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  1. 2016

AG Deutsch für Migranten

von Tabea Lohmann

Gerade jetzt im großen Flüchtlingsstrom kommen viele ausländische Familien nach Deutschland, doch auch vorher gab es schon viele eingewanderten Familien. Da haben sich Frau von Plato, Frau J. Schulz und Frau Helmers gefragt, was unsere Schule tun kann. Dadurch wurde die AG Deutsch für Migranten seit September 2015 ins Leben gerufen.

In der AG, die montags am Nachmittag statt findet, geht es darum, dass Schüler unserer Schule ab der neunten Klasse Migranten Deutsch beibringen und sie unterstützen.
‘‘Das ist der Plan, doch die Umsetzung ist eine Herausforderung‘‘, so Frau von Plato.

Insgesamt 60 Schülerinnen und Schüler sind in dieser AG - sie werden in Gruppen von ungefähr sechs Leuten eingeteilt. Die Migranten sind zwischen acht und siebzehn Jahre alt. Einige sind erst seit ein paar Monaten in Deutschland, andere schon mehrere Jahre. Sie kommen aus verschiedenen Ländern, aus Polen, aus Syrien oder afrikanischen Ländern; sogar Austauschschüler aus Amerika machen mit. Auf die Frage, warum sie ausgerechnet nach Deutschland kommen, antworteten mir einige, dass sie finden, dass Deutsch eine schöne Sprache ist, andere kamen natürlich, weil sie flüchten mussten. Doch als es ans Lernen ging, stellten sie fest, dass Deutsch auch sehr schwer ist.


An einem Tag erzählten sowohl die Schüler mit Migrationshintergrund als auch die Schüler unserer Schule von ihrer Verwandtschaft und ihren Freunden, zeichneten Steckbriefe und berichteten von ihren Erlebnissen am Wochenende. In anderen Wochen gibt es andere Themen, über die sich alle so gut es geht unterhalten oder austauschen.
Alle haben sehr viel Freude daran und der Lernfortschritt ist sehr hoch. Frau von Plato, Frau Schulz und Frau Helmers sind zuversichtlich, dass alles weiterhin weitgehend reibungslos verläuft.

Nachtrag vom Dezember 2015

Mahmoud ist einer der vielen Schüler, die Migranten helfen Deutsch zu lernen. Frau Schulz und Frau Helmers sagen, dass er schon fast wie ein „Wunderkind“ sei, da er seiner Gruppe, die zu Anfang kein Wort Deutsch gesprochen habe, wahnsinnig viel beigebracht habe.
Da stelle ich mir doch einige Fragen und gebe sie an Mahmoud weiter. Die erste ist, warum er sich bei der AG überhaupt gemeldet hat. Mahmoud antwortet darauf, dass er selber vor fünf Jahren aus dem Libanon geflohen ist und er deshalb weiß, wie sich die Schüler fühlen. Er möchte ihnen helfen, weil er das Gefühl kennt, in ein Land zu kommen und nicht einmal die Sprache zu können. Er musste sich alles selber beibringen, weil ihm damals keiner helfen konnte.
Weiter frage ich, was ihm an der Arbeit in der AG so gut gefällt. Ihm macht es besonders Spaß, weil er später einmal Lehrer oder Dolmetscher werden möchte, da seine Muttersprachen Französisch und Arabisch sind.
Zum Schluss sagt Mahmoud, dass er außerdem ''Problemkindern'' im Altländer Viertel hilft, was mir zeigt, wie sozial er ist. ,,Ich möchte Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“

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