In einem unterhaltsamen Vortrag haben Meica Mischok aus dem 11.
Jahrgang und Max Neitzel aus der 9l am 20. Oktober von einer Reise
der ganz besonderen Art berichtet. Beide haben die ersten zwei
Wochen der Sommerferien auf den Azoren verbracht. Die Azoren? Von
dort kommt doch immer das gute Wetter zu uns? Ganz genau! Die
Inselgruppe vulkanischen Ursprungs inmitten des Atlantischen Ozeans
ist Namensgeber für ein Hochdruckgebiet, das sich im Bereich der
Azoren ausbildet und eine entscheidende Rolle für das Wetter
Mitteleuropas spielt.
Klingt nach Strandurlaub mit Cocktail in der Hand? Damit hatte die
Reise der beiden Athenaeer nichts gemein. Sie waren Teil einer
Gruppe von 22 Jugendlichen aus dem deutschsprachigen Raum, die vor
Ort Wale und Delfine erforscht haben. In einem schulinternen
anonymen Auswahlverfahren hatten sich Meica und Max zuvor gegen die
Mitbewerber durchgesetzt und damit einen der zwei dem Athe
zugesprochenen Plätze ergattert. Organisiert wurde die
Forschungsexpedition von dem in Heidelberg ansässigen Institut für
Jugendmanagement, das mit seinem interdisziplinären Bildungskonzept
Master MINT das Ziel verfolgt, den künftigen Nachwuchs an
Mathematikern, Informatikern, Naturwissenschaftlern und Ingenieuren
zu fördern.
In Heidelberg begann daher die gemeinsame Reise, die die Gruppe
nach Zwischenstopps in Frankfurt und Lissabon schließlich nach Pico
führte, der zweitgrößten Insel der Azoren. Die dortige
Jugendherberge diente den Jungforschern als Unterkunft, doch allzu
viel Zeit verbrachten sie dort nicht. Über die zwei Wochen bauten
sie ein ordentliches Schlafdefizit auf, so viel gab es zu sehen und
zu tun.
Eine Forschungsreise zu den Azoren
von Wiebke Moritz


Jeden Tag standen zwei dreistündige Ausfahrten auf dem Programm,
auf denen insgesamt rund 690 Tiersichtungen dokumentiert wurden,
davon überwiegend verschiedene Delfinarten, aber auch Schnabel-,
Pott- und sogar Blauwale . Die Fluke genannte Schwanzflosse des
größten Tieres der Erde zu sehen, habe definitiv zu den Highlights
der Reise gehört, so die beiden Stader.
Außer der Bestimmung der Art gehörte es u.a. zu den Aufgaben der
jungen Forscher, die Gruppengröße, die Atemfrequenz sowie die
Geschwindigkeit der Tiere zu ermitteln und genauestens
festzuhalten. In ihrem Vortrag erklärten Meica und Max, wie sie
dabei vorgingen.
In den Pausen zwischen den Ausfahrten mussten die Ergebnisse
ausgewertet und für allabendliche Präsentationen aufbereitet
werden. Hinzu kamen Umfragen, die sie unter den Inselbewohnern
durchführen mussten, beispielsweise zum Thema Klimawandel, Kultur
oder Wirtschaft. Es sei dabei gar nicht so leicht gewesen,
Interviewpartner zu finden, die des Englischen mächtig waren und
bereit waren, Auskunft zu geben. Insgesamt 110 Seiten
Forschungsarbeit kamen am Ende zusammen, eine beachtliche Leistung!
Auch zu Lande wurden Flora und Fauna sowie das Vulkangestein
genauer unter die Lupe genommen, und so wissen die beiden Athenaeer
nun, wie man auch heute noch die Fließrichtung der erkalteten Lava
bestimmen kann und dass die Blütenstände von Agaven bis zu 12 Meter
hoch werden können. Ein weiterer Höhepunkt des Aufenthaltes bildete
- im wahrsten Sinne des Wortes - die Besteigung des 2351 m hohen
Vulkans Ponta do Pico, der der Insel ihrem Namen gab und die
höchste Erhebung Portugals ist.
Meica und Max sind sich einig: Sie haben unvergessliche Tage
verlebt. Am Ende ihres Vortrages dankten sie daher dem Initiator
Herrn Volker Hansen, der stellvertretenden Schulleiterin Frau
Elfriede Schöning und allen voran dem Elternverein des Athenaeums,
der mit seiner großzügigen finanziellen Unterstützung die Reise
möglich gemacht hatte.


