Unsere täglich wahrnehmbare Materie macht nur 4% aller Materie und
Energie aus. Es gibt also noch viel zu entdecken. Eine Gelegenheit
war der Astronomie-Abend in der Aula des Athenaeums am Freitag, dem
10. Juli 2015. Die SchülerInnen der Astronomie AG begleiteten die
Besucher von Stade zu den Erdumläufern, in das Sonnensystem, die
Milchstraße und zu extragalaktischen Objekten. Dabei führte
AG-Leiter Dr. Hans-Otto Carmesin enthusiastisch durch den Abend und
die Musikklasse 8m sorgte für die musikalische Untermalung der
beeindruckenden Fotos.
„In 90 Minuten durch die Welt“
Die im Motto des Abends formulierte Zeitvorgabe wurde penibel
eingehalten. Die „Safari“ startete mit Fotos von der Tanzschule
Hillmann und der Elbquerung. Aber all zu lange hielt man sich nicht
im beschränkten Radius um Stade auf. Schon ging es zur Raumstation
ISS, deren Bewegung man durch mehrere kurz hintereinander
aufgenommene Fotos nachvollziehen konnte.
Unter Begleitung von Eichendorffs und Schuhmanns „Mondnacht“ wurden
dann Bilder vom Mond gezeigt, sodass man diesen fast jede Nacht am
Himmel zu erkennenden Himmelskörper einmal genauer betrachten und
feststellen konnte, dass dieser nicht so homogen ist, wie er
scheint. Unter anderem weist er Einschlagskrater und Lavameere auf.
Auch die Sonne ist nicht nur hell und der Mittelpunkt unseres
Sonnensystems. Sie besitzt Flecken an Stellen, die kälter sind, und
an anderen Stellen wirkt es, als würde sie auslaufen. Diese
Sonnenstürme können sogar Auswirkungen auf das Stromnetz der Erde
haben.
Durch Raum, Zeit und Materie
von Luise Kranzhoff


Nach Betrachtung von Venus, Jupiter, Saturn und Uranus gelangte man
zu Objekten, die mehrere Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Ein
Lichtjahr ist die Entfernung, die das Licht in einem Jahr
zurücklegt. Daher sehen wir bei einem Blick ins Universum nicht nur
räumlich weit entfernte Objekte, sondern schauen auch in die
Vergangenheit.
Auch gewaltige Himmelskörper hat die Gruppe fotografiert und zeigte
sie an dem Abend. Dazu gehören Kometen, die zwei Schweife hinter
sich herziehen. Außerdem gab es Exoplaneten zu sehen, die nicht
gravitativ von der Sonne abhängen und sich in einer Staubscheibe um
einen Stern bewegen. Besonders beeindruckend und wie aus einer
anderen Welt erscheint der Orionnebel, der Sternentstehungsgebiet
ist. Solche Gebiete finden sich auch in den Spiralarmen von
Spiralgalaxien.
All diese Phänomene lassen sich physikalisch erklären, beeindrucken
jedoch durch ihre Farbenpracht und ihre für viele Menschen nicht
oder nur kaum vorstellbare Größe.
Eigene Beobachtungen
In der Pause konnten die theoretischen Hintergründe der
astronomischen Beobachtung auf Postern nachgelesen werden. Diese
Veranstaltung war ebenso kurzweilig wie lehrreich, ohne Zuschauer
mit wenig Fachwissen zu überfordern.
Nach der Präsentation nahm Hans-Otto Carmesin gleich eine neue
Anmeldung für die Astronomie AG entgegen. An Nachwuchs fehlt es der
Gruppe nicht.
Die Besucher hatten weiterhin Gelegenheit, sich die kleine
Sternwarte anzuschauen und dort eigene Beobachtungen zu machen und
Himmelskörper zu fotografieren. Dabei sind einige schöne Fotos
entstanden.
Wer wollte, konnte seine Email-Adresse hinterlassen, um über
weitere Veranstaltungen informiert zu werden. Abschließend wurden
weitere Astronomie-Abende dieser Art versprochen.




