Erst seit knapp vier Monaten dabei, und trotzdem schon erfolgreich:
Maik Becher und Jan Erik Ramspott reihten sich mit ihrem Gewinn des
Robotikwettbewerbs am Lichtenberg Gymnasium in Cuxhaven ein in eine
lange Reihe der Erfolge der Robotik AG. Wie sie überhaupt zur AG
gekommen sind und worauf man achten sollte, wenn man einen Roboter
baut, erzählen sie hier.
Erstaunlich schnell bewegt sich der kleine Roboter vorwärts, tastet
sich an der schwarzen Linie entlang, immer seinem Ziel entgegen.
Maik Becher und Jan Erik Ramspott stehen daneben und beobachten,
wie sich ihre Konstruktion auf dem Kurs im Computerraum schlägt.
Die beiden Siebtklässler wissen, was er kann, schließlich haben sie
mit ihm das Turnier in Cuxhaven gewonnen und sich damit gegen viele
weitere junge Tüftler durchgesetzt.
Kleiner Roboter mit viel Technik
In dem kleinen Roboter steckt jede Menge Technik, erklären die
beiden. Obwohl er vielleicht ein wenig so aussieht, Kinderspielzeug
ist der Roboter aus der aktuellen „Mindstorms“-Reihe von Lego mit
Sicherheit nicht. Neben drei Elektromotoren, die für den Antrieb
sorgen, hat die Konstruktion noch viele weitere Extras an Bord:
Sensoren für Licht, Ultraschall, Geräusche oder Druck sorgen dafür,
dass der Roboter mit den unterschiedlichsten Hindernissen auf der
Strecke fertig wird. Eine schwarze Linie auf dem Boden, die über
nach unten gerichtete Sensoren erfasst wird, weißt dem Roboter den
Weg.
Mit Vielseitigkeit zum Erfolg
von Julius Kamper


Beim Bauen von solchen Robotern gilt oft: Vielseitigkeit gewinnt,
nicht immer nur das Komplizierte. “Ein Roboter sollte so
programmiert und gebaut sein, dass er überall funktioniert”,
erklärt Herr Allion. Der Informatiklehrer leitet die Robotik AG und
hat seine Schützlinge schon durch den einen oder anderen Wettbewerb
geführt. Auf diesen treten junge Tüftler mit ihren Robotern in den
unterschiedlichsten Disziplinen gegeneinander an. Was genau auf den
Roboter zukommt, wissen die Teilnehmer vorher nicht. Sie können es
nur erahnen.
Viele Stunden Bau und Programmierung
Schon lange bevor der Roboter auf dem Wettbewerb ins Rennen
geschickt wird, beginnt in der Robotik AG deshalb die Planung. Bau
und Programmierung müssen entwickelt und immer wieder aufeinander
abgestimmt, die Sensoren immer wieder auf ihre Funktionalität
überprüft werden. Dabei sind Bau und Programmierung für die beiden
Siebtklässler gleich wichtig. „Ohne Programmierung läuft ein
Roboter nicht, und ohne Roboter läuft eine Programmierung nicht“,
erklärt Jan Erik. Von daher dürfe man weder das eine noch da andere
bevorzugen. Viele Testläufe und Veränderungen am Gerät sorgen oft
dafür, dass von der ursprünglichen Planung nach vielen Stunden Bau
- und Programmierarbeit am Ende nicht mehr viel übrig ist. Ihr
Siegermodell musste beispielsweise mit einem zusätzlichen Stützrad
ausgestattet werden, ohne dieses hätte der Roboter die Steigungen
auf der Piste nicht meistern können. Mit dem fertigen Gerät und
einigen Ersatzteilen im Gepäck geht es dann zum Wettbewerb.

Auf dem Wettbewerb selber muss der Roboter funktionieren, denn die
Vorbereitungszeit ist dort eher knapp bemessen. Maximal zwei
Testläufe und ein paar letzte Korrekturen sind in der einen Stunde
möglich, danach wird es für den Roboter und seine Konstrukteure
ernst. In mehreren Fahrten wird der Roboter in ganz
unterschiedlichen Disziplinen getestet. Gesteuert wird der Roboter
dabei nur von der Programmierung, die über ein entsprechendes
Programm auf dem PC erstellt und auf den NXT-Stein geladen wird.
Dieses “Gehirn des Roboters”, wie Maik es gerne nennt, steuert dann
den Roboter. Alles auf Grundlage der verschiedenen Wahrnehmungen,
die er über die Sensoren aufnimmt.
Manchmal ist auch Glück dabei
Obwohl die beiden erst seit drei Monaten in der AG dabei sind,
haben die beiden schon jede Menge Erfahrung im Bau von Robotern.
„Ich habe früher als Hobby zwischendurch kleinere Roboter gebaut“,
erzählt Jan Erik. Die konnten zwar nicht viel mehr als geradeaus
fahren, aber geholfen habe es trotzdem. Bei Mail war es ein
Workshop über das Bauen von Lego Robotern, der den Ausschlag gab,
sich die Robotik AG mal anzusehen. Spaß und letztendlich auch der
Erfolg sorgten dann dafür, dass er blieb.
Trotz aller akribischen Planung entscheidet am Ende auch nicht
zuletzt der Zufall über Sieg und Niederlage. An einer Passage des
Kurses fehlte nämlich die schwarze Linie auf dem Boden, die dem
Roboter sonst als Orientierung dient. Allein mit Hilfe seiner
Ultraschallsensoren musste das Fahrzeug den Weg finden. Fast hätte
seine Fahrt dort geendet, doch am Ende schaffte er es so gerade
eben. Doch es ging weiter und der Roboter sammelte die
entscheidenden Punkte zum Sieg. Manchmal ist eben auch Glück dabei.


