Gerade jetzt im großen Flüchtlingsstrom kommen viele ausländische
Familien nach Deutschland, doch auch vorher gab es schon viele
eingewanderten Familien. Da haben sich Frau von Plato, Frau J.
Schulz und Frau Helmers gefragt, was unsere Schule tun kann.
Dadurch wurde die AG Deutsch für Migranten seit September 2015 ins
Leben gerufen.
In der AG, die montags am Nachmittag statt findet, geht es darum,
dass Schüler unserer Schule ab der neunten Klasse Migranten Deutsch
beibringen und sie unterstützen.
‘‘Das ist der Plan, doch die Umsetzung ist eine Herausforderung‘‘,
so Frau von Plato.
Insgesamt 60 Schülerinnen und Schüler sind in dieser AG - sie
werden in Gruppen von ungefähr sechs Leuten eingeteilt. Die
Migranten sind zwischen acht und siebzehn Jahre alt. Einige sind
erst seit ein paar Monaten in Deutschland, andere schon mehrere
Jahre. Sie kommen aus verschiedenen Ländern, aus Polen, aus Syrien
oder afrikanischen Ländern; sogar Austauschschüler aus Amerika
machen mit. Auf die Frage, warum sie ausgerechnet nach Deutschland
kommen, antworteten mir einige, dass sie finden, dass Deutsch eine
schöne Sprache ist, andere kamen natürlich, weil sie flüchten
mussten. Doch als es ans Lernen ging, stellten sie fest, dass
Deutsch auch sehr schwer ist.
AG Deutsch für Migranten
von Tabea Lohmann


An einem Tag erzählten sowohl die Schüler mit Migrationshintergrund
als auch die Schüler unserer Schule von ihrer Verwandtschaft und
ihren Freunden, zeichneten Steckbriefe und berichteten von ihren
Erlebnissen am Wochenende. In anderen Wochen gibt es andere Themen,
über die sich alle so gut es geht unterhalten oder austauschen.
Alle haben sehr viel Freude daran und der Lernfortschritt ist sehr
hoch. Frau von Plato, Frau Schulz und Frau Helmers sind
zuversichtlich, dass alles weiterhin weitgehend reibungslos
verläuft.

Nachtrag vom Dezember 2015
Mahmoud ist einer der vielen Schüler, die Migranten helfen Deutsch
zu lernen. Frau Schulz und Frau Helmers sagen, dass er schon fast
wie ein „Wunderkind“ sei, da er seiner Gruppe, die zu Anfang kein
Wort Deutsch gesprochen habe, wahnsinnig viel beigebracht habe.
Da stelle ich mir doch einige Fragen und gebe sie an Mahmoud
weiter. Die erste ist, warum er sich bei der AG überhaupt gemeldet
hat. Mahmoud antwortet darauf, dass er selber vor fünf Jahren aus
dem Libanon geflohen ist und er deshalb weiß, wie sich die Schüler
fühlen. Er möchte ihnen helfen, weil er das Gefühl kennt, in ein
Land zu kommen und nicht einmal die Sprache zu können. Er musste
sich alles selber beibringen, weil ihm damals keiner helfen konnte.
Weiter frage ich, was ihm an der Arbeit in der AG so gut gefällt.
Ihm macht es besonders Spaß, weil er später einmal Lehrer oder
Dolmetscher werden möchte, da seine Muttersprachen Französisch und
Arabisch sind.
Zum Schluss sagt Mahmoud, dass er außerdem ''Problemkindern'' im
Altländer Viertel hilft, was mir zeigt, wie sozial er ist. ,,Ich
möchte Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“


