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  1. 2018

Erste Autorenlesung am Athenaeum - „Die Nacht, in der die Mauer fiel“

von Swantje Arndt

Es ist der 07.12.2017, draußen regnet es, doch das hält die Besucher der ersten Autorenlesung im Athenaeum nicht davon ab, sich auf den Weg in die Aula zu machen. Der Saal ist voll, noch unterhalten sich die Besucher angeregt. Doch spätestens als Herr Niestroj das Mikrophon ergreift, wird es still. Er begrüßt das Publikum, bestehend aus Schülern, Eltern und Lehren. Dann erzählt er, wie er den Mauerfall erlebt hat und stellt kurz den Autor des Buches vor. Renatus Deckert. Als Sohn eines Pfarrers wird er 1977 in Dresden, in der ehemaligen DDR, geboren. Mit zwölf Jahren hört er in der Schule erst am nächsten Tag vom Mauerfall. Seine erste Fahrt nach West-Berlin hat er bis heute nicht vergessen: die vollen Straßen, die vielen Menschen. Volksfeststimmung, sagt er, beschreibt dieses Gefühl am besten. Seine erste Pizza aß er ebenfalls im Westen, mit seinem Onkel, einem Republikflüchtling. Viel änderte sich nach dem Mauerfall, in der Schule verschwanden nicht nur Fächer wie Staatsbürgerkunde, sondern auch Lehrer und Schüler. Heute, 29 Jahre nach dem Mauerfall, lebt er in Lüneburg.
Nachdem er sich kurz für die Möglichkeit dieses Besuchs bedankt, kommt auf die Bühne und beginnt mit der Vorlesung. Das dort vorgestellte Buch wurde 2009 im Suhrkamp Verlag herausgegeben und beinhaltet 25 Erzählungen von Autoren und Schreibern, in denen sie ihre ganz persönlichen Erfahrungen und Gedanken aus der Zeit der DDR und BRD beschreiben und sich an diese prägnante Zeit der Deutschen Geschichte zurück erinnern. Sie beleuchten verschiedenste Aspekte sowie Umgänge mit dem Mauerfall.
Der Autor erzählt sehr detailliert, wie er die Zeit in seiner Heimatstadt Dresden erlebt hat. Er berichtet von seiner Kindheit, insbesondere von seiner Schulzeit. Neben zwei Geschichten aus seinem Buch, liest er auch einige Anekdoten und witzige Erzählungen im Rahmen der etwa zweistündigen Lesung vor.
Es sei eine neue Aktion gewesen, auch Autoren in das Athenaeum einzuladen, um sie ihre Bücher vorzustellen und daraus vorzulesen zu lassen. Dies wurde durch Herr Trau ermöglicht, der das Interesse seiner Schüler merkte und daraufhin diese Lesung organisierte. Die Begeisterung der Schüler, Eltern und Lehrer war nicht nur an dem Applaus zu sehen und zu hören, Renatus Deckert signierte auch fleißig Bücher und beantwortete, wie schon während der Vorstellung, Fragen rund um sein Buch und die Erlebnisse. Die Zuschauer, denen die Lesung gut gefiel, hörten die gesamte Zeit aufmerksam und interessiert zu.
Bei so einem Erfolg lässt sich doch nur auf noch viele weitere und gut besuchte Autorenlesungen am Athenaeum hoffen.

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