Am Freitag, den 4.11.16, hat die Konfliktlotsen-AG des Athenaeums
in der 5. und 6. Stunde ihr 10-jähriges Jubiläum gefeiert. Neben
rund 40 aktiven und ehemaligen Konfliktlotsen, der Leiterin und
Mitgründerin der AG, Frau Heimann, und ihrer ehemaligen Kollegin,
Frau Schröder-Doms, wohnten auch Frau Schöning, Herr Mayer und Frau
Mahdi, beide Mitglieder des Elternrates, und Herr Blocksdorf, der
Vorsitzende des Elternvereins, der Veranstaltung bei.
Die Bläserklasse 8m begleitete, angeleitet von Frau Schraplau und
Herrn Pape, die Veranstaltung mit ihrer Musik, angefangen mit der
„Muppet Show“. Anschließend richtete Frau Schöning sich mit ein
paar netten Worten an die Konfliktlotsen.
Frau Heimann und Frau Schröder-Doms erzählten die Geschichte der
Arbeitsgemeinschaft, von der Gründung bis zur aktuellen Situation.
In jeder Klasse des Athenaeums befinden sich drei ausgebildete
Streitschlichter, die für ein gutes Klima unter ihren Mitschülern
sorgen. Nicht alle Ausgebildeten nehmen weiterhin aktiv an den
Treffen der Konfliktlotsen teil, doch wie die beiden sagten:
„Einmal Streitschlichter, immer Streitschlichter“. Dies bestätigten
auch Wesley Kruin und Katharina Kelm, Schülersprecher und selbst
Konfliktlotsen. Die beiden hätten in ihrer Ausbildung in der
fünften Klasse viel Wichtiges für den Umgang mit anderen gelernt,
auf das sie heute zurückgreifen könnten.
Darüber hinaus wurden die Gewinner des Logowettbewerbs
bekanntgegeben, der während der letzten Wochen am Athenaeum
stattfand. Den ersten Platz erreichte Alexander Bieck aus dem 10.
Jahrgang, gefolgt von Leonie Wagner aus dem 8. Jahrgang. Frau
Heimann überreichte ihnen die von Media Markt gestifteten
Gutscheine im Wert von 75€ und 25€ und dankte auch den weiteren 20
Wettbewerbsteilnehmern für das Einreichen ihrer Entwürfe.
Für einen gemütlichen Ausklang wanderten die Anwesenden in die
Kabuschka, um ihr Jubiläum mit einem selbst zusammengestellten
Buffet zu feiern.
Die Fotos wurden freundlicherweise von Herrn Blocksdorf, dem
Vorsitzenden des Elternvereins, zur Verfügung gestellt.
10 Jahre Konfliktlotsen
von Julia Fuchs

Erfahrungen einer Streitschlichterin
von Leonie Wagner

Eines der Gründungsmitglieder der Konfliktlotsen-AG ist die heute
25-jährige Jurastudentin Janna Luis aus Osnabrück. Sie ist damals
mit drei anderen Mädchen auf Empfehlung ihrer Klassenlehrerin Frau
Elss zu der AG gegangen. Wir haben sie zu ihren Erfahrungen mit den
Konfliktlotsen befragt.
Sie fand bzw. findet es gut, dass Schüler einen Ansprechpartner auf
Augenhöhe haben und somit bei einer Auseinandersetzung nicht gleich
zu einem Lehrer müssen, um die Streitigkeit zu beenden.
Für ihr weiteres Leben hat ihr die AG insofern geholfen, dass sie
Konflikte besser versteht und deshalb besser mit ihnen umgehen
kann.
Sie meint aber auch, dass sie ihr eigenes Streitverhalten zwar
nicht immer in der Situation direkt anpassen kann, aber in der Lage
sei, es hinterher besser zu reflektieren und auch ihrem Gegenüber
Fehler einzugestehen.
Auch in den Konflikten anderer ist sie durch ihre Arbeit bei den
Konfliktlotsen zum Glück nicht diejenige, die mit hochrotem Kopf
danebensteht, sondern eher diejenige, die versucht die Situation zu
lösen.
Außerdem findet sie, dass man durch die Arbeit bei den
Streitschlichtern lernt, allein durch das gesprochene Wort
beruhigend und überzeugend auf andere zu wirken.
Diese erlernte Eigenschaft wird ihr sicherlich auch bei Ihrem
Hobby, dem Debattieren, sehr hilfreich sein. Sie ist ein aktives
Mitglied im Osnabrücker Debattier-Club.
In ihrer Freizeit macht sie aber auch Budo (Kampfsportart) oder
trifft sich mit Freunden zu einem Koch- bzw. Spieleabend.
Wir wünschen Janna noch viel Glück und Erfolg auf ihrem weiteren
Werdegang!
Streitschlichter vermitteln im Athenaeum
so erschienen im Stader Tageblatt am 18.11.2016

Wenn in Schulen viele unterschiedliche Menschen aufeinandertreffen
und sich entwickeln, kommt es natürlicherweise immer wieder zu
Streit. Um dem zu begegnen, gibt es die Konfliktlotsen. Am Stader
Gymnasium Athenaeum gibt es die Gruppe schon seit zehn Jahren.
Jugendreporterin Luise Kranzhoff (18), ehemalige Schülern des
Gymnasiums, stellt sie vor.
Nicht nur am Athenaeum, auch an anderen Schulen sind
Streitschlichter längst etabliert – so zum Beispiel am
Vincent-Lübeck-Gymnasium und an der Realschule Camper Höhe. Das
zehnjährige Jubiläum der Konfliktlotsen am Athenaeum lädt zu einem
Nachdenken über folgende Fragen ein: Wie können Streitschlichter in
das Geschehen eingreifen und den Schulalltag für alle angenehmer
machen? Wo liegen ihre Grenzen?
Mediation ist eine anerkannte Qualifikation
„Ich bin Streitschlichter, weil ich lernen will, wie man gut und
richtig zwischen Streitenden vermittelt und gemeinsam eine Lösung
erarbeitet.“ So fassen einige Schüler aus den Jahrgängen 7 bis 9
ihre Motivation zusammen. Dies zu lernen, ist sicherlich eine
nützliche Fähigkeit, die über das Schulleben hinaus Türen öffnen
kann. Mediation ist eine anerkannte Qualifikation, die zum Beispiel
auch Teil eines Jurastudiums sein kann. In der Schule werden diese
Fähigkeiten von Lehrern an interessierte Schüler vermittelt. Lehrer
erwerben ihrerseits vorher die Kenntnisse bei Fortbildungen. Fragen
sind da zum Beispiel: Wie verhält man sich neutral, aber bestimmt
in eskalierenden Situationen? Wie kann man zu einer Einigung finden
oder die Streitenden dazu führen, selber eine Lösung zu finden? Das
hängt sicherlich von der einzelnen Situation ab. Grundideen kann
aber eine Ausbildung vermitteln und zusätzlich die nötige
Sicherheit geben, in einer Konfliktsituation beherzt
einzuschreiten.

Viel schwieriger scheint es zu sein, ein Konzept zu finden, wie das
Angebot der Streitschlichter auch tatsächlich von den Schülern
genutzt wird. Lehrerin Gabriele Heimann, die 2006 zusammen mit
ihren Kollegen Dagmar Schröder-Doms und Peter Trautmann die
Arbeitsgemeinschaft am Athenaeum gegründet hat, berichtet, wie sich
das Konzept über die Jahre verändert hat. Zunächst habe es einen
Raum gegeben, in dem in der ersten großen Pause immer
Streitschlichter saßen, die man bei Problemen ansprechen konnte.
Dieses Angebot sei aber kaum genutzt worden, was natürlich auch für
die Streitschlichter enttäuschend war. Zudem habe die Umstellung
auf G8, also das Abitur nach acht Jahren auf dem Gymnasium, dazu
geführt, dass die vorher als Streitschlichter in Frage kommenden
Schüler der neunten und zehnten Klasse weniger Zeit für
Nachmittagsaktivitäten wie Arbeitsgemeinschaften hatten.
Das machte eine Änderung des Konzeptes notwendig. Man stellte fest,
dass die meisten Konflikte mit Handgreiflichkeiten in der fünften
und sechsten Klasse auftreten. Also baten die für die
Streitschlichter zuständigen Lehrer die jeweiligen Lehrerteams
dieser Klassen, jeweils drei Schüler auszuwählen, die nach ihrer
Ansicht über die nötigen sozialen Kompetenzen verfügen. Diese
genießen dann die Ausbildung zu Konfliktlotsen und sind hinterher
für zwei Jahre Ansprechpartner ihrer Klassenkameraden. Das hat den
Vorteil, dass die Betroffenen die Streitschlichter kennen. Außerdem
gibt es in jeder Klasse Schüler, die die gesamte Gruppe im Blick
haben und Beratungslehrern von Problemen berichten können. Diese
helfen dann zusammen mit dem Klassenlehrer bei Fällen, wie zum
Beispiel Mobbing, bei denen Streitschlichter allein nicht viel
ausrichten können. Aber auch nach den zwei Jahren können
Interessierte weiterhin als Konfliktlotsen aktiv sein. Sie stellen
dann unter anderem das Konzept in den unteren Klassenstufen vor. Am
Athenaeum sind Feierlichkeiten geplant. Neben einer Preisverleihung
für das beste Logo für die Streitschlichter (zwei Warengutscheine
im Wert von 100 Euro stiftete ein Elektronikfachmarkt) ist eine
Feierstunde mit Reden geplant. Unter anderem werden die beiden
gegenwärtigen Schulsprecher und ehemaligen Streitschlichter
Katharina Kelm und Wesley Kruin über ihre Erlebnisse berichten. Vor
allem ist es aber auch eine Gelegenheit, auf Streitschlichter und
ihre Arbeit hinzuweisen, die Anerkennung verdient hat.



