An dieser Stelle ist es in der Aula mucksmäuschenstill. Allerdings
erfährt Esther dies erst einige Jahre später und ist sehr
schockiert. Wenig später wird auch sie mit einem Waggon, der sehr
überfüllt und stickig ist, abtransportiert und ins
Konzentrationslager in Ausschwitz gebracht. Schwangere, Frauen über
45 Jahre, kleine Kinder, Mütter und Gehbehinderte werden in Autos
mitgenommen und vergast. Es war auch für Esther in diesem Moment
schrecklich, denn zu diesem Zeitpunkt weiß noch niemand, was mit
ihm passiert. Die junge Dame und viele andere müssen allerdings zu
diesem Zeitpunkt schon das letzte Stück zum KZ laufen, welches erst
als Arbeitslager dargestellt wird. Esther erzählt, dass alle
erschrocken waren, als sie ankamen, denn es sah ganz und gar nicht
aus wie ein Arbeitslager und sofort war allen klar, dass es ein
Konzentrationslager ist. Als sie dort ankommen, müssen sie zunächst
in die ,,Sauna“, in der sie geschoren, kalt geduscht und in
Heißluft getrocknet werden. Anschließend bekommen alle eine Nummer
auf den linken Arm tätowiert und eine Schüssel zum Essen, Trinken
und Waschen. Esther erfährt von einem Orchester, dem sie durch sehr
viel Glück beitreten darf und welches ihr Leben im
Konzentrationslager somit einigermaßen erträglich gestaltet. Zuerst
spielt sie Akkordeon, was sie eigentlich überhaupt nicht kann, es
aber immerhin so gut schafft, dass es nicht weiter auffällt.
Allerdings wird auch das Musizieren irgendwann eine große
psychische Belastung für Esther, denn sie spielen an dem Tor, an
dem neue Menschen ankommen, die später vergast werden sollen. Dies
ist eine Taktik der Nazis, um vorzuschwindeln, dass es im KZ gar
nicht so schlimm ist. Irgendwann spielt dann ein Mädchen besser als
Esther Akkordeon und sie verliert zunächst ihren Platz im
Orchester, um ihn anschließend aufgrund ihres Könnens an der
Blockflöte zurückzubekommen. Durch einen Keuchhusten, Esther ist
mittlerweile 18 Jahre alt, kann sie später auch keine Blockflöte
mehr spielen und steigt auf die Gitarre um. Weil sie so gut ist,
bewirbt sie sich bei einer Musikagentur und wird tatsächlich
genommen. Somit kann sie endlich dem Konzentrationslager entkommen.
Einen Tag in der Woche arbeitet Esther zudem bei Siemens, wo sie
anständiges Essen bekommt. Und: Post mit Briefen, Lebensmitteln und
Kleidung ihrer Tante. Gegen Ende des Krieges muss Esther ein
letztes Mal fliehen, da sie nun auch von den Russen verfolgt wird.
Sie erzählt, dass nur sieben Mädchen aus ihrer Gruppe überlebt
hätten und sie alle sehr, sehr lange laufen mussten. Nach einer
Nacht in einer Scheune auf einem Bauernhof sehen sie in der Ferne
amerikanische Soldaten mit Panzern und rennten ihnen entgegen. Sie
erklären, was alles passiert ist und alle sind so außer sich vor
Freude, dass sie allesamt weinen müssen. Es wird auch noch ein Bild
von Hitler verbrannt. Esther nennt diesen Tag ihre ,,zweite Geburt“
... Am Ende des Vortrages stellen die Schülerinnen und Schüler noch
viele Fragen, die aus Zeitmangel nicht alle beantwortet werden
können. Esther Bejarano beantwortet alle Fragen sehr ausführlich,
wodurch wir alle einen sehr tiefen Einblick in ihre persönlichen
Erfahrungen bekommen.
Der Vortrag war sehr interessant und traurig, allerdings war es
wichtig und schön, Einblicke von einer Zeitzeugin zu bekommen. Wir
danken ihr dafür, dass Esther den Mut hat, von diesen wichtigen und
schlimmen Ereignissen zu berichten und wünschen ihr für die Zukunft
alles Gute.
Mehr Infos zu Esther Bejarano, ihrem Buch und ihrer Musik findet
ihr hier.