48 Schülerinnen und Schüler des 7. Jahrgangs wussten auf diese
Frage Anfang des Schuljahres die gleiche Antwort: Ad Haltern am
See! Dorthin fuhren sie - begleitet von Frau Ölkers, Frau Uhlen,
Frau Helmers und Herrn Veit - um für drei Tage den bis zu
zweitausend Jahre alten Zeugnissen der Römer nachzuspüren.
Das Römische Reich erstreckte sich zur Zeit seiner größten
Ausdehnung bis über den Rhein und so muss man von Stade aus nur ein
paar Stunden Bus fahren, um einen Ausflug in die römische
Geschichte unternehmen zu können.
Die erste Station für die Lateinschüler des Athenaeums war das
Römermuseum in Haltern am See. Vor 2000 Jahren befand sich an
selbiger Stelle eines der größten Militärlager der Römer, ca. 5000
Soldaten lebten allein im Hauptlager des Komplexes. Die Exponate
des Museums zeugen von der hochentwickelten Kultur und Technik der
Römer: von ihren beeindruckenden baulichen, logistischen und
handwerklichen Fertigkeiten. Ein Schüler konnte besonders tief in
die römische Geschichte eintauchen: Er durfte in eine originale
Rüstung schlüpfen und sich wie ein römischer Legionär fühlen.
Nach dem Museumsbesuch wurde das Quartier für die nächsten zwei
Nächte bezogen, die Jugendherberge in Haltern am See. Eine
„gepimpte“ Herberge, wie Alexander und Luca hinterher einstimmig
urteilen, will heißen: eine recht noble Unterkunft!
Von Haltern ging es am nächsten Tag ins ca. 60 Kilometer entfernte
niederrheinische Xanten. Auf dem Gelände der antiken Provinzstadt
Colonia Ulpia Traiana wird dank zahlreicher Rekonstruktionsbauten
im Maßstab 1:1 römische Geschichte lebendig und in dem zum Park
gehörenden Museum zeigen antike Fundstücke und moderne Medien, wie
römischer Alltag vor 2000 Jahren aussah. Es blieb aber nicht nur
beim Anschauen. In verschiedenen Workshops konnten die Athenaeer
ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen. So fertigten sie
mit Wachs ausgegossene Schreibtafeln, versahen Namensschildchen aus
Messingblech mit Inschriften und gravierten kleine Steine,
sogenannte Gemmen, mit denen die Römer Briefe und Urkunden
versiegelten.
Quo vadis, discipule latine?
von Wiebke Moritz


Der letzte Tag der Reise stand ganz im Zeichen der Varusschlacht.
Auf der Rückfahrt besuchten die Lateiner nämlich noch den Ort in
der Nähe von Kalkriese, an dem im Jahre 9 n. Chr. jene berühmte
Schlacht stattgefunden haben soll, bei der drei römische Legionen
samt Hilfstruppen und Versorgungstross eine vernichtende Niederlage
gegen die Germanen erlitten und durch welche die römischen
Bemühungen beendet wurden, die rechtsrheinischen Gebiete Germaniens
bis zur Elbe zu einer Provinz des Römischen Reiches zu machen.
Besonders eindrücklich war der Nachbau einer bei archäologischen
Ausgrabungen entdeckten Wallanlage, die die Germanen als Versteck
und zur Abwehr der Römer nutzten.
Wer weiß: Wenn die Germanen sich damals nicht so erfolgreich
verteidigt hätten, könnten die Stader Lateinschüler heute
vielleicht römische Ausgrabungen direkt vor Ort mit dem Fahrrad
besuchen...


