Fast jeder Schüler hat schon einmal von ihnen gehört, doch die
wenigsten wissen genau, um was es sich wirklich handelt. In der
ersten Woche nach den Herbstferien fanden mal wieder die jährlichen
Englisch-Sprechprüfungen des 9. Jahrgangs statt. Im Folgenden wird
der Tag einmal aus der Sicht einer Schülerin dargestellt:
Für mich war die Sprechprüfung sehr wichtig, da diese als Ersatz
für eine Klassenarbeit zählt. Bereits einige Tage davor fing ich
an, mir die Vokabeln und die Themen, die wir in den Wochen davor im
Unterricht besprochen haben, einzuprägen und übte zudem, flüssig zu
sprechen. Um acht Uhr begannen die ersten Prüflinge, die immer zu
zweit in die Prüfung gingen, und kamen nach etwa 25 Minuten wieder
in den Unterricht zurück. Als wir in den Prüfungs-Raum kamen,
mussten wir uns den zwei Prüfern gegenübersetzen und uns zuerst in
einem Interview, in dem wir über unser Alter, Hobbys, Haustiere,
Lieblingsfilm und so weiter sprechen mussten, vorstellen. Danach
sollten wir in einem Monolog ein Bild beschreiben und die dazu
gestellte Aufgabe beantworten. Zuletzt war die Aufgabe, mit dem
jeweiligen zugelosten Partner eine Diskussion zu einem vorgegebenen
Thema zu führen. Nach 15 Minuten war die Prüfung zu Ende und wir
haben, nach einer Besprechung der Lehrkräfte, sofort unsere Noten
bekommen. Insgesamt war die Prüfung sehr gut, auch dass wir bereits
einige Wochen davor darauf vorbereitet wurden, war sehr hilfreich.
Es war trotz der ungewohnten Situation sehr lehrreich und eine
positive Erfahrung. Die Aufgaben und das Vokabular waren ebenfalls
gut verständlich. Die Prüfung war zwar je nach Lehrkraft von
Schüler zu Schüler etwas anders ausgestaltet, doch der Ablauf und
die Themen waren alle dieselben.
Und hier noch ein paar interessante Infos zur Sprechprüfung:
Warum gibt es überhaupt die Sprechprüfungen in Englisch?
• Englisch ist eine Sprache und dient als Mittel der Kommunikation
• Sie wird alle SchülerInnen im weiteren Lebensweg begleiten
• Neben den vielen schriftlichen Anforderungen (Mails verfassen,
Kommentare schreiben, etc.) werden die meisten die Sprache aber in
realen Gesprächen verwenden (Livechats, Freunde, Austausch, Urlaub,
Bewerbungsgespräche etc.)
• Um dieser Anforderung des realen Lebens gerecht zu werden, gibt
es die Sprechprüfungen als Versuch, auch diese Kompetenz in den
modernen Englischunterricht einfließen zu lassen und zu schulen
• SchülerInnen haben verschiedene Stärken, einige schriftlich,
andere eher mündlich und in den Sprechprüfungen können sich die
mündlich starken und eher kommunikativen SchülerInnen positiv
beweisen
• SchülerInnen, die sich in dieser Situation weniger wohl fühlen,
können es als Chance nutzen, Unsicherheiten abzubauen und Hemmungen
zu überwinden
So eine Sprechprüfung …
• bedarf einiges an Vorbereitungszeit im Unterricht
• sollten SchülerInnen möglichst gut vorbereitet angehen, daher
versuchen die Lehrkräfte eine gewisse Routine mit ihnen zu
entwickeln
• ist immer spannend, da es eine spezielle Leistungsüberprüfung ist
• ist interessant, da auch die Lehrer neue Dinge/Seiten über die
SchülerInnen erfahren können
• ist für beide Seiten, Prüfer und Prüfling anspruchsvoll
• verlangt daher nicht nur vom Prüfling gewisse
Gesprächskompetenzen, sodass man sich im Vorfeld auch als Prüfer
einige Fragen beantworten muss:
• Was mache ich, wenn der Prüfling nichts sagen kann oder ein
Blackout hat?
• Wie kann ich dem Prüfling eventuell die Nervosität nehmen?
• Welche Fragen kann/sollte ich stellen, ohne den Prüfling zu
verunsichern?
macht einen Prüfer also auch etwas nervös:
• weil man wirklich mit den SchülerInnen mitfiebert
• weil man versucht, die SchülerInnen bestmöglich durch die Prüfung
zu bekommen
• weil man versucht, eine authentische Gesprächssituation
herzustellen
• da jeder Prüfling anders “tickt” (einige reden viel, andere gar
nicht)
Englisch-Sprechprüfungen des 9. Jahrgangs
von Leah Sophie Engelke



