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  1. 2015

Latino-Messe mit viel Rhythmus und doppeltem Chor

von Luise Kranzhoff

Die Kirche ist wie zu jedem Konzert des Schulchors schon eine halbe Stunde vor Beginn gut gefüllt. Die Hitze und das sich zusammenbrauende Gewitter hält keinen davon ab, sich aus dem Haus zu bewegen. In der Kirche zu St. Wilhadi in Stade ist es angenehm kühl.
Pünktlich um halb acht wird die Kirche von Stimmen erfüllt. Man dreht sich um. Singend ziehen der Schulchor des Robert-Gerwig-Gymnasiums Hausach und der Schulchor des Gymnasiums Athenaeum nach vorne und stellen sich auf. Sie sind – passend zum Sommer – bunt gekleidet.

Latin-Jazz-Mass: Traditionelle Texte in lateinamerikanischen Rhythmen
Ein halbes Jahr lang haben die beiden Chöre die Stücke eingeübt, um sie nach wenigen gemeinsamen Probentagen dem Stader Publikum zu präsentieren. Im Mittelpunkt der Auführung am 5.7.2015 stand die Messe von Martin Völlinger, die 2008 uraufgeführt wurde. Sie kombiniert lateinamerikanische schwungvolle Rhythmen wie Salsa und Rumba mit traditionellen Texten wie Kyrie oder Agnus Dei.
Nach je einem Stück von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Ernani Aguiar begann der zentrale Teil.

Von Pop bis Bossa nova instrumental begleitet

Unter der Leitung von Musiklehrer Benjamin Warnat erfreuten die SchülerInnen das Publikum mit ganz unterschiedlichen, vergleichweise kurzen Liedern. Traditionell waren viele Texte auf Latein, aber auch englische Pop-Balladen waren dabei. Außerdem durfte Gospel nicht fehlen. Schön waren auch die Soli, die die Stimmen von ganz vielen Mitgliedern des Chors präsentierten. Es ließ sich ein Kontrast zwischen dem Tempo der Soli und dem des gesamten Ensembles feststellen, aus dem die Stücke abwechslungsreich komponiert waren. Den Rhythmus schufen ein Klavier (Bernd Freydanck), ein Saxophon (Sebastian Albrecht), ein Schlagzeug (Christian Hake) und ein Bass (Günter Köttgen).

Im Rahmen des Choraustauschs

Die vielleicht ungewöhnlich anmutende Kombination der Stile in der zelebrierten Messe brachte den Sängerinnen und Sängern großen Spaß. Die Masse der Chorleute wippte im Takt oder schwankte hin und her. Besonders erheiternd für das Publikum war die Hüpferei bei der Aufforderung, sich vor dem Herrn zu verbeugen. Allgemein scheint der Choraustausch mit dem Schulchor des im Schwarzwald gelegenen Robert-Gerwig-Gymnasiums Hausach sehr erfolgreich gewesen zu sein: Am Montag wurden die Gastschüler zur Abfahrt begleitet und zurück in der Schule sagte jemand: „Ich vermisse sie schon jetzt.“ Wie gut, dass es demnächst zum Gegenbesuch nach Hausach geht und dort die nächste Aufführung ansteht.

Begeisternder Abschluss

Das Stader Publikum konnte sich jedenfalls für diese Art von Musik begeistern und die Chöre wurden durch Standing Ovations zu einer Zugabe trotz Hitze überredet. Zum Abschluss wurden noch Blumen verteilt: Die Chorleiter erhielten zum Dank für ihre Arbeit einen großen Blumenstrauß; die Stader Abiturienten, die den Chor verlassen werden, wurden mit Rosen verabschiedet. Nach einem 90-minütigen Programm hatte Benjamin Warnat das Recht, die Gäste mit einem deutlichen „Auf Wiedersehen!“ nach Hause zu schicken.

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