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  1. 2017

Astroabend am Athenaeum

von Maike Mayer

Am 3. März fand am Athenaeum der Astroabend statt. Mitglieder der Astronomie-AG unterstützt durch Herrn Dr. Carmesin und die Bigband unter der Leitung von Frau Simon boten dabei eine anschauliche Erklärung für das Phänomen der Gravitationswellen.

„Das haben die Mitglieder unseres Astronomy-Clubs doch wirklich gut erklärt, oder?“ Diese Frage gibt es während des Astroabends öfter zu hören. Auf der Bühne der Aula erklären die Schüler, die sich in der Astronomie-AG engagieren, ihren „amerikanischen Freunden“ im Rahmen einer Wette die erst vor einem Jahr entdeckten Gravitationswellen.
Die zugegebenermaßen recht schwache Rahmengeschichte wird schnell mit Leben gefüllt. Raumdehnung? - Wird mit Hilfe eines elastischen Bandes erklärt. Lichtgeschwindigkeit und schwarze Löcher? Mithilfe eines Fahrrades lässt sich vieles wesentlich einfacher verstehen. Auch der allen wohlbekannte Stau des Feierabendverkehrs kann als Beispiel herhalten. An seinem Beispiel wird dem Zuschauer die Leistungsdichte der Gravitationswelle verdeutlicht. „Das haben die Mitglieder unseres Astronomy-Clubs doch wirklich gut erklärt, oder?“ Zu Beginn des Abends lässt sich die Frage eindeutig bejahen. Wie auch nicht? Mit etlichen Requisiten geben sich die Schüler alle Mühe, die Gravitationswellen für wirklich jeden verständlich zu machen.


Apropos Wellen – auch die anderen Experten für Wellen, die es am Athenaeum gibt, sind in die Gestaltung des Astroabends involviert. Unter der Leitung der „Expertin der Schallwellen“, Frau Simon, ist die Bigband zuständig für die musikalische Untermalung der Bühnenhandlung. Und mit Schallwellen kennt sich die Gruppe wirklich aus. Die Musik wirkt nicht nur als angenehme Abwechslung zu den Formeln der Schüler der Astronomie-AG, sie unterstützt auch ihren Vortrag. Nicht nur begleitend während erklärender Präsentationsfolien ist die Bigband involviert, einzelne Instrumentalisten werden auch in die Erklärung der Gravitationswellen mit eingebaut. Wieso braucht die Astronomie komplizierte Fachbegriffe, wenn es in der Musik schon lange das Wort ‚Glissando‘ dafür gibt? Das ist zugegebenermaßen auch ein Fachbegriff, aber wer zuerst kommt…
In ihrem Vortrag nutzen die Mitglieder der Astronomie-AG immer wieder den Vorteil, den ihnen Hilfsmittel wie Kontrabass oder Posaune, aber auch einfaches Licht bieten können. Wenigstens zu Beginn ist es dabei jedem in der gut gefüllten Aula möglich, dem Geschehen auf der Bühne zu folgen. Sie machen komplexe Sachverhalte anschaulich und nachvollziehbar.
Nach der Pause, in der verschiedene, interessante Simulationen ausprobiert, Plakate betrachtet und natürlich vor allem etliche Stücke Kuchen gegessen werden können, driftet die Astronomie-AG jedoch leider immer stärker in das ab, was viele naturwissenschaftlich fremde Menschen von einer derartigen Veranstaltung befürchten. Zwar werden die Veranschaulichungen nicht weniger, die Formeln, mit denen der Betrachter konfrontiert wird, jedoch immer mehr. Als Schüler mit ausreichend naturwissenschaftlichem Unterricht lässt sich dem Geschehen immer noch recht gut folgen, doch vor allem den Eltern, deren eigene letzte Physikstunde bereits Jahre zurückliegt, fällt das Verstehen des Bühnengeschehens immer schwerer. Wofür stand das m in einer Formel noch mal? Wie jetzt? Differentialgleichung? Was ist das schon wieder?
„Das haben die Mitglieder unseres Astronomy-Clubs doch wirklich gut erklärt, oder?“ Im Laufe des Abends driftet die Antwort auf diese Frage von einem klaren „Ja!“ immer stärker in Richtung eines „Sie haben sich Mühe gegeben“ ab. Dennoch ist der Besuch eines Astroabends jedem zu empfehlen. Zu Beginn ist jeder, auch ganz ohne naturwissenschaftliche Kenntnisse in der Lage, dem Vortrag zu folgen. Die Veranschaulichungen durch etliche Requisiten sind hilfreich und abgesehen von ihrer Geschwindigkeit, die das Fotografieren leider so gut wie unmöglich machen, perfekt eingesetzt. Selbst wenn das Verständnis für das Bühnengeschehen irgendwann nachlässt, ist die begleitende Musik der Bigband allemal hörenswert. Und wen selbst das immer noch nicht überzeugen konnte: In der Pause gibt es Kuchen. Also auf zum Astroabend!

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