Neuer Direktor des Athenaeums offiziell im Amt
so erschienen im Stader Tageblatt am 07.02.2018

Ellin Nickelsen von der Landesschulbehörde hatte sie am Montag im
Handgepäck: Die Urkunde zur offiziellen Amtseinführung von Martin
Niestroj, der nun Oberstudiendirektor am Athenaeum ist.
In diesem Jahr wird die Dezernentin noch zwei Mal mit einem großen
Umschlag den Weg in den Landkreis antreten. Denn auch am
Vincent-Lübeck-Gymnasium (VLG) und am Aue-Geest-Gymnasium (AGG)
wird es neue Rektoren geben.
Die Bewerbungsfrist für die Chefposten am Vincent-Lübeck-Gymnasium
in Stade und am Aue-Geest-Gymnasium in Harsefeld ist bereits
abgelaufen.
Am VLG geht die langjährige Schulleiterin Jutta Neemann in den
Ruhestand, am AGG verlässt mit Johann Book der Rektor den
Schulstandort, der das Gymnasium mit gründete. Beide wären bereits
zum 1. Februar reif für den Ruhestand gewesen, sie hätten aber noch
um ein halbes Jahr verlängert. Damit ist etwas mehr Ruhe in die
Bewerbungsszenerie gekommen, denn der neue Athe-Leiter Martin
Niestroj war Stellvertreter von Jutta Neemann am VLG. Der
Stellvertreter-Posten ist mittlerweile wieder besetzt.
Das Kultusministerium entscheidet
Für beide Standorte lägen mehrere Bewerbungen vor, verrät Ellin
Nickelsen, Dezernentin der Landesschulbehörde. Namen nennt sie
selbstverständlich nicht. Aber auffällig sei, dass Lehrkräfte aus
der Region gern in der Region bleiben würden. So wird sich das
Personalkarussell wohl im engen Radius bewegen. Von weiter
außerhalb seien keine Bewerbungen eingegangen.
Der dienstlichen Überprüfung hätten alle Bewerberinnen und Bewerber
dabei standgehalten. Bei mehreren Bewerbern ist eine Anhörung durch
das Kultusministerium vorgesehen, wobei auch der Schulträger
anwesend sei. Dort wird dann entschieden, wem Dezernentin Ellin
Nickelsen die Urkunde aushändigen und wer sich fortan den Titel
eines Oberstudiendirektors tragen darf.
Was den Leiter eines Gymnasiums fachlich qualifizieren sollte, kam
in den Redebeiträgen von Lehrerkollegen, Eltern und Schülern bei
der Amtseinführung von Martin Niestroj zum Ausdruck. Die
stellvertretende Schulleiterin Elfried Schöning begrüßte den neuen
Chef, der nun südlich des Äquators, also südlich der Bahnlinie, die
Stade durchtrennt, arbeitet. Sie wünschte Martin Niestroj einen
grünen Daumen, wenn er wie ein Gärtner die Schulthemen beackere.
Ein neuer Rektortyp ist gefragt
Die Zeiten, in denen ein Rektor wie ein Schlossgespenst mit dickem
Schlüsselbund durch die Schulflure geistere und Angst und Schrecken
verbreite, seien längst vorbei, sagte Dezernentin Nickelsen. Heute
seien andere Qualitäten gefragt. Der Schulleiter sei Manager,
Motivator, müsse Innovationen kommunizieren und die Belegschaft bei
Laune halten.
Aus dem Kollegenkreis kam die Botschaft, ein Schulleiter müsse
zuhören können und bei Entscheidungen Transparenz herstellen. Ein
Schulleiter müsse eine Schule schaffen, in die alle gerne gingen,
sagte Dr. Alice von Plato für das Kollegium. Sie zeigte sich auch
davon beeindruckt, dass Martin Niestroj in seinen ersten Wochen in
jede Klasse gegangen sei. „Jeder Schüler kennt Dich“, sagte sie.
Auch bei den Schülersprechern ist der neue Rektor gut angekommen.
„Sie sind gewillt zu kooperieren“, sagten Alexandra Herdt und
Jonathan Kröger. Sie überreichten dem „Neuen“ an der Schule eine
Schultüte. Darin befand sich auch ein Seil, denn der Rektor von
heute soll zusammen mit Schülern und Lehrern an einem Strang
ziehen.
In seinem Schlusswort sagte Martin Niestroj, wie er seine Arbeit
erlebe: Sie sei anspruchsvoll, mitunter anstrengend und vor allem
anregend.


