Vom 10.3. – 12.3. kamen die Sieger der Regionalwettbewerbe Schüler
experimentieren zum diesjährigen Finale nach Oldenburg. Mit dabei
war Lennert Sprenger, Klasse 9, und Mitglied der
Arbeitsgemeinschaften für Astronomie sowie für Jugend forscht. Er
hatte sich mit Exoplaneten beschäftigt. Das sind Planeten, die
außerhalb unseres Planetensystems um einen fernen Stern kreisen.
Solche Planeten sind an sich schon interessant. Besonders spannend
ist die Frage, ob ein solcher Planet bewohnbar sein kann. Dazu
errechnete er die Bahnen der Exoplaneten mit Hilfe der Newton’schen
Axiome. Anschließend modellierte er das Klima auf den Exoplaneten
mit Hilfe der Bahndaten, sowie Energie- und
Temperaturgleichgewichten, die bei der Bestrahlung des Planeten
durch seinen Heimatstern entstehen.
Zusätzlich wollte er auch selbst Exoplaneten beobachten und
nachweisen. Das ist nicht ganz einfach. So wurde erstmals im Jahr
1995 überhaupt der erste Exoplanet nachgewiesen, der einen
sonnenähnlichen Stern umkreist. Der Entdecker erhielt für diesen
astronomischen Meilenstein im Jahr 2004 die Albert Einstein
Medaille. Wie sollte Lennert also vorgehen? Er entschied sich für
die Transitmethode. Dabei schiebt sich der Planet zwischen die Erde
und seinen Heimatstern. Dadurch verdunkelt sich der Stern um
ungefähr 1 %. Um dieses kleine Signal nachzuweisen, nahm Lennert
bei einer Verdunklung hunderte Fotos des Sterns von unserer
Sternwarte aus auf. Dabei nutzte der Jungforscher
Automatisierungsroutinen der Robotikmontierung und der
Astronomiekamera. Zur Auswertung erstellte er eigens ein
Computerprogramm, das diese Fotos autonom, pixelgenau und mit
mathematischer Präzision untersuchte. Die Ergebnisse analysierte
Lennert mit Hilfe der beurteilenden Statistik und berechnete die
Irrtumswahrscheinlichkeit seines Nachweises. Schließlich gibt es
bei jeder wissenschaftlichen, technischen oder auch medizinischen
Messung eine Irrtumswahrscheinlichkeit – eine absolut sichere
Messung gibt es nur im Bereich der Phantasie oder der Naivität.
Die Jury lobte dieses Vorgehen, die Ergebnisse und den Vortrag –
nur den Stand mit seinem Poster hätte er noch anschaulicher
gestalten können. So erhielt er den zweiten Preis im Fachgebiet
Geo- und Raumwissenschaften, herzlichen Glückwunsch!
Lennert Sprenger erzielt zweiten Platz beim Landeswettbewerb
Schüler experimentieren
in Oldenburg
von Hans-Otto Carmesin



