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  1. 2019

Unterstützung aus China: Sprachassistentin am Athe

von Solveigh Hansen

Ein paar Mal hatte ich Guo Shangjun schon gesehen, aber dieses Interview würde das erste Mal sein, dass ich persönlich mit unserer neuen Sprachassistentin aus China sprechen würde. Ich war sehr gespannt auf das Treffen und freute mich, Infos von ihr und über sie zu erfahren, um diese in einem Interview für unsere Jugendreporter zu verarbeiten. Die 24-Jährige, die auf Magister studiert, antwortete bereitwillig auf alle Fragen, die wir ihr als kleines Team stellten und erzählte viel über ihr Heimatland. Die Verständigung mit Sara, das ist ihr deutscher Name, war kein Problem, da Frau Renftel sofort zur Stelle war, wenn mal etwas unklar wurde oder eine Frage zum Verständnis nochmal erläutert werden musste. Frau Renftel ist ihre Hauptansprechpartnerin bis zu den Sommerferien, solange blebt Guo Shangjun an unserer Schule.

Sara, wie häufig gibt es eine Sprachassistentin an einer Schule?

Eine Sprachassistentin an der Schule zu haben ist ein toller Zusatz und eine Bereicherung, daher wird sich jedes Jahr darum bemüht, eine zu bekommen. Es ist immer ein großes Glück, wenn man als Schule ausgewählt wurde, da sich viele andere Schulen eine solche Assistentin oder solch einen Assistent an ihrer Schule wünschen würden.

Was genau macht eine Sprachassistenten eigentlich?

Sprachassistenten sind in der Regel Studenten aus verschiedenen Ländern, beispielsweise Frankreich, Kanada, China und auch anderen, die ihre Muttersprache anwenden können, wenn sie in ein fremdes Land reisen und dort für eine bestimmte Zeit arbeiten. Wir haben in Deutschland Chinesisch natürlich nicht als Schulfach, jedoch kann beispielsweise ein Sprachassistent aus Frankreich aktiv beim Französischunterricht weiterhelfen und mitmachen. Diese Studenten sind dann zwölf Stunden pro Woche an den Schulen, die sie entweder hospitieren oder selber auch unterrichten. Aus diesem Grund biete ich am Athe dafür die AG an, da man Chinesisch nicht wirklich in den Unterricht einbinden und damit den Stundenplan nicht komplett füllen kann.

Gibt es große schulische Unterschiede zwischen China und Deutschland?

Die Zahl der Schüler in chinesischen Klassen ist deutlich größer. Dort gibt es bis zu 60 Schüler in einer Klasse. Hier in Deutschland ist die Anzahl der Schüler pro Klasse ja bekanntlich geringer. Die Schule endet in Deutschland auch früher. In China können oft nur die Jüngeren so früh nach Hause gehen. Die Älteren bleiben oft von acht Uhr morgens bis in den späten Nachmittag und manchmal sogar bis zum Abend in der Schule. Auch der Unterricht selber ist sehr verschieden. In chinesischen Schulstunden hören die Kinder meistens nur zu, hier stellen die Kinder gerne Fragen, melden sich und beteiligen sich aktiv am Unterricht.

Was haben Sie in der ersten Zeit an unserer Schule gemacht?

Als ich die erste Woche hospitiert habe, war ich nur in der 8s. Die Schüler haben sich sehr anders verhalten als ich es gewohnt bin. In der zweiten Woche hospitierte ich in verschiedenen Jahrgängen, vor allem in der 9. und 11. Klasse. Einige von ihnen sind sehr sympathisch, aber einige von ihnen sind auch frech. Die meisten haben aber einen großen Bedarf an neuem Wissen.

Was machen Sie in Ihrer AG, die sie mehrmals pro Woche für unterschiedliche Klassenstufen anbieten?

Ich werde erst einmal die teilnehmenden Schüler fragen woran sie Interesse haben und was sie gerne von China und der Kultur wissen wollen. Danach werde ich den Inhalt der AG ein wenig gestalten. Natürlich werden ich ihnen die Sprache und Schrift näher bringen.

Studieren Sie weiter, wenn Sie wieder in China sind?

Nein, in diesem Jahr muss ich noch meine Abschlussarbeit schreiben und dann ist mein Studium abgeschlossen.

Wie ist es bisher in Deutschland für Sie? Es ist ein sehr anderes Land im Gegensatz zu China, haben Sie deswegen Schwierigkeiten?

Alles ist neu und sehr interessant für mich. Jedes Mal, wenn ich in den Supermarkt gehe, kann ich vieles noch nicht ganz verstehen und lesen. Es ist ein wenig schwer, die Deutschen beim Sprechen zu verstehen, da sie für meine Verhältnisse etwas schnell reden. Insbesondere die Schüler. Für mich ist außerdem Hörverstehen und Inhaltliches eine Herausforderung.

Haben Sie vor noch einmal nach Deutschland zu kommen?

Ich würde gerne eine Weiterbildung in Deutschland machen, jetzt weiß ich aber noch nichts Genaueres. Auch einige meiner Freunde studieren an deutschen Universitäten.
Gibt es noch andere Länder, die sie gerne besuchen würden?
Ich würde gerne nach Nordeuropa, beispielsweise Finnland oder Island.

Wie haben Sie das Weihnachtsfest verbracht?

Ich habe mit einer Freundin, die momentan ebenfalls in Deutschland lebt, eine Reise in den Süden Europas unternommen.

Feiern Sie denn überhaupt Weihnachten in China?

Nein das tue ich nicht. Viele Chinesen feiern allerdings dieses doch eher westliche Fest. Wir feiern eigentlich das Frühlingsfest und haben auch einen eigenen Kalender. Aber die Weihnachtsferien hier in Deutschland sind lang. So kann ich, da natürlich keine Schule ist, Reisen mit meiner Freundin unternehmen.

Haben die Chinesen denn weniger Ferien als in Deutschland?

Die Chinesen haben nur Sommerferien, welche zwei Monate lang sind und Winterferien, welche etwa ein bis zwei Monate dauern. Die Universitäten im Süden Chinas haben lange Ferien im Sommer, da es in dieser Zeit dort sehr warm ist. Die im Norden gelegenen Unis haben lange Winterferien und dafür kürzere Sommerferien.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Spaß an unserer Schule!

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