Am 3. März fand am Athenaeum der Astroabend statt. Mitglieder der
Astronomie-AG unterstützt durch Herrn Dr. Carmesin und die Bigband
unter der Leitung von Frau Simon boten dabei eine anschauliche
Erklärung für das Phänomen der Gravitationswellen.
„Das haben die Mitglieder unseres Astronomy-Clubs doch wirklich gut
erklärt, oder?“ Diese Frage gibt es während des Astroabends öfter
zu hören. Auf der Bühne der Aula erklären die Schüler, die sich in
der Astronomie-AG engagieren, ihren „amerikanischen Freunden“ im
Rahmen einer Wette die erst vor einem Jahr entdeckten
Gravitationswellen.
Die zugegebenermaßen recht schwache Rahmengeschichte wird schnell
mit Leben gefüllt. Raumdehnung? - Wird mit Hilfe eines elastischen
Bandes erklärt. Lichtgeschwindigkeit und schwarze Löcher? Mithilfe
eines Fahrrades lässt sich vieles wesentlich einfacher verstehen.
Auch der allen wohlbekannte Stau des Feierabendverkehrs kann als
Beispiel herhalten. An seinem Beispiel wird dem Zuschauer die
Leistungsdichte der Gravitationswelle verdeutlicht. „Das haben die
Mitglieder unseres Astronomy-Clubs doch wirklich gut erklärt,
oder?“ Zu Beginn des Abends lässt sich die Frage eindeutig bejahen.
Wie auch nicht? Mit etlichen Requisiten geben sich die Schüler alle
Mühe, die Gravitationswellen für wirklich jeden verständlich zu
machen.
Astroabend am Athenaeum
von Maike Mayer


Apropos Wellen – auch die anderen Experten für Wellen, die es am
Athenaeum gibt, sind in die Gestaltung des Astroabends involviert.
Unter der Leitung der „Expertin der Schallwellen“, Frau Simon, ist
die Bigband zuständig für die musikalische Untermalung der
Bühnenhandlung. Und mit Schallwellen kennt sich die Gruppe wirklich
aus. Die Musik wirkt nicht nur als angenehme Abwechslung zu den
Formeln der Schüler der Astronomie-AG, sie unterstützt auch ihren
Vortrag. Nicht nur begleitend während erklärender
Präsentationsfolien ist die Bigband involviert, einzelne
Instrumentalisten werden auch in die Erklärung der
Gravitationswellen mit eingebaut. Wieso braucht die Astronomie
komplizierte Fachbegriffe, wenn es in der Musik schon lange das
Wort ‚Glissando‘ dafür gibt? Das ist zugegebenermaßen auch ein
Fachbegriff, aber wer zuerst kommt…
In ihrem Vortrag nutzen die Mitglieder der Astronomie-AG immer
wieder den Vorteil, den ihnen Hilfsmittel wie Kontrabass oder
Posaune, aber auch einfaches Licht bieten können. Wenigstens zu
Beginn ist es dabei jedem in der gut gefüllten Aula möglich, dem
Geschehen auf der Bühne zu folgen. Sie machen komplexe Sachverhalte
anschaulich und nachvollziehbar.
Nach der Pause, in der verschiedene, interessante Simulationen
ausprobiert, Plakate betrachtet und natürlich vor allem etliche
Stücke Kuchen gegessen werden können, driftet die Astronomie-AG
jedoch leider immer stärker in das ab, was viele
naturwissenschaftlich fremde Menschen von einer derartigen
Veranstaltung befürchten. Zwar werden die Veranschaulichungen nicht
weniger, die Formeln, mit denen der Betrachter konfrontiert wird,
jedoch immer mehr. Als Schüler mit ausreichend
naturwissenschaftlichem Unterricht lässt sich dem Geschehen immer
noch recht gut folgen, doch vor allem den Eltern, deren eigene
letzte Physikstunde bereits Jahre zurückliegt, fällt das Verstehen
des Bühnengeschehens immer schwerer. Wofür stand das m in einer
Formel noch mal? Wie jetzt? Differentialgleichung? Was ist das
schon wieder?
„Das haben die Mitglieder unseres Astronomy-Clubs doch wirklich gut
erklärt, oder?“ Im Laufe des Abends driftet die Antwort auf diese
Frage von einem klaren „Ja!“ immer stärker in Richtung eines „Sie
haben sich Mühe gegeben“ ab. Dennoch ist der Besuch eines
Astroabends jedem zu empfehlen. Zu Beginn ist jeder, auch ganz ohne
naturwissenschaftliche Kenntnisse in der Lage, dem Vortrag zu
folgen. Die Veranschaulichungen durch etliche Requisiten sind
hilfreich und abgesehen von ihrer Geschwindigkeit, die das
Fotografieren leider so gut wie unmöglich machen, perfekt
eingesetzt. Selbst wenn das Verständnis für das Bühnengeschehen
irgendwann nachlässt, ist die begleitende Musik der Bigband allemal
hörenswert. Und wen selbst das immer noch nicht überzeugen konnte:
In der Pause gibt es Kuchen. Also auf zum Astroabend!


