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  1. 2018

Jugend debattiert in Stade

so erschienen im Stader Tageblatt am 10. Februar 2018

Vier Podeste, 300 Schüler und Spannung im ganzen Raum. Vor Kurzem hieß es in der Aula im Athenaeum in Stade „Jugend debattiert“auf Regionalebene.

Der Schulwettbewerb ist das größte privat finanzierte Projekt mit dem Schwerpunkt sprachliche, politische, Meinungs- und Persönlichkeitsbildung.

„Soll eine Videoüberwachung auf Bahnhöfen mit Gesichtserkennung durchgeführt werden?“ Mit dieser Frage befassten sich die jüngeren Teilnehmer, Schüler der neunten Klassen aus Stade, Buchholz, Harsefeld, Zeven und Schneverdingen.

„Ich finde es sehr interessant, sich mit unterschiedlichen Themen auseinanderzusetzen“, sagte Tim Evers, Schüler am Athenaeum in Stade und Teilnehmer bei „Jugend debattiert“. Aus diesem Grund sei er Teilnehmer, die letzten Male verfolgte er die Diskussionen aus dem Zuschauerraum.

Die Schüler werden in zwei Altersgruppen aufgeteilt. Vor Beginn der Debatte erhält jeder Teilnehmer zwei Minuten, um seinen Standpunkt vorzustellen. Debattiert wird in einer Zeitvorschrift von zwölf Minuten. Jeweils zwei Schüler argumentieren auf der „Pro“- und zwei auf der „Kontra“-Seite. Erst unmittelbar vor Beginn der Debatte, wird durch Losen entschieden, welche Positionen die einzelnen Schüler vertreten.
Der Wettkampf geht bis auf die Bundesebene

In der Abschlussphase der Debatte können die Schüler die Diskussion noch einmal Revue passieren lassen. Die Themen sind in ganz Deutschland identisch, um Vergleiche ziehen zu können. Jeweils die Besten kommen weiter. Der Wettkampf geht bis auf die Bundesebene.

Evers argumentierte für die „Pro“-Seite. Er ging auf die Argumente der Gegenseite ein und erklärte, dass Videoaufnahmen nach 24 Stunden wieder gelöscht würden, wenn keine Gefahr zu erkennen sei. „86 Prozent der Menschen in Deutschland wünschen sich eine bessere Überwachung“, erläuterte der Neuntklässler. Mit Paragrafen aus dem Polizeigesetz und Artikeln aus dem Grundgesetz untermalte Evers seine Position.

Eine kleine Glocke erklang und signalisierte das Ende der Debatte. Tim Evers glänzte mit seinem Fachwissen und überzeugte die Jury, welche aus vier Lehrerinnen bestand. Trotz der Kritik, es fehle an Vielseitigkeit, übertraf er seine Konkurrenten und belegte den ersten Platz. Den zweiten Platz belegte Marleen Koch, vom Gymnasium am Kattenberge Buchholz.

Im fliegenden Wechsel standen nun die vier Schüler der zweiten Altersgruppe an den Mikrofonen. Die Teilnehmer des elften bis 13. Jahrgangs behandelten die Frage: Sollen in stark belasteten Großstädten Dieselfahrverbote erlassen werden? Wie lauten die Meinungen der jungen debattierenden Schüler?
Den „kleinen Mann“ zu bestrafen?

„Durch den Feinstaub, der von den Dieselautos produziert wird, können die Lungenschleimhäute der Menschen angegriffen werden“, erklärte Maike Mayer. In ihrer Argumentation stand die Gesundheit an erster Stelle.

Klara Dornhöfer argumentierte dagegen: „Nur vier Prozent des Feinstaubes werden durch Dieselautos produziert. Der meiste Staub entsteht durch das Bremsen und Halten jedes Autos“. Außerdem war Klara Dornhöfer der Meinung, „dass derjenige, der für Verschmutzung sorgt, auch für Besserung sorgen müsse. VW solle mit den Trickserein aufhören.“

Einig waren sich die Teilnehmer in dem Punkt, dass Dieselfahrzeuge umweltschädlich sind. Nur bei dem Aspekt der Gerechtigkeit fanden sie keine Einigung.

Ist es fair, den „kleinen Mann“ zu bestrafen, für die Gesundheit der Bevölkerung? Und reichen die vorliegenden Daten für ein Verbot? „Wir reden nicht von einer kompletten Enteignung, dennoch sollte man das Fahrverbot mit einer Einschränkung beginnen“, fasste Maike Mayer ihre Position zusammen. Beide Schülerinnen zeigten Präsenz und punkteten mit Überzeugungskraft. Es war eine knappe Entscheidung der Jury: Den ersten Platz der zweiten Altersgruppe belegte Maike Mayer. „Ich bin zum dritten Mal dabei und es macht immer wieder viel Spaß“, sagte die Erstplatzierte. Auf den zweiten Platz kam Klara Dornhöfer vom St. Viti-Gymnasium Zeven.

Die beiden Erst- und Zweitplatzierten dürfen nach Hannover fahren. Dort bekommen sie die Möglichkeit zu einer Teilnahme an einem Rhetorikseminar, bei dem ausgebildete Trainer von „Jugend debattiert“ die Schüler auf den Wettbewerb auf Landesebene (13. bis 17. Mai, Burg Rothenfels am Main) vorbereiten werden. Danach geht es auf die Bundesebene (14. bis 16. Juni, Berlin). Sieger auf dieser Ebene werden in das Alumni-Programm von „Jugend debattiert“ und das Programm „fellow & friends“ der Hertie-Stiftung aufgenommen.

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