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  1. 2016

Eine Forschungsreise zu den Azoren

von Wiebke Moritz

In einem unterhaltsamen Vortrag haben Meica Mischok aus dem 11. Jahrgang und Max Neitzel aus der 9l am 20. Oktober von einer Reise der ganz besonderen Art berichtet. Beide haben die ersten zwei Wochen der Sommerferien auf den Azoren verbracht. Die Azoren? Von dort kommt doch immer das gute Wetter zu uns? Ganz genau! Die Inselgruppe vulkanischen Ursprungs inmitten des Atlantischen Ozeans ist Namensgeber für ein Hochdruckgebiet, das sich im Bereich der Azoren ausbildet und eine entscheidende Rolle für das Wetter Mitteleuropas spielt.
Klingt nach Strandurlaub mit Cocktail in der Hand? Damit hatte die Reise der beiden Athenaeer nichts gemein. Sie waren Teil einer Gruppe von 22 Jugendlichen aus dem deutschsprachigen Raum, die vor Ort Wale und Delfine erforscht haben. In einem schulinternen anonymen Auswahlverfahren hatten sich Meica und Max zuvor gegen die Mitbewerber durchgesetzt und damit einen der zwei dem Athe zugesprochenen Plätze ergattert. Organisiert wurde die Forschungsexpedition von dem in Heidelberg ansässigen Institut für Jugendmanagement, das mit seinem interdisziplinären Bildungskonzept Master MINT das Ziel verfolgt, den künftigen Nachwuchs an Mathematikern, Informatikern, Naturwissenschaftlern und Ingenieuren zu fördern.
In Heidelberg begann daher die gemeinsame Reise, die die Gruppe nach Zwischenstopps in Frankfurt und Lissabon schließlich nach Pico führte, der zweitgrößten Insel der Azoren. Die dortige Jugendherberge diente den Jungforschern als Unterkunft, doch allzu viel Zeit verbrachten sie dort nicht. Über die zwei Wochen bauten sie ein ordentliches Schlafdefizit auf, so viel gab es zu sehen und zu tun.

Jeden Tag standen zwei dreistündige Ausfahrten auf dem Programm, auf denen insgesamt rund 690 Tiersichtungen dokumentiert wurden, davon überwiegend verschiedene Delfinarten, aber auch Schnabel-, Pott- und sogar Blauwale . Die Fluke genannte Schwanzflosse des größten Tieres der Erde zu sehen, habe definitiv zu den Highlights der Reise gehört, so die beiden Stader.
Außer der Bestimmung der Art gehörte es u.a. zu den Aufgaben der jungen Forscher, die Gruppengröße, die Atemfrequenz sowie die Geschwindigkeit der Tiere zu ermitteln und genauestens festzuhalten. In ihrem Vortrag erklärten Meica und Max, wie sie dabei vorgingen.
In den Pausen zwischen den Ausfahrten mussten die Ergebnisse ausgewertet und für allabendliche Präsentationen aufbereitet werden. Hinzu kamen Umfragen, die sie unter den Inselbewohnern durchführen mussten, beispielsweise zum Thema Klimawandel, Kultur oder Wirtschaft. Es sei dabei gar nicht so leicht gewesen, Interviewpartner zu finden, die des Englischen mächtig waren und bereit waren, Auskunft zu geben. Insgesamt 110 Seiten Forschungsarbeit kamen am Ende zusammen, eine beachtliche Leistung!
Auch zu Lande wurden Flora und Fauna sowie das Vulkangestein genauer unter die Lupe genommen, und so wissen die beiden Athenaeer nun, wie man auch heute noch die Fließrichtung der erkalteten Lava bestimmen kann und dass die Blütenstände von Agaven bis zu 12 Meter hoch werden können. Ein weiterer Höhepunkt des Aufenthaltes bildete - im wahrsten Sinne des Wortes - die Besteigung des 2351 m hohen Vulkans Ponta do Pico, der der Insel ihrem Namen gab und die höchste Erhebung Portugals ist.
Meica und Max sind sich einig: Sie haben unvergessliche Tage verlebt. Am Ende ihres Vortrages dankten sie daher dem Initiator Herrn Volker Hansen, der stellvertretenden Schulleiterin Frau Elfriede Schöning und allen voran dem Elternverein des Athenaeums, der mit seiner großzügigen finanziellen Unterstützung die Reise möglich gemacht hatte.

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