Herr Wendel. Was ist Isa und wofür steht der Name?
Herr Wendel: ISA ist ein Förderprogramm für Schülerinnen und
Schülern aus den Jahrgängen 5 bis 9 mit Lerndefiziten und
Lernschwächen in den Fächern Deutsch, Englisch, Französisch,
Latein, Spanisch oder Mathematik. Gleichzeitig ist ISA aber auch
ein Programm um leistungsstarke Schülerinnen und Schüler zu fordern
indem diese ihr Wissen an jüngere Schüler weitergeben. ISA steht
für „Initiative für Schülerhilfe am Athenaeum“.
Wofür wurde es ins Leben gerufen?
ISA ist eine Reaktion auf eine PISA-Studie aus dem Jahr 2002. Diese
hat gezeigt, dass in deutschen Schulen mehr individuelle Förderung
sowohl bei Lernschwächen als auch bei besonderen Stärken notwendig
ist. Diese Forderung setzt das Athenaeum mit ISA um. SchülerInnen
mit Lernschwächen erhalten eine effektive und günstige Förderung,
leistungsstarke SchülerInnen der Jahrgänge 9 bis 12 können ihre
fachlichen Fähigkeiten weiter ausbauen und ihre soziale Kompetenz
im Umgang mit jüngeren Schülern verbessern. Ins Leben gerufen wurde
ISA von Herrn Moser-Kollenda, der inzwischen Schulleiter der IGS in
Stade ist.
Niveau ist keine Hautcreme – und ISA kein Vorname
von Jasper Buchweitz
Viele Dinge werden seit Jahren erfolgreich im Hintergrund des Athenaeums praktiziert, ohne dass außer den Betroffenen viele Menschen an der Schule etwas davon mitbekommen. Wir wollen das ändern – und stellen deswegen ab sofort Programme des Athe näher vor. Heute: ISA – welches wie ein Vorname klingt, aber eigentlich für etwas ganz anderes steht. Beantwortet wurden die Fragen von Herrn Wendel, der für die Organisation zuständig ist.


Wie findet das ganze statt?
Es finden in jedem Halbjahr ca. 13 Doppelstunden in der 7. und 8.
Stunde statt. Es werden für jedes Fach und jede Jahrgangsstufe
Gruppen mit zwei bis fünf Schülerinnen und Schülern eingeteilt.
Unterrichtet werden die ISA-Schüler von einem älteren SchülerIn aus
dem Jahrgang 9 bis 12 mit guten oder sehr guten Leistungen in dem
entsprechenden Fach. Die ISA-Schüler bezahlen 7 € je Doppelstunde,
die ISA-Lehrer erhalten 15 € bis 20 € je Doppelstunde. Eine
Erhöhung der Gebühren und Honorare ist geplant.
Sie sind an dem Projekt beteiligt, was tun sie dort und was ist
ihre Intention und wie kamen sie auf das Projekt?
An dem Projekt sind insgesamt sechs Lehrkräfte beteiligt. Die
verschiedenen Fächer werden von Frau Heimann (Latein), Frau Moritz
(Deutsch), Frau Voigt (Spanisch), Herrn Schmidt (Englisch) und Frau
Grewe (Französisch) betreut. Ich betreue das Fach Mathematik und
bin für die Organisation zuständig. Die Fachbetreuer führen
Fortbildungen für ISA-Lehrkräfte durch und beraten die
ISA-Lehrkräfte bei ihrem Unterricht – z.B. indem sie gelegentlich
den ISA-Unterricht besuchen.

Wer nimmt daran Teil?
Am ISA-Unterricht nehmen Schülerinnen und Schüler mit Lerndefiziten
aus den Jahrgängen 5 bis 9 als ISA-Schüler teil. Unterrichtet
werden sie von leistungsstarken Schülerinnen und Schülern aus den
Jahrgängen 9 bis 12.
Wie läuft die Vorbereitung bei ihnen und den Schülern ab ?
Die betreuenden Lehrkräfte bereiten ihre Fachfortbildungen vor, die
ISA-Lehrer bereiten ihren ISA-Unterricht vor, bei den teilnehmenden
ISA-Schülern gibt es keine Vorbereitung.
Glauben sie, dass sie genug Leute erreichen oder würden sie gerne
anders auf Leute zu gehen?
Es werden ausreichend Schülerinnen und Schüler erreicht. Eigentlich
wäre es ja positiv, wenn es nur wenige Schülerinnen und Schüler mit
Lerndefiziten gäbe, aber die Zahlen sind bei ca. 80 Schülerinnen
und Schülern seit mehreren Jahren relativ stabil. Zusätzlich werden
ca. 30 - 35 Schülerinnen und Schüler als ISA-Lehrkräfte eingesetzt.
Hier wären zusätzliche Bewerbungen wünschenswert – es gibt ca. 40
Bewerbungen pro Schuljahr.
Stößt das Projekt auch Kritik und sind Sie schon vielen
Vorurteilenden zu dem Bereich begegnet?
Nein, nicht grundsätzlich.
Wie zufrieden sind sie mit dem jetzigen Kampf für die
Chancengleichheit in unserem Bildungsstandort Deutschland und bei
uns im Bundesland und noch genauer an unserer Schule?
ISA leistet einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der
Chancengleichheit an unserer Schule – aber inzwischen auch an
anderen Schulen, indem es Förderung für leistungsschwächere
Schülerinnen und Schüler für wenig Geld ermöglicht. Insgesamt gibt
es bezüglich Chancengleichheit in Niedersachsen und in Deutschland
aber sicherlich noch Verbesserungsmöglichkeiten.
Suchen Sie freiwillige Helfer und wenn Ja, welche Kriterien sollten
diese erfüllen?
Immer gesucht sind engagierte ISA-Lehrkräfte aus den Jahrgängen 9
bis 12 die für ein Honorar ISA-Unterricht erteilen.
Hören sie diese Fragen oft, ist das Interesse hoch?
Über das ISA-Programm wird ausführlich in den Aushängen oder auf
der Athe-Homepage unter „Angebote – Fördermaßnahmen“ informiert.
Hier werden die meisten Fragen beantwortet, ansonsten stehe ich für
Fragen aber auch immer gerne zur Verfügung.


