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  1. 2015

Schüler spielen Wirtschaft

so erschienen im Stader Tageblatt am 07.11.2015

Simulierte Vorstandssitzung: Der Geschäftsbericht wird vorgestellt.

Simulierte Vorstandssitzung: Der Geschäftsbericht wird vorgestellt.

In den Herbstferien wurde wieder das Management Information Game (MIG) der Stader Gymnasien gespielt.

In Kooperation mit Stader Firmen wurde Schülern ermöglicht, in einem Planspiel ein virtuelles Produkt zu entwerfen und in Konkurrenz zueinander die beste Vermarktungsstrategie zu entwickeln. Jugendreporterin Stephanie Hilck hat mitgespielt und berichtet über die Erfahrungen, die sie mit den anderen Teilnehmern gemacht hat.

Wie viele Mitarbeiter und Hilfsarbeiter einstellen? Bis zu welchem Grad die Maschinen auslasten? Zusätzliche Lagerräume anmieten? Fremdkapital nutzen, um mehr Investitionen zu tätigen? Welche Entscheidungen sind richtig und richtungsführend für mein Unternehmen? Fragen wie diese schwirrten in den Köpfen von 23 wirtschaftlich interessierten Schülern des Vincent-Lübeck-Gymnasiums und des Athenaeum beim „Management Information Game“.

Drei Firmen wurden gebildet. Aus acht Mitgliedern bestand meine Gruppe, die den Vorstand innerhalb eines Unternehmens darstellte. Mithilfe einer Software wurde eine realistische Situation simuliert, die eng an die wirtschaftliche Situation im Land angelehnt ist. Vertreter der kooperierenden Unternehmen – die Kreissparkasse Stade, city-map Stade, Pallentin und Partner, Handball Marketing Buxtehude, Sparkasse Stade - Altes Land und die Stader Saatzucht – sorgten mit Fachvorträgen für wissenschaftlichen Input, den wir Spieler als Hintergrundwissen dankbar annahmen.

In den Räumen der Stader Aluminium-Oxid-Fabrik AOS rauchten die Köpfe der Jung-Unternehmer, die im Konkurrenzkampf mit den beiden anderen Firmen standen und unbedingt die meisten Märkte mit dem besten Umsatz und dem höchsten Gewinn erschließen wollten.

Zur Vereinfachung wählten wir drei Produkte aus: auf dem Markt gängige Kopfhörer, eine forschungsbedürftige Zahnbürste mit Bluetooth-Schnittstelle und eine von den Teilnehmern erfundene Mikrowellen-Brotdose, die noch in den Kinderschuhen steckte. Indem wir bei den investierten Forschungskosten, den Vertriebskosten und den Werbekosten verschiedene Schwerpunkte legten, konnten wir die Produkte auf den Märkten Nordamerika, Westeuropa, Osteuropa und Deutschland anbieten. Auch bei der vereinfachten Spiel-Version wurden die komplexen Zusammenhänge der realen Wirtschaft deutlich.

Im Rahmen des MIG stand ein Präsentationsabend vor Unternehmensleitern, Wirtschaftsteilnehmern, Schulleitern und Eltern an. Dabei sollten wir das eigens erfundene Produkt in einer Art Verkaufsveranstaltung möglichen Investoren schmackhaft machen. Gleichzeitig war der Abend eine gute Möglichkeit, Fragen an Wirtschaftsakteure zu stellen und wichtige Kontakte zu knüpfen. „Der Spaßfaktor ist genauso groß wie der Stressfaktor“, sagte Carlotta Hollberg, eine Teilnehmerin und Schülerin des Vincent-Lübeck-Gymnasiums.

Um eine angemessene Präsentation auf die Beine zu stellen, wurde auch nach Veranstaltungsende gegen 19 Uhr noch zu Hause teilweise bis spät in die Nacht weitergearbeitet. Flyer mussten kreiert und gedruckt werden, Prototypen des Produkts hergestellt, Verpackungen designt und Werbegeschenke eingekauft werden.

Großes Lob gab es zum Schluss für die Kreativität, die überzeugenden Leistungen und das Selbstvertrauen, das bei jedem Schüler groß genug sein musste, um vor bedeutenden Persönlichkeiten frei zu sprechen.

Die Woche war sicherlich stressig, aber auch interessant. Der Druck, unter dem die Schüler standen, ließ die Produktivität sicherlich steigen – und machte die Veranstaltung letztendlich zu einer lohnenswerten Erfahrung.

Interessierten Zwölftklässlern wird auch im kommenden Jahr wieder die Möglichkeit geboten, einen Einblick in das Wirtschaftsgeschehen zu nehmen

In der Arbeitsphase einer Spielperiode: Stephanie Hilck, Lena
Stemmler, Anna-Sophie von Bremen und Martin Schonschek (von links)

In der Arbeitsphase einer Spielperiode: Stephanie Hilck, Lena Stemmler, Anna-Sophie von Bremen und Martin Schonschek (von links)

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