Viele Leute trafen sich am vergangenen Sonntag am Bassenflether
Strand zum Picknick in der Sonne. Doch die meisten Besucher kamen,
um etwas Gutes für die Umwelt zu tun: Bei der Müllsammeln mit der
Organisation „Sea Shepherd“ waren etwa 85 Personen dabei.
Die Umweltschützer hatten gemeinsam mit der Gemeinde
Hollern-Twielenfleth zur Strandreinigung aufgerufen. Denn der
meiste Müll aus den Flüssen landet im Meer. Ein ansehnlicher,
unansehnlicher Haufen kam zusammen mit Sonnenschirm, Zeltplane,
Grillrost und Küchenmesser sowie jeder Menge Glasflaschen,
Plastikabfall und eingetütetem Hundekot.
Für eine weltweite Datenbank werde zum Schluss alles gezählt und
aufgeschlüsselt, sagt Dennis Schöddert (27). Der Hamburger
koordiniert die „Beach Clean-ups“ für die Region Hamburg und
Schleswig-Holstein. Besonders gefährlich seien kleine Plastikteile,
die die Tiere mit Futter verwechseln. Schöddert engagiert sich
ehrenamtlich bei „Sea Shepherd“, dem Hirten der Meere, „um was
Gutes zu tun und die Welt ein Stück besser zu machen“. Über das
Internet wurden viele auswärtige Unterstützer mobilisiert. Oliver
Rasche ist extra aus Kiel gekommen. „Es ist ein schönes Gefühl,
Teil der Lösung zu sein und nicht des Problems“, sagt der
46-Jährige.
Besonders Freiwillige aus der Region sind dabei und helfen gerne.
Belinda Papajewski (29) und Katherina Holste (26) aus Stade kennen
„Sea Shepherd“, wie sie berichten. „Eine tolle Organisation, ich
finde die Leute cool“, schwärmt Papajewski: „Ich wünsche mir, dass
das öfter gemacht wird.“ Mit Apfelsaft und Äpfeln, vom Landkreis
gesponsert, stärken sich die Freundinnen nach ihrem Einsatz. Conny
und Dennis Dependahl mit den Kindern Lina und Sam aus der Wingst
sammeln Strandmüll aus Überzeugung und freuen sich, dass das einmal
in der Nähe angeboten wird. Dabei sind auch ein paar Fünftklässler
des Stader Athenaeums, deren Abiturienten schon oft Müllberge
hinterlassen hatten. „Ich wollte auch mal was Gutes tun“, sagt
Jason Hinrichs (11), begleitet von Lehrerin Astrid Spiegeler.
Franziska Gerke (10) hat die Gruppe motiviert, nachdem sie einen
Vortrag für Jugendliche in Hollern von Rainer Lenthe von „Sea
Shepherd“ gehört hatte. Der Vortrag war eine Idee von Bürgermeister
Timo Gerke, die gut angekommen ist. „Wir haben viel erreicht“,
freuen sich Timo Gerke und Rainer Lenthe über die große Resonanz.
Die Zusammenarbeit zwischen „Sea Shepherd“ und der Gemeinde soll
mit weiteren Aktionen fortgesetzt werden.
Umweltschützer säubern den Strand
so erschienen im Stader Tageblatt am 02.05.17



