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  1. 2015

Positive Bilanz auch dieses Jahr bei Jugend forscht

von Luise Kranzhoff

Schüler am Freitagmorgen mit Koffern im Forum. Kisten werden die Treppen hoch- und heruntergeschleppt. Dabei kann es sich nur um die Jugend forscht AG des Athenaeums handeln, die am Freitag, den 27.02. nach Lüneburg zum alljährlichen Regionalwettbewerb aufbrach.
Auch im letzten Jahr haben die SchülerInnen fleißig an ihren Projekten gearbeitet – natürlich mit Unterstützung durch die betreuenden Lehrer Carmesin, Vanhoefer, Pape und Schneider. Aus Stade traten unter Betreuung dieser Lehrer vom Athenaeum 14 Projekte an, wobei 11 vom Athenaeum stammten, eins vom Vincent-Lübeck-Gymnasium (VLG), eins von der Integrativen Gesamtschule (IGS) und eins von der Jobelmann-Schule (BBS).
Kreativität, Ausdauer und Spaß am Ausprobieren waren auch dieses Jahr die Eigenschaften, die alle Teilnehmer gemein hatten:

So stellten Alexander Günther (17), Jan Berschauer (18) und Johanna Wobig (16) ein Konzept vor, die Deichsicherheit durch „Einsatz veredelter Reststoffe“ zu erhöhen. Dabei verwendeten sie Rotschlamm, der in der Industrie in großen Mengen als nicht weiter verwertbarer Reststoff anfällt. Sie haben sich vor allem damit beschäftigt, den basischen Rotschlamm dauerhaft zu neutralisieren und Wasserdurchlässigkeit, Scherfestigkeit und Umweltverträglichkeit ihres Rotschlamm-Sand-Gemisches zu untersuchen. Die Jury belohnte dieses Projekt mit einem ersten Preis im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften.

Mauritz Fethke (14) taucht seit mehreren Jahren mit seinem „Bionischen Elefantenrüssel“ beim Wettbewerb auf, den er jedes Jahr verbessert, sodass sein Stand dieses Jahr ziemlich groß und voller beeindruckender, sich bewegender Teile war. Um die Vorteile des Elefantenrüssels für den Menschen nutzbar zu machen, baut er stetig an seinem Rüssel, der präzise gesteuert werden soll. Sein Ziel ist es, dieses Konzept in der Landwirtschaft oder Medizin einzusetzen, um Obst zu sortieren oder Kranken zu helfen. Auch er überzeugte die Jury, sodass er einen ersten Preis im Fachgebiet Arbeitswelt erhielt.

Einen zweiten Preis im Fachgebiet Technik belegte das Projekt von Mika Dede (16) und mir (16), das mit dem Titel „Entwicklung einer automatisch fokussierenden Solaranlage“ sehr weit gefasst ist. Dieses Jahr präsentierten wir die von uns entwickelte Kühlung in Form eines Wärmetauschers für eine Solaranlage, die gewährleisten soll, dass die Solarzelle, auf die das Sonnenlicht mit einer Linse fokussiert wird, nicht zerstört wird. Außerdem haben wir nachgewiesen, dass die von uns bisher verwendete Linse nicht geeignet ist, weil zu viel Energie durch Streulicht verloren geht.

Auch das Projekt „Beobachtung von Exoplaneten“ von Lennert Sprenger (13) ergatterte einen zweiten Preis, allerdings im Fachbereich Geo- und Raumwissenschaften. Er hat Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, sogenannte Exoplaneten, beobachtet, indem er die Helligkeiten auf Fotos von Sternen ausgewertet hat. Dabei ist bei einem Transit eine periodische Absenkung der Helligkeit des Sterns zu erkennen, die durch die Abdeckung des Sterns durch den Exoplaneten erzeugt wird.

Lukas Tomforde (15) erhielt den dritten Preis für sein Projekt „Pneumatisch gesteuerter Greifer“, das das Ziel hat, einen Greifer, wie er auch für den „Bionischen Elefantenrüssel“ verwendet werden könnte, zu bauen. Dieser muss multifunktional sein, um sowohl in der Industrie als auch im Alltag verwendet zu werden. Außerdem soll er bei Widerstand nachgeben können.

Laura Leddin (16) hat ihr Projekt „Sonnenbeobachtung“ vorgestellt. Sie hat durch Teleskope Fotos von der Sonne gemacht, um Protuberanzen und Fackelgebiete zu dokumentieren. Nach einer Analyse am Computer konnte sie die Anzahl der Sonnenflecken bestimmen. Mit einem Radioteleskop gewann sie weitere Informationen und konnte letztendlich Aussagen zur Sonnenaktivität machen. Für ihre Arbeit erhielt auch sie einen dritten Preis.

Neben Platzierungen lassen sich auch Sonderpreise ergattern. So erhielt Matthias Carmesin (18) den Sonderpreis für Umwelttechnik für sein Projekt „Analyse und Neukonzeption von Entsalzungssystemen“. Hinter diesem langen Titel steckt die Bemühung, ein Konzept zur Entsalzung zu entwickeln, das weniger Energie benötigt als herkömmliche Methoden. Dazu hat er verschiedene Konzepte analysiert. Er geht auf das Vincent-Lübeck-Gymnasium, gehört also zu den „Gastprojekten“.

„Aus welchem Sand macht man den stabilsten Beton?“ lautet die Fragestellung, der Johanne Köster (11), Svenja Ruppert (12) und Sabrina Ruttkowski (12) nachgegangen sind. Sie haben verschiedene Sandsorten mikroskopiert und zur Herstellung von Beton schon eine Form gebaut, mit deren Hilfe sie später auch die Festigkeit untersuchen wollen.

Leonie Wellert (17) beschäftigte sich mit dem Thema „Von der Salbe zur Creme – Duftstoffe in Emulsionen mit verschiedenen Wassergehalten“. Auch kosmetische Fragen werden bei Jugend forscht untersucht: Hier geht es darum, eine genaue Definition von „Salbe“ und „Creme“ zu ermitteln, außerdem Duftstoffe beizumischen und zu untersuchen, bei welchen Wasseranteil der Duft an intensivsten wahrgenommen wird. Dabei hat sie auch synthetische und natürlich gewonnene Öle miteinander verglichen.

„Entwicklung und Bau eines Spektralprojektors mit erhöhter Helligkeit“ - Dieses Projekt hat einen langen Titel und wird von Helge Steffens (15) und Paul Brüning (12) betrieben. Mit ihrem Projektor für ein Planetarium wollen sie Spektren, durch deren Analyse schon viele astronomische Entdeckungen gemacht wurden, richtig darstellen. Dabei kann die Helligkeit und Form des Himmelskörpers projiziert werden. Es gab schon eine Vorführung des Projektors im Planetarium Grünendeich und jetzt arbeiten die Schüler auf eine neue Vorführung hin.

Der „Mobile Messestand“ von Helge Beckmann (17), der die BBS I besucht, ist mittlerweile marktreif und man kann Bestellungen bei ihm aufgeben. Ein unscheinbarer Holzkasten ist der Stand, wenn er transportiert werden soll. Er lässt sich jedoch aufbauen, sodass er durchaus etwas hergibt. Die Jury lobte Helges technisches Geschick beim Bau des Messestandes, dem er sich schon längere Zeit widmet.

Marie Geest (15) und Noah Carstensen (14) bauen Modellflugzeuge und untersuchen sie. Dieses Jahr haben sie ihre neusten Ergebnisse bei der „Entwicklung von Verfahren zur Messung von Luftströmungen“ vorgestellt. Mit einem aus einer Feinwaage ausgebauten Sensor, den sie an den Tragflächen ihres Flugzeuges befestigen, wollen sie die Luftströmungen dokumentieren und auswerten.

„Bau einer Startrampe für Luft-Wasserraketen“ heißt das Projekt, dem sich Aaron von Schassen (13) und Max Weida (13) von der IGS widmeten. Ihre Rakete wird mit Druck gestartet, wobei die beiden einen Startmechanismus gebaut haben. Sie testeten, wie hoch die Rakete flog, wenn sie mit unterschiedlich viel Wasser befüllt war.

Nick Marx (15) hat sich mit dem „Ersatz von Batterien und Akkus durch Netzgeräte sowie deren Testung“ beschäftigt. Mit diesem Konzept möchte Nick die Umwelt schonen, die durch nicht fachgerechtes Entsorgen von Batterien oft verschmutzt wird. Durch verschiedene Prozesse geht bei Batterien Energie verloren, daher der Vorschlag, bei Geräten, die sich in der Nähe einer Stromversorgung befinden, auf Netzgeräte umzusteigen.

Dem „Leichtbau von Brücken“ widmete sich Benedikt Krummrei (15). Er testete verschiedene Materialien und versuchte, sie vor allem durch Einsatz wiederverwertbarer Stoffe stetig zu verbessern. Daran arbeitet er noch weiterhin. So steht zum Beispiel aus, die Modelle mit Gewichten zu testen und weitere Verbesserungen zu erarbeiten.

Die Jugend forscht AG am Athenaeum gehört wohl zu den am stärksten besuchten Arbeitsgemeinschaften. Es übt einen Reiz auf die SchülerInnen aus, so selbstständig experimentieren zu dürfen. Mittlerweile finden die Treffen sogar in zwei Gruppen getrennt dienstags und freitags statt. In Zukunft solle die Betreuung einzelner Gruppen intensiviert und die Anzahl der Projekte erst einmal nicht zu sehr weiter vergrößert werden, so lässt es sich aus den Reihen der Betreuer vernehmen.
Mit dem diesjährigen Wettbewerb ist für die meisten AG-TeilnehmerInnen die Arbeit an ihren Projekten längst nicht beendet. Im Gegenteil: Im nächsten Jahr steht wieder ein Wettbewerb an. Und da viele mehrere Jahre bleiben und die Atmosphäre locker ist, fühlt man sich nicht nur einzelnen Teams, sondern auch der gesamten Gruppe zugehörig.
Den Erstplatzierten, die sich auf dem Landeswettbewerb beweisen dürfen, wünschen wir viel Erfolg. Natürlich geht dieser Wunsch auch an alle anderen Jungforscher, denn sie haben noch viel vor.

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