Es ist Mittwoch, der 17. Juni 2015. Ein „geheimnisvoller“ Mann
schleicht durch die Schule und verschwindet in Frau Schönings Büro.
Heimliches Geflüster, schließlich Nicken und ein Handschlag. Es ist
beschlossen. Der Plan zur Eindämmung der „Chaoten“ unter den
Schülern macht einen Schritt nach vorn. Abgeschlossen ist er noch
nicht, obwohl das Projekt schon länger läuft, doch bald wird es
soweit sein.
Natürlich könnte man an dieser Stelle viele Verschwörungstheorien
anschließen und sicherlich gibt es viele unschöne Methoden,
energiegeladene Schüler zu zügeln, doch was unsere Schulleitung und
allen voran Frau Schöning jetzt planen, ist alles andere als
furchtbar.
Chaotische Schüler rennen andere Leute um? Schubsen sich? Machen
beim Toben die mühevoll gepflegten Beete des Schulgartens kaputt?
Kein Problem!
Man muss ihre überschüssige Energie auch gar nicht stoppen, um
diese Probleme zu lösen.
Man muss sie nur umlenken.
Und deshalb der ausgeklügelten Plan: Bis jetzt gibt es kaum
Spielmöglichkeiten auf dem Schulhof, die Schüler müssen sich also
zwangsweise mit sehr raumgreifenden Spielen wie Fangen oder
Verstecken behelfen, um sich in der Pause zu beschäftigen. Mit dem
Bau neuer Spielgeräte soll Abhilfe geschaffen werden.
Bestellt sind sie schon, das letzte Hindernis liegt bei der Statik.
Geplant ist unter anderem eine Kletterwand – im Fachjargon
„Boulderwand“ genannt -, welche an die Wand der Turnhalle gebaut
werden soll.
Das ist auch bis jetzt der Knackpunkt über den es Streitigkeiten
gibt: Man ist sich noch nicht restlos sicher, ob die Mauer für die
Bohrungen geeignet ist oder ob ein eigenes Fundament für die
Kletterwand gebaut werden muss.
Sobald ein Statiker das Bauwerk allerdings abgesegnet hat, kann es
losgehen.
Es sollen noch weitere Spielmöglichkeiten wie zum Beispiel ein
(kleines) Klettergerüst oder Hüpfplatten gebaut werden, in die die
Kinder dann in den Pausen ihre ganze Energie stecken können.
Frau Schöning und die ehrenamtlichen Hobbygärtner freuen sich auf
einen ordentlicheren Schulgarten, (der Landkreis auf steigende
Kosten) und die Schüler auf Spiel, Spaß und Freude.
So können wir alle dem baldigen Bau der Spielgeräte, dessen
Abschluss Frau Schöning sich zum Beginn des nächsten Schuljahres
erhofft, nur freudig entgegen sehen!
Foto vom Entwurf (Melina Umland)
So könnte demnächst unsere neue Kletterwand aussehen.
UPDATE:
Und schon ist es soweit! Welch vorbildliches Beispiel, dass
Bürokratie sich nicht immer ewig lang ziehen muss.
Nachdem am Mittwoch das Gespräch mit den Bauverantwortlichen für
die neuen Spielgeräte stattgefunden hat,
wurde am Mittag des Folgetages bereits der verbindliche Bauauftrag
erteilt. Die "Boulderwand"
wird nun ein eigenes Fundament erhalten, da die Turnwallenhand wohl
nicht für die nötigen Bohrungen geeignet ist.
Die Schulleitung bittet im Bauauftrag außerdem ausdrücklich darum,
den Bau bis zum erneuten Schulbeginn
am 3. September 2015 oder kurz danach abzuschließen.
Hoffen wir das Beste!



