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  1. 2016

Die Eins-Nuller vom Athenaeum

so erschienen im Stader Tageblatt am 18.06.2016

743 Jugendliche haben im Landkreis Stade ihre Abiturprüfungen bestanden. Am Traditionsgymnasium Athenaeum in Stade steht gleich bei sieben Schülern die Note 1,0 auf dem Zeugnis. Ein Novum in der Schulgeschichte. Das Erstaunen war auch bei den Betroffenen selbst groß.

„Die meisten von uns hat es überrascht, dass wir es geworden sind“, berichtet Melina Umland (18 Jahre). „Wir wussten schon nach der elften Klasse, dass wir einige sehr gute Schüler haben“, erzählt Katja von Allwörden (17). Aber die Traumnote sei immer noch „ein Mythos für sich“, findet Paul Anton Rainer (18). Die Stimmung im Abschlussjahrgang sei gelöst, sagen die scheidenden Gymnasiasten. Eine letzte gemeinsame Reise nach Polen liegt hinter ihnen.

Am Donnerstag zelebrierten sie ihren Chaotentag mit einem Bühnenprogramm auf dem Schulhof. Am Freitag bekamen die Jugendlichen im Rahmen einer Feierstunde dann ihre Zeugnisse. Am Sonnabend steht abends der Abiturball im Fährhaus Kirschenland in Jork-Wisch auf dem Programm. Dann trennen sich ihre Wege. „Ich bin ganz froh, dass die stressige Phase vorbei ist“, sagt Melina Umland. „Aber ich finde es schade, dass wir uns verlieren.“

Die sieben Spitzenschüler kommen aus verschiedenen Kursen. Eine einfache Erklärung für den beeindruckenden Erfolg der Truppe gebe es nicht, sagt Paul Anton Rainer. Vermutlich stecke eine Mischung aus ehrgeizigen Schülern und motivierenden Lehrern dahinter, sagt Melanie Umland. „Wir haben einen guten Zusammenhalt im Jahrgang. Wir mögen uns und können uns gut organisieren“, ergänzt Anetta Tiara Hartono (18). Das Lernklima sei angenehm gewesen, sagt Richard Manfred Unkelbach (18). Die Abiturklausuren seien ihnen eher leichtgefallen, berichten die Jugendlichen. Lediglich die völlig überfrachtete Mathematikarbeit (das TAGEBLATT berichtete) habe einige von ihnen erzürnt. „Das war schon frustrierend“, sagt Unkelbach.

„Im Studium wird es bestimmt härter“, gibt Anetta Tiara Hartono zu bedenken. Sie möchte zunächst ein Jahr als Au-Pair-Mädchen arbeiten und im Anschluss vielleicht Medizin studieren. „Ich bin noch ziemlich offen für alles“, sagt die Abiturientin mit indonesischen Wurzeln. Melina Umland und Katja von Allwörden spielen ebenfalls mit dem Gedanken, in die Medizin zu gehen. Richard Manfred Unkelbach möchte Pilot werden, Paul Anton Rainer ein Lehramtsstudium aufnehmen.

Eine zielstrebige Gruppe mit ganz normalen Hobbys. Musizieren, Lesen, Fotografieren, Freunde treffen, Reisen – das steht bei ihnen hoch im Kurs. Dafür blieb zuletzt jedoch wenig Zeit: „Ich habe es mir beim Lernen unglaublich schwer gemacht“, erzählt Melina Umland. „90 Prozent war umsonst“, weiß sie heute. „Ich dachte wirklich, dass es schlecht wird“, sagt Katja von Allwörden. Inzwischen kann sie darüber lachen – sie hat eine 1,0.

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