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  1. 2016

Quo vadis, discipule latine?

von Wiebke Moritz

48 Schülerinnen und Schüler des 7. Jahrgangs wussten auf diese Frage Anfang des Schuljahres die gleiche Antwort: Ad Haltern am See! Dorthin fuhren sie - begleitet von Frau Ölkers, Frau Uhlen, Frau Helmers und Herrn Veit - um für drei Tage den bis zu zweitausend Jahre alten Zeugnissen der Römer nachzuspüren.
Das Römische Reich erstreckte sich zur Zeit seiner größten Ausdehnung bis über den Rhein und so muss man von Stade aus nur ein paar Stunden Bus fahren, um einen Ausflug in die römische Geschichte unternehmen zu können.
Die erste Station für die Lateinschüler des Athenaeums war das Römermuseum in Haltern am See. Vor 2000 Jahren befand sich an selbiger Stelle eines der größten Militärlager der Römer, ca. 5000 Soldaten lebten allein im Hauptlager des Komplexes. Die Exponate des Museums zeugen von der hochentwickelten Kultur und Technik der Römer: von ihren beeindruckenden baulichen, logistischen und handwerklichen Fertigkeiten. Ein Schüler konnte besonders tief in die römische Geschichte eintauchen: Er durfte in eine originale Rüstung schlüpfen und sich wie ein römischer Legionär fühlen.
Nach dem Museumsbesuch wurde das Quartier für die nächsten zwei Nächte bezogen, die Jugendherberge in Haltern am See. Eine „gepimpte“ Herberge, wie Alexander und Luca hinterher einstimmig urteilen, will heißen: eine recht noble Unterkunft!
Von Haltern ging es am nächsten Tag ins ca. 60 Kilometer entfernte niederrheinische Xanten. Auf dem Gelände der antiken Provinzstadt Colonia Ulpia Traiana wird dank zahlreicher Rekonstruktionsbauten im Maßstab 1:1 römische Geschichte lebendig und in dem zum Park gehörenden Museum zeigen antike Fundstücke und moderne Medien, wie römischer Alltag vor 2000 Jahren aussah. Es blieb aber nicht nur beim Anschauen. In verschiedenen Workshops konnten die Athenaeer ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen. So fertigten sie mit Wachs ausgegossene Schreibtafeln, versahen Namensschildchen aus Messingblech mit Inschriften und gravierten kleine Steine, sogenannte Gemmen, mit denen die Römer Briefe und Urkunden versiegelten.

Der letzte Tag der Reise stand ganz im Zeichen der Varusschlacht. Auf der Rückfahrt besuchten die Lateiner nämlich noch den Ort in der Nähe von Kalkriese, an dem im Jahre 9 n. Chr. jene berühmte Schlacht stattgefunden haben soll, bei der drei römische Legionen samt Hilfstruppen und Versorgungstross eine vernichtende Niederlage gegen die Germanen erlitten und durch welche die römischen Bemühungen beendet wurden, die rechtsrheinischen Gebiete Germaniens bis zur Elbe zu einer Provinz des Römischen Reiches zu machen. Besonders eindrücklich war der Nachbau einer bei archäologischen Ausgrabungen entdeckten Wallanlage, die die Germanen als Versteck und zur Abwehr der Römer nutzten.
Wer weiß: Wenn die Germanen sich damals nicht so erfolgreich verteidigt hätten, könnten die Stader Lateinschüler heute vielleicht römische Ausgrabungen direkt vor Ort mit dem Fahrrad besuchen...

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