Als die beiden Schüler letztes Jahr über ihre Forschungsexpedition
auf den Azoren berichtet haben, war ich sofort begeistert und
wollte so etwas unbedingt auch machen. Als dann die E-Mail vom
Elternverein kam, dass so ein Stipenium noch einmal ausgeschrieben
wird, war mir klar: Ich würde alles dafür tun, dieses Stipendium
dieses Jahr zu erhalten. Und das habe ich letztendlich geschafft.
Die Zusage vom Elternverein, teilnehmen zu können, habe ich am 27.
April dieses Jahrs per Mail erhalten und nach über einem halben
Jahr, am 25. November, ging es endlich los.
Nach zehn Stunden Flug sind wir in Johannesburg gelandet und ich
habe mich nur einmal umschauen müssen, um zu merken, dass dort
wirklich alles anders ist. Schon am Flughafen lag ein vollkommen
anderes Klima in der Luft. Dann sind wir mit dem Bus gestartet und
so ging es dann bis zum 07. Dezember quer durch Südafrika. Was wir
genau gemacht haben, ist in Svenjas Bericht genauer zu lesen,
deswegen werde ich nicht so ins Detail gehen. Ich kann nur sagen,
dass diese Zeit die lehrreichste und interessanteste meines Lebens
war und ich sehr viel gelernt habe. Natürlich haben wir gelernt,
besser mit dem Computer umzugehen und wissenschaftliche Texte zu
verfassen, aber wesentlich wichtiger waren Dinge, auf die wir
vorher nicht geachtet haben.
Erfahrungsbericht über die Forschungsexpedition nach Südafrika
von Nora Utecht

Expeditionsgruppe am Flughafen in Heidelberg

Armitage Street in Soweto
Als wir z.B. in Heidelberg unsere Forschungsziele festgelegt haben
und beschlossen haben, die Temperatur zu messen sind wir
fälschlicherweise davon ausgegangen, dass wir ein Thermometer dabei
hätten. Aber nachher ist mir klargeworden, dass wir auch aus
solchen Umständen gelernt haben. Wir haben aus dem Nichts, ohne
genaue Vorgaben, was wir forschen sollten, einen 127-seitigen
Forschungsbericht geschrieben. Im Laufe der Expedition haben wir in
vier Zweierteams gearbeitet, die zu den Themen Flora, Fauna,
Infrastruktur & Wirtschaft und Mensch-Kutur-Sprache geforscht
haben, während der oder die Neunte in dringenden Fällen ausgeholfen
hat und einen Medienbericht für die Facebook-Seite der Organisation
geschrieben hat. Wir haben einen Tier-, einen Pflanzen-, einen
Produkte- und einen Straßenkatalog angelegt, in denen wir alles,
was wir zu den Themen gesehen haben, festgehalten und dokumentiert
haben. Besonders interessant war für mich das Thema
Mensch-Kultur-Sprache, weil es da meiner Meinung nach die größten
Unterschiede zu Deutschland gibt, da aus dem Kolonialismus
verschiedener Länder eine vollkommen einzigartige Mischkultur
entstanden ist.
Auf dieser Expedition haben wir alle den Aufbau Zielsetzung,
Methodik, Ergebnisse, Auswertung, Bewertung und Fazit
verinnerlicht, den man nicht nur auf Forschung sondern auch auf
private Ziele anwenden kann. Das werden hoffentlich alle Teilnehmer
der Expedition bewusst oder unbewusst in Zukunft anwenden, um
privat oder in der Karriere Dinge besser und schneller zu
erreichen.
Svenja und ich werden vielleicht nie wieder so anstrengende,
lehrreiche und vor allem großartige Tage erleben, wie dort, denn
diese Expedition ist eine Erfahrung gewesen, an die wir uns unser
ganzes Leben lang im positivsten Sinn zurückerinnern werden. Solche
Ereignisse bereichern unser Leben und haben in diesem Fall dazu
geführt, dass wir uns in Südafrika verändert haben. Seit dieser
Expedition sehe ich die Welt manchmal vollkommen anders als vorher.
Wir blicken der Zukunft freudig entgegen, in der Hoffnung, noch
einmal eine solche Erfahrung zu machen oder „wenigstens“ Südafrika,
ein wunderbares, faszinierendes Land, noch einmal sehen zu können.
Mit neuen Wünschen, Träumen und Erfahrungen möchte ich dem Verein
der Eltern, Ehemaligen und Freunden des Athenaeums von Stade e.V.
sehr herzlich für dieses wunderbare Erlebnis danken.

Strauß in Oudtshoorn

Paviane an der Cape Point Road


