„Tätärätää!“ - Wenn ein Schüler noch nicht durch das Klopfen des
Schlüssels an der Tür oder das allmorgendliche Cantina der
Blechbläser wach geworden sein sollte, dann leistet das Brüllen des
Orchesterleiters Ernstullrich Heider das Übrige. So beginnt ein Tag
in der Otterndorfer Jugendherberge auf der Orchester- und
Chorfahrt.
Man könnte sagen, die Fahrt ist berühmt-berüchtigt; sie wird seit
Jahren durch die Schulleitung beider Stader Gymnasien unterstützt
und das nicht zuletzt dadurch, dass die betroffenen SchülerInnen
vom Unterricht befreit werden. Schon manche Klagen musste ich
hören, als ich noch nicht Teil der Privilegierten war: Wie unfair
es doch sei, dass die Chor- und Orchesterleute so viel Unterricht
verpassen und ihnen das Nachholen noch erleichtert werde.
Aber mit Stolz kann ich berichten: Wir haben gearbeitet, als wir
vom 04.11.15 bis zum 07.11.15 abgelegen im Kaff Otterndorf
ausharrten. Von 9 Uhr bis 12 Uhr, von 14 bis 18 Uhr und danach noch
die Proben mit dem Chor zusammen, das kann sich hören lassen.
Bestandteil dieser Probenzeiten sind Stimmproben und Proben der
jeweiligen Gesamtgruppen.
Orchester und Chor zusammen klingen zu lassen, ist keine einfach
Aufgabe. 42 Instrumente sitzen im Orchester, der Chor ist noch
zahlreicher besetzt. Schon beim getrennten Proben schallt der
Gesang in unseren stickigen Probenraum hinüber. Herr Heider stöhnt
und lässt uns das „Gejaule“ übertönen. Nichts leichter als das,
jedoch klingen wir nicht besser, einzelne Stellen und ihr Ausdruck
müssen geübt werden.
Und bei den gemeinsamen Proben, die im Übrigen ein Highlight des
Tages sind, kommt das Übliche: Herr Warnat meint, das Orchester sei
zu laut, Herr Heider meint, der Chor sei zu leise. Die Wahrheit
liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Jedenfalls hört man das
Orchester nach Warnat in Manier eines „Düsenjets“, den Chor nimmt
man nur an einzelnen Stellen wahr. Aber ist die erste Probe noch
nicht zufrieden stellend, so wird es immer besser. Nicht umsonst
darf man als Orchester- oder Chormitglied nur beim Konzert
mitspielen bzw. singen, wenn man an der Probenfreizeit teilgenommen
hat.
Vom Krach zur Weihnachtsstimmung
Die Chor- und Orchesterfahrt 2015
von Luise Kranzhoff


„Sich ärgern“ ist auf der Freizeit nicht angesagt trotz allen
Pannen. Man begegnet neuen Menschen, macht Fortschritte beim
Musizieren, probiert auch mal andere Instrumente aus und beim so
genannten „Bunten Abend“ wird eine Performance aus Musik und Komik
geboten. Thema sind unter anderem die Abiturienten, die jetzt schon
darunter leiden, dass dies ihre letzte Probenfreizeit gewesen sein
soll.
Auf der Fahrt werden vor allem Stücke geübt, die das Orchester
beider Gymnasien und der Chor des Athenaeums unter Leitung von
Benjamin Warnat beim Weihnachtskonzert zusammen vortragen werden.
Darunter sind das traditionelle „Halleluja“ aus „Der Messias“ von
Händel, der „Psalm 150“ von César Franck und „Verleih uns Frieden
gnädiglich“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Zwar ist ein wichtiger Teil des Einstudierens mit der Fahrt
abgeschlossen, jedoch darf man sich auf eine perfektionierte
Version bei den Konzerten freuen, von denen das erste am 20.12. in Steinkirchen stattfinden wird und das zweite am 21.12. in der Heilig-Geist-Kirche hier in Stade.



