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  1. 2015

Vom Krach zur Weihnachtsstimmung

Die Chor- und Orchesterfahrt 2015

von Luise Kranzhoff

„Tätärätää!“ - Wenn ein Schüler noch nicht durch das Klopfen des Schlüssels an der Tür oder das allmorgendliche Cantina der Blechbläser wach geworden sein sollte, dann leistet das Brüllen des Orchesterleiters Ernstullrich Heider das Übrige. So beginnt ein Tag in der Otterndorfer Jugendherberge auf der Orchester- und Chorfahrt.

Man könnte sagen, die Fahrt ist berühmt-berüchtigt; sie wird seit Jahren durch die Schulleitung beider Stader Gymnasien unterstützt und das nicht zuletzt dadurch, dass die betroffenen SchülerInnen vom Unterricht befreit werden. Schon manche Klagen musste ich hören, als ich noch nicht Teil der Privilegierten war: Wie unfair es doch sei, dass die Chor- und Orchesterleute so viel Unterricht verpassen und ihnen das Nachholen noch erleichtert werde.

Aber mit Stolz kann ich berichten: Wir haben gearbeitet, als wir vom 04.11.15 bis zum 07.11.15 abgelegen im Kaff Otterndorf ausharrten. Von 9 Uhr bis 12 Uhr, von 14 bis 18 Uhr und danach noch die Proben mit dem Chor zusammen, das kann sich hören lassen. Bestandteil dieser Probenzeiten sind Stimmproben und Proben der jeweiligen Gesamtgruppen.
Orchester und Chor zusammen klingen zu lassen, ist keine einfach Aufgabe. 42 Instrumente sitzen im Orchester, der Chor ist noch zahlreicher besetzt. Schon beim getrennten Proben schallt der Gesang in unseren stickigen Probenraum hinüber. Herr Heider stöhnt und lässt uns das „Gejaule“ übertönen. Nichts leichter als das, jedoch klingen wir nicht besser, einzelne Stellen und ihr Ausdruck müssen geübt werden.

Und bei den gemeinsamen Proben, die im Übrigen ein Highlight des Tages sind, kommt das Übliche: Herr Warnat meint, das Orchester sei zu laut, Herr Heider meint, der Chor sei zu leise. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Jedenfalls hört man das Orchester nach Warnat in Manier eines „Düsenjets“, den Chor nimmt man nur an einzelnen Stellen wahr. Aber ist die erste Probe noch nicht zufrieden stellend, so wird es immer besser. Nicht umsonst darf man als Orchester- oder Chormitglied nur beim Konzert mitspielen bzw. singen, wenn man an der Probenfreizeit teilgenommen hat.

„Sich ärgern“ ist auf der Freizeit nicht angesagt trotz allen Pannen. Man begegnet neuen Menschen, macht Fortschritte beim Musizieren, probiert auch mal andere Instrumente aus und beim so genannten „Bunten Abend“ wird eine Performance aus Musik und Komik geboten. Thema sind unter anderem die Abiturienten, die jetzt schon darunter leiden, dass dies ihre letzte Probenfreizeit gewesen sein soll.

Auf der Fahrt werden vor allem Stücke geübt, die das Orchester beider Gymnasien und der Chor des Athenaeums unter Leitung von Benjamin Warnat beim Weihnachtskonzert zusammen vortragen werden.
Darunter sind das traditionelle „Halleluja“ aus „Der Messias“ von Händel, der „Psalm 150“ von César Franck und „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Zwar ist ein wichtiger Teil des Einstudierens mit der Fahrt abgeschlossen, jedoch darf man sich auf eine perfektionierte Version bei den Konzerten freuen, von denen das erste am 20.12. in Steinkirchen stattfinden wird und das zweite am 21.12. in der Heilig-Geist-Kirche hier in Stade.

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