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  1. 2016

Lennert Sprenger erzielt zweiten Platz beim Landeswettbewerb Schüler experimentieren
in Oldenburg

von Hans-Otto Carmesin

Vom 10.3. – 12.3. kamen die Sieger der Regionalwettbewerbe Schüler experimentieren zum diesjährigen Finale nach Oldenburg. Mit dabei war Lennert Sprenger, Klasse 9, und Mitglied der Arbeitsgemeinschaften für Astronomie sowie für Jugend forscht. Er hatte sich mit Exoplaneten beschäftigt. Das sind Planeten, die außerhalb unseres Planetensystems um einen fernen Stern kreisen. Solche Planeten sind an sich schon interessant. Besonders spannend ist die Frage, ob ein solcher Planet bewohnbar sein kann. Dazu errechnete er die Bahnen der Exoplaneten mit Hilfe der Newton’schen Axiome. Anschließend modellierte er das Klima auf den Exoplaneten mit Hilfe der Bahndaten, sowie Energie- und Temperaturgleichgewichten, die bei der Bestrahlung des Planeten durch seinen Heimatstern entstehen.
Zusätzlich wollte er auch selbst Exoplaneten beobachten und nachweisen. Das ist nicht ganz einfach. So wurde erstmals im Jahr 1995 überhaupt der erste Exoplanet nachgewiesen, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist. Der Entdecker erhielt für diesen astronomischen Meilenstein im Jahr 2004 die Albert Einstein Medaille. Wie sollte Lennert also vorgehen? Er entschied sich für die Transitmethode. Dabei schiebt sich der Planet zwischen die Erde und seinen Heimatstern. Dadurch verdunkelt sich der Stern um ungefähr 1 %. Um dieses kleine Signal nachzuweisen, nahm Lennert bei einer Verdunklung hunderte Fotos des Sterns von unserer Sternwarte aus auf. Dabei nutzte der Jungforscher Automatisierungsroutinen der Robotikmontierung und der Astronomiekamera. Zur Auswertung erstellte er eigens ein Computerprogramm, das diese Fotos autonom, pixelgenau und mit mathematischer Präzision untersuchte. Die Ergebnisse analysierte Lennert mit Hilfe der beurteilenden Statistik und berechnete die Irrtumswahrscheinlichkeit seines Nachweises. Schließlich gibt es bei jeder wissenschaftlichen, technischen oder auch medizinischen Messung eine Irrtumswahrscheinlichkeit – eine absolut sichere Messung gibt es nur im Bereich der Phantasie oder der Naivität.
Die Jury lobte dieses Vorgehen, die Ergebnisse und den Vortrag – nur den Stand mit seinem Poster hätte er noch anschaulicher gestalten können. So erhielt er den zweiten Preis im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften, herzlichen Glückwunsch!

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