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  1. 2015

Zwischen „Linie 1“ und Chorfahrt

von Julius Kamper

Konzentriert aber trotzdem entspannt – so könnte man die Atmosphäre beschreiben, die an diesem Freitag Nachmittag in der Aula des Athenaeums herrscht. Hier, wo Schüler schon seit Jahrzehnten ihre Theaterstücke der Öffentlichkeit vorführen, probt an diesem Tag der Chor des Athenaeums. Chorleiter Herr Warnat begleitet am Flügel und gibt Tipps, um ihn herum sitzen in einem Halbkreis viele Schüler aus allen Altersstufen, alle mit ihren Notenblättern vorm Gesicht. Gerade wird an einem Stück geübt, das Teil eines neuen Gemeinschaftsprojektes werden soll.

Zusammen mit einem Schulchor aus Hausach im Schwarzwald soll es im Rahmen eines Choraustausches zwei Konzerne geben – eines in Stade, und eines in Hausach. Musikrichtung Latin-Jazz. Ein Genre, mit dem der Chor in der Vergangenheit noch nicht so häufig in Berührung gekommen ist. Gerade wird noch geübt. Es ist nur zu erahnen, wie es am Ende klingen wird.

Viele spannende Projekte
Rebecca, Katharina und Merten sind an diesem Nachmittag mittendrin. Die drei Oberstufenschüler gehören zu den erfahrensten Chormitgliedern und sind schon seit mehreren Jahren dabei. Nach dem „kleinen Chor“ für die fünften und sechsten Klassen, der von Herrn Waldermann geleitet wird, ist für viele in der siebten Klassen der Wechsel in die AG von Herrn Warnat der nächste Schritt. So war es zum Beispiel bei Katharina, die inzwischen schon seit mehr als vier Jahren im Chor singt.

In den letzten Jahren haben sie die verschiedensten Projekte miterlebt. Von den jährlichen Weihnachtskonzerten über den Auftritt beim Jubiläumskonzert von Sandeep Bhagwati bis hin zu anderen Auftritten war Vieles dabei. Doch ihr Lieblingsprojekt war ein anderes, erzählen die drei einstimmig. Für sie ist es das Musical „Linie 1“, an dem der Chor im letzten Jahr mitwirkte. Es erzählt die Geschichte eines Mädchens vom Land, das sich auf der Suche nach einem vermeintlichen Freund nach Berlin begibt und dort bei einer Fahrt mit der U-Bahn die verschiedensten Gestalten aus der damals geteilten Stadt kennen lernt. Das Original wurde ein Welterfolg, und auch die Aufführung der Athe-Schüler im Stadeum erntete viel Lob.

Linie 1 - Mehr als „nur“ Singen
Trotz der unzähligen Übungsstunden habe die Arbeit an dem Musical trotzdem Spaß gemacht, so die drei. Vor allem aber sei es mehr gewesen als „nur“ Singen. Die Schauspiel- und Gesangelemente hätten „Linie 1“ zu etwas Besonderem gemacht. „Am Ende waren alle stolz, ein so großes Projekt auf die Beine gestellt zu haben“, so Rebecca. Vor allem, weil der Weg hin zur Premiere nicht immer einfach war. Teilweise habe schlicht die Motivation gefehlt, die gleichen Szenen immer und immer wieder zu üben. Doch spätestens nach der gelungenen Premiere waren sich alle sich einig: Der Aufwand hatte sich gelohnt.

Bei solchen Auftritten macht sich selbst bei den bühnenerfahrenen Chormitgliedern die Nervosität bemerkbar. Obwohl sie in den bis zu vier Jahren, in denen sie jetzt schon im Chor singen, schon den ein oder anderen Auftritt hinter sich gebracht haben, hätten sie vor großen Konzerten nach wie vor etwas Lampenfieber. Dabei gäbe es keinen Grund zur Sorge, denn es geht nur selten etwas schief. Mal verpasst jemand den Einsatz, mal vergisst jemand beim Weihnachtskonzert den Einstieg und mal gibt es Tonprobleme. Aber riesige Pannen seien noch nicht vorgekommen, so die drei.

Neben dem Singen und dem Arbeiten an den verschiedensten Projekten steht bei vielen auch das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund. Bei der gemeinsamen Chorfahrt, die in jedem Jahr stattfindet, verbringen die jungen Musiker gerne ihre Freizeit zusammen. Denn schließlich soll das Singen im Chor nicht nur Arbeit sein.

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