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  1. 2019

Niveau ist keine Hautcreme – und ISA kein Vorname

von Jasper Buchweitz

Viele Dinge werden seit Jahren erfolgreich im Hintergrund des Athenaeums praktiziert, ohne dass außer den Betroffenen viele Menschen an der Schule etwas davon mitbekommen. Wir wollen das ändern – und stellen deswegen ab sofort Programme des Athe näher vor. Heute: ISA – welches wie ein Vorname klingt, aber eigentlich für etwas ganz anderes steht. Beantwortet wurden die Fragen von Herrn Wendel, der für die Organisation zuständig ist.

Herr Wendel. Was ist Isa und wofür steht der Name?

Herr Wendel: ISA ist ein Förderprogramm für Schülerinnen und Schülern aus den Jahrgängen 5 bis 9 mit Lerndefiziten und Lernschwächen in den Fächern Deutsch, Englisch, Französisch, Latein, Spanisch oder Mathematik. Gleichzeitig ist ISA aber auch ein Programm um leistungsstarke Schülerinnen und Schüler zu fordern indem diese ihr Wissen an jüngere Schüler weitergeben. ISA steht für „Initiative für Schülerhilfe am Athenaeum“.

Wofür wurde es ins Leben gerufen?

ISA ist eine Reaktion auf eine PISA-Studie aus dem Jahr 2002. Diese hat gezeigt, dass in deutschen Schulen mehr individuelle Förderung sowohl bei Lernschwächen als auch bei besonderen Stärken notwendig ist. Diese Forderung setzt das Athenaeum mit ISA um. SchülerInnen mit Lernschwächen erhalten eine effektive und günstige Förderung, leistungsstarke SchülerInnen der Jahrgänge 9 bis 12 können ihre fachlichen Fähigkeiten weiter ausbauen und ihre soziale Kompetenz im Umgang mit jüngeren Schülern verbessern. Ins Leben gerufen wurde ISA von Herrn Moser-Kollenda, der inzwischen Schulleiter der IGS in Stade ist.

Wie findet das ganze statt?

Es finden in jedem Halbjahr ca. 13 Doppelstunden in der 7. und 8. Stunde statt. Es werden für jedes Fach und jede Jahrgangsstufe Gruppen mit zwei bis fünf Schülerinnen und Schülern eingeteilt. Unterrichtet werden die ISA-Schüler von einem älteren SchülerIn aus dem Jahrgang 9 bis 12 mit guten oder sehr guten Leistungen in dem entsprechenden Fach. Die ISA-Schüler bezahlen 7 € je Doppelstunde, die ISA-Lehrer erhalten 15 € bis 20 € je Doppelstunde. Eine Erhöhung der Gebühren und Honorare ist geplant.

Sie sind an dem Projekt beteiligt, was tun sie dort und was ist ihre Intention und wie kamen sie auf das Projekt?

An dem Projekt sind insgesamt sechs Lehrkräfte beteiligt. Die verschiedenen Fächer werden von Frau Heimann (Latein), Frau Moritz (Deutsch), Frau Voigt (Spanisch), Herrn Schmidt (Englisch) und Frau Grewe (Französisch) betreut. Ich betreue das Fach Mathematik und bin für die Organisation zuständig. Die Fachbetreuer führen Fortbildungen für ISA-Lehrkräfte durch und beraten die ISA-Lehrkräfte bei ihrem Unterricht – z.B. indem sie gelegentlich den ISA-Unterricht besuchen.

Wer nimmt daran Teil?

Am ISA-Unterricht nehmen Schülerinnen und Schüler mit Lerndefiziten aus den Jahrgängen 5 bis 9 als ISA-Schüler teil. Unterrichtet werden sie von leistungsstarken Schülerinnen und Schülern aus den Jahrgängen 9 bis 12.

Wie läuft die Vorbereitung bei ihnen und den Schülern ab ?

Die betreuenden Lehrkräfte bereiten ihre Fachfortbildungen vor, die ISA-Lehrer bereiten ihren ISA-Unterricht vor, bei den teilnehmenden ISA-Schülern gibt es keine Vorbereitung.

Glauben sie, dass sie genug Leute erreichen oder würden sie gerne anders auf Leute zu gehen?

Es werden ausreichend Schülerinnen und Schüler erreicht. Eigentlich wäre es ja positiv, wenn es nur wenige Schülerinnen und Schüler mit Lerndefiziten gäbe, aber die Zahlen sind bei ca. 80 Schülerinnen und Schülern seit mehreren Jahren relativ stabil. Zusätzlich werden ca. 30 - 35 Schülerinnen und Schüler als ISA-Lehrkräfte eingesetzt. Hier wären zusätzliche Bewerbungen wünschenswert – es gibt ca. 40 Bewerbungen pro Schuljahr.

Stößt das Projekt auch Kritik und sind Sie schon vielen Vorurteilenden zu dem Bereich begegnet?

Nein, nicht grundsätzlich.

Wie zufrieden sind sie mit dem jetzigen Kampf für die Chancengleichheit in unserem Bildungsstandort Deutschland und bei uns im Bundesland und noch genauer an unserer Schule?

ISA leistet einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Chancengleichheit an unserer Schule – aber inzwischen auch an anderen Schulen, indem es Förderung für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler für wenig Geld ermöglicht. Insgesamt gibt es bezüglich Chancengleichheit in Niedersachsen und in Deutschland aber sicherlich noch Verbesserungsmöglichkeiten.

Suchen Sie freiwillige Helfer und wenn Ja, welche Kriterien sollten diese erfüllen?

Immer gesucht sind engagierte ISA-Lehrkräfte aus den Jahrgängen 9 bis 12 die für ein Honorar ISA-Unterricht erteilen.

Hören sie diese Fragen oft, ist das Interesse hoch?

Über das ISA-Programm wird ausführlich in den Aushängen oder auf der Athe-Homepage unter „Angebote – Fördermaßnahmen“ informiert. Hier werden die meisten Fragen beantwortet, ansonsten stehe ich für Fragen aber auch immer gerne zur Verfügung.

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