Viele Jugendliche engagieren sich ehrenamtlich. Eine davon ist die
17-jährige Katharina Kelm. Jugendreporterin Marlene Schüttler (17)
stellt sie vor:
„Ich bin in der Schülervertretung, in der Kirche und bei der
Flüchtlingshilfe ehrenamtlich tätig, und ich bin
Ponyhofbetreuerin“, erzählt Katharina Kelm. Für die Kirche fährt
die Staderin mit als Teamerin bei der Stader Flotte und bei
Zeltlagern, und sie organisiert Rainbow- und Kindergottesdienste
mit. Auch ist sie in der Landesjugendkammer aktiv.
Seit Katharina Kelm sechs war, fuhr sie jedes Jahr ins Zeltlager.
Mit 14 absolvierte sie die Jugendleiterausbildung bei der Kirche.
„Als ich die Juleica hatte, habe ich mich in der Kirche engagiert“,
erzählt sie. „Dann bin ich mit zur Landesjugendkammer nach Hannover
gefahren und habe mich in das jugendpolitische Gremium der
evangelischen Jugend wählen lassen. Da organisieren wir das
Landesjugendcamp, berichten, was so in den Kirchen passiert, geben
Standpunkte ab zum Beispiel zur Flüchtlingspolitik und setzen
Richtlinien für die Juleica fest. Wie zum Beispiel, ob man mehr
Angaben als ‚männlich‘ oder ‚weiblich‘ machen sollte.“
Die 17-Jährige engagiert sich viel in der Kirche, da sie
christliche Werte gut findet, zum Beispiel das Gebot, anderen zu
helfen. Sie findet, dass man diese Werte vermitteln sollte und
Menschen zeigen sollte, wie schön es ist, wenn man anderen hilft
und es denen danach gut geht.
Auf die Idee, Flüchtlingen Deutschunterricht zu geben, ist sie
durch ihre Mitarbeit in der Schülervertretung am Athenaeum
gekommen. Die Athe-Schülerin hat Kontakt zur Schülervertretung am
Vincent-Lübeck Gymnasium, die in der Flüchtlingshilfe sehr aktiv
ist, und wurde Mitglied in der Migranten AG am Athenaeum. „Mit
Flüchtlingen zu arbeiten, ist sehr lustig“, erzählt die Staderin.
„Man merkt gar nicht, was die alles erlebt haben, weil sie die
ganze Zeit lachen und über sich selbst lachen. Wenn ich versuche,
Persisch zu reden, lachen sie sich einen Ast ab.“
Auf dem Ponyhof, auf dem sie jetzt als Betreuerin arbeitet, ist sie
selbst lange geritten. Irgendwann wurde sie gefragt, ob sie nicht
Lust hätte, Betreuerin zu werden.
„Am meisten Spaß macht mir die ehrenamtliche Arbeit, wenn Kinder
sich freuen und wenn das, was man geplant hat, gut ankommt“, sagt
die Schülerin. „Beim Zeltlager denken wir uns zum Beispiel
Geländespiele aus, und wenn die Kinder total glücklich sind, ist
das Spiel gut angekommen. Oder beim Ponyhof, „wenn sie weinen, weil
die Tage so schön waren und sie hinterher nicht gehen wollen“.
Besonders gut gefällt ihr, mit Kindern zu arbeiten. Auch das
Politische gefällt ihr, weil sie ihre Position vertreten kann und
in dem Gremium, in dem sie tätig ist, etwas verändern kann. Die
ehrenamtliche Arbeit bringt sie persönlich weiter. Die 17-Jährige
erzählt: „Ich lerne, wie ich mit Kindern und Leuten umgehen muss
und mit schweren Situationen umzugehen. Das gibt einem
Selbstvertrauen.“
Obwohl ihre verschiedenen Aktivitäten sehr viel Zeit beanspruchen,
fühlt sich Katharina nicht überfordert. Sie sagt: „Die
ehrenamtliche Arbeit ist schon sehr viel, aber ich weiß, dass ich
überall sagen könnte, dass ich eine Pause brauche, deswegen
überfordert mich das nicht. Ich muss mich auch nie viel
vorbereiten, außer ich fahre nach Hannover und halte dort einen
Vortrag oder erstatte Bericht.“
Vielseitig ehrenamtlich engagiert
so erschienen im Stader Tageblatt am 13.02.2016

Am meisten Spaß macht ihr die ehrenamtliche Arbeit mit Kindern: Katharina Kelm als Teamerin auf der Stader Flotte.


