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  1. 2018

Lehrerin des Jahres hält sich für völlig normal

so erschienen im Stader Tageblatt am 20.01.2018

Zu gerne wüsste Andrea Helmers, wer sie der IHK gegenüber für die Auszeichnung als Lehrerin des Jahres vorgeschlagen hat. Ausgezeichnet wurde sie, den „Ikarus“ bekam sie im Stadeum überreicht, aber wer dahinter steckt – Achselzucken.

Dass sie engagiert ihre Arbeit macht, sich gut in die Schüler hineinversetzen und deshalb gut Hilfestellung leisten kann – so die offizielle Begründung – lässt sie gelten. Und die Lehrerin am Athenaeum fügt in aller Bescheidenheit hinzu: „Das zeichnet aber auch viele meiner Kollegen aus.“

Der „Ikarus“ hat die Deutsch- und Biologielehrerin völlig überrascht. Die Auszeichnung vor 1000 Gästen im Stadeum sei schon imposant gewesen, aber als herausgehobene Lehrperson empfinde sie sich nicht. „Ich habe die Auszeichnung nur stellvertretend angenommen, stellvertretend für die vielen Lehrer, die engagiert sind und in ihrem Beruf aufgehen“, sagt Andrea Helmers.

Stellvertretend – das könnte durchaus im Sinne der Industrie- und Handelskammer sein. Denn IHK-Präsident Thomas Windgassen begründete die Verleihung des Preises auch damit, dass Lehrerinnen und Lehrer öffentlich geehrt werden sollen, weil sie Tag für Tag „für unser aller Zukunft“ arbeiteten. Zur Urheberschaft verriet Windgassen im Stadeum vor 1000 Gästen nur soviel: Vorschläge, über die eine Jury befindet, könnten aus allen Richtungen des Schulbetriebs kommen. Und für die drittplatzierte Lehrerin aus Achim zitierte Windgassen die Begründung, die ein Vater geschrieben hatte.
„Für mich ist das normaler Unterricht“

In ihrem Unterricht versucht Andreas Helmers, die Kinder emotional zu erreichen und sie zu motivieren, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. In der Auszeichnung wird das guter Unterricht genannt. „Für mich ist das normaler Unterricht“, ordnet die Lehrerin ihre Arbeit ein.

Auch, dass sie sich für die Kinder interessiert, ist für die 48-Jährige völlig normal. „Wir verbringen viel Zeit miteinander und gehen gemeinsam durch dick und dünn“, sagt Andrea Helmers. So kennt sie es auch aus ihrer Zeit als Schülerin. Sie besuchte eine Integrierte Gesamtschule (IGS), in der viel Wert auf soziale Kompetenzen gelegt wurde, erzählt die Lehrerin aus ihrer Schulzeit. Die Schulabschlüsse spielten sich zwischen Hauptschul- und Gymnasialniveau ab. Die Toleranz könne sie auch heute als Lehrerin gut gebrauchen.

„Ich habe als Schülerin Schule positiv erlebt“, sagt Andrea Helmers. Das müsse jeder auch so erlebt haben, der sich für den Lehrerberuf entscheide. Und von solchen Kollegen sei sie auch umgeben. Viele würden den Unterricht und die Schule so leben wie sie. Daher gebührte vielen der „Ikarus“, den sie nun erhalten hat.

Gelobt wurde Andrea Helmers auch für ihren Einsatz für Sprachförderung von jungen Flüchtlinen. Dazu hatte sie – zusammen mit zwei Kolleginnen, betont sie – eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Die AG mit 60 Schülern sollten Deutschkenntnisse vermitteln. Sie war auch ein Signal der Unterstützung an die Hauptschule Thuner Straße und die Realschule Camper Höhe, die viele junge Flüchtlinge im Unterricht aufnahmen. Das Projekt funktinierte nicht wie gewünscht und am liebsten hätte Andrea Helmers das auch in der Begründung zum „Ikarus“ nicht erwähnt gehabt. Allerdings: Die Idee und der gute Wille sind durchaus eine Auszeichnung für pädagogisches Engagement wert.

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