres Projekt, das er in „Scala“ verwirklichte, wurde immer umfangreicher: Anfangs sollte es eigentlich nur von arabischen in römische Zahlen umrechnen können, doch während des Programmierens kamen ihm immer mehr Ideen, die er zusätzlich einbaute. So konnte das Programm am Ende auch aus dem dezimalen ins binäre und hexadezimale System umrechnen und umgekehrt. Mit kleinen zwischenzeitlichen Unterbrechungen programmierte er insgesamt mehrere Monate an dem Projekt.

Der Informatikunterricht in der Schule kommt Mikas Meinung nach noch immer zu kurz: Zwar ist es ab der zehnten Klasse möglich, Informatik als Fach zu wählen, aber längst nicht alle Interessenten bekommen auch einen der begehrten Plätze in einem der Kurse. Zudem sei es seiner Meinung nach in der zehnten Klasse schon fast zu spät, mit dem Programmieren zu beginnen. Es gäbe auch einfache Programme, mit denen eine Einführung in in das Thema schon in den unteren Klassen möglich sei. Wenn die Grundlagen schon früh gelegt würden, sei später dann auch viel mehr möglich.

Mika Interessen liegen aber nicht nur im Bereich der Software: Bei mehreren Praktika in einem Computerladen lernte er auch die Hardware eines PCs besser kennen. Dort half er zum Beispiel bei Aufträgen, behob Fehler oder baute von Kunden bestellte Computer zusammen. Es sei spannend gewesen, auch mal einen Blick in das Innenleben eines PCs zu werfen, erzählt der Jugendliche.

Obwohl ihm das Entwickeln von Programmen Spaß mache, wie Mika versichert, käme ein Job als Softwareentwickler für ihn wohl nicht in Frage. Sich jeden Tag mit Programmcodes oder Ähnlichem beschäftigen zu müssen, würde ihm irgendwann wohl zu eintönig werden. Stattdessen könne er sich vorstellen, im Bereich der Ingenieurwissenschaften zu arbeiten. Auch dort müsse man - ähnlich wie beim Programmieren - ein Problem in viele kleine Schritte unterteilen, um der Lösung näher zu kommen. Und darin hat Mika ja jetzt viel Übung.

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