In den Herbstferien wurde wieder das Management Information Game
(MIG) der Stader Gymnasien gespielt.
In Kooperation mit Stader Firmen wurde Schülern ermöglicht, in
einem Planspiel ein virtuelles Produkt zu entwerfen und in
Konkurrenz zueinander die beste Vermarktungsstrategie zu
entwickeln. Jugendreporterin Stephanie Hilck hat mitgespielt und
berichtet über die Erfahrungen, die sie mit den anderen Teilnehmern
gemacht hat.
Wie viele Mitarbeiter und Hilfsarbeiter einstellen? Bis zu welchem
Grad die Maschinen auslasten? Zusätzliche Lagerräume anmieten?
Fremdkapital nutzen, um mehr Investitionen zu tätigen? Welche
Entscheidungen sind richtig und richtungsführend für mein
Unternehmen? Fragen wie diese schwirrten in den Köpfen von 23
wirtschaftlich interessierten Schülern des
Vincent-Lübeck-Gymnasiums und des Athenaeum beim „Management
Information Game“.
Drei Firmen wurden gebildet. Aus acht Mitgliedern bestand meine
Gruppe, die den Vorstand innerhalb eines Unternehmens darstellte.
Mithilfe einer Software wurde eine realistische Situation
simuliert, die eng an die wirtschaftliche Situation im Land
angelehnt ist. Vertreter der kooperierenden Unternehmen – die
Kreissparkasse Stade, city-map Stade, Pallentin und Partner,
Handball Marketing Buxtehude, Sparkasse Stade - Altes Land und die
Stader Saatzucht – sorgten mit Fachvorträgen für wissenschaftlichen
Input, den wir Spieler als Hintergrundwissen dankbar annahmen.
Schüler spielen Wirtschaft
so erschienen im Stader Tageblatt am 07.11.2015

Simulierte Vorstandssitzung: Der Geschäftsbericht wird vorgestellt.

In den Räumen der Stader Aluminium-Oxid-Fabrik AOS rauchten die
Köpfe der Jung-Unternehmer, die im Konkurrenzkampf mit den beiden
anderen Firmen standen und unbedingt die meisten Märkte mit dem
besten Umsatz und dem höchsten Gewinn erschließen wollten.
Zur Vereinfachung wählten wir drei Produkte aus: auf dem Markt
gängige Kopfhörer, eine forschungsbedürftige Zahnbürste mit
Bluetooth-Schnittstelle und eine von den Teilnehmern erfundene
Mikrowellen-Brotdose, die noch in den Kinderschuhen steckte. Indem
wir bei den investierten Forschungskosten, den Vertriebskosten und
den Werbekosten verschiedene Schwerpunkte legten, konnten wir die
Produkte auf den Märkten Nordamerika, Westeuropa, Osteuropa und
Deutschland anbieten. Auch bei der vereinfachten Spiel-Version
wurden die komplexen Zusammenhänge der realen Wirtschaft deutlich.
Im Rahmen des MIG stand ein Präsentationsabend vor
Unternehmensleitern, Wirtschaftsteilnehmern, Schulleitern und
Eltern an. Dabei sollten wir das eigens erfundene Produkt in einer
Art Verkaufsveranstaltung möglichen Investoren schmackhaft machen.
Gleichzeitig war der Abend eine gute Möglichkeit, Fragen an
Wirtschaftsakteure zu stellen und wichtige Kontakte zu knüpfen.
„Der Spaßfaktor ist genauso groß wie der Stressfaktor“, sagte
Carlotta Hollberg, eine Teilnehmerin und Schülerin des
Vincent-Lübeck-Gymnasiums.
Um eine angemessene Präsentation auf die Beine zu stellen, wurde
auch nach Veranstaltungsende gegen 19 Uhr noch zu Hause teilweise
bis spät in die Nacht weitergearbeitet. Flyer mussten kreiert und
gedruckt werden, Prototypen des Produkts hergestellt, Verpackungen
designt und Werbegeschenke eingekauft werden.
Großes Lob gab es zum Schluss für die Kreativität, die
überzeugenden Leistungen und das Selbstvertrauen, das bei jedem
Schüler groß genug sein musste, um vor bedeutenden Persönlichkeiten
frei zu sprechen.
Die Woche war sicherlich stressig, aber auch interessant. Der
Druck, unter dem die Schüler standen, ließ die Produktivität
sicherlich steigen – und machte die Veranstaltung letztendlich zu
einer lohnenswerten Erfahrung.
Interessierten Zwölftklässlern wird auch im kommenden Jahr wieder
die Möglichkeit geboten, einen Einblick in das Wirtschaftsgeschehen
zu nehmen

In der Arbeitsphase einer Spielperiode: Stephanie Hilck, Lena Stemmler, Anna-Sophie von Bremen und Martin Schonschek (von links)


