Fünf-Tages Woche: 6:30 Uhr Augenaufschlag; 08:00 Uhr Fokus! Der
Puls geht hoch. Wissensflut: Interesse keimt auf, verblüht, kommt
wieder. Gelächter, Geplauder, Austausch. Stille. Atem fassen.
Stress, Staunen, Verzweiflung, Freude. „Dong!“
Menschen sind Gewohnheitstiere. Wir lieben die Routine, zu wissen,
was als Nächstes kommen wird, was uns erwartet. Es beruhigt uns,
gaukelt uns Sicherheit vor. Immerwährende Beständigkeit. Wir
stellen uns bereits weit vorher auf die Dinge, die wir sicher
kommen sehen, ein.
Werden nervös, wenn die Batterie unserer Armbanduhr langsam
nachlässt und „was wäre wenn“-Gedanken geistern täglich durch
unsere Hirnregionen. Was wäre, wenn ich etwas Wichtiges verpasste,
vergaß, oder gar vermasselte? Und was wäre eigentlich, wenn Plan A
und Traum X doch nicht so hinhauen wie erhofft? Wir sind großartige
Entwickler, und vor allem sind wir Konzeptzionisten von Blasen. Wir
lassen viele unserer Träume und Wünsche in Blasen aufleben, doch
zumeist bleibt es dabei, bei einem Traum in einer Blase in unserem
Kopf, die an dem Mut der Durchsetzung latent zerplatzt.
Doch raus dem tristen Alltag, raus aus dem gewohnten Umfeld,
geschehen die wundervollsten Dinge. Man knüpft neue
Bekanntschaften. Lernt neue Freunde zu schätzen und auf Technik und
einen zeitgebundenen Terminkalender zu verzichten. Denn am Ende ist
es nicht die Routine, die einem in Erinnerung bleibt, nein, diese
verschmilzt mit dem Strom der Zeit. Was bleibt, sind Erinnerungen
an lange Gespräche in großer und kleiner Runde am knisternden
Lagerfeuer, waghalsige Sprünge in kalte Gewässer, wahnwitzige
Aktionen mit Freunden, Städte-Trips und andere Länder sowie
unberührte Natur von ihrer schönsten Seite.
Eine gewisse Sicherheit im Alltagswesen kann etwas sehr Schönes
sein, solange die Lust für das Abenteuer in dieser Beständigkeit
nicht verloren geht. Ich selbst war zum Beispiel für dreieinhalb
Tage am Faaker See in Österreich campen, direkt am Wasser, die noch
halb schneebedeckten Berge ringsherum. Den ganzen Tag draußen und
nachts am Feuer und dann im Zelt. Und diese Erkenntnis, dieses
Gefühl kennen wir doch alle, dass solche dreieinhalb Tage in
Wahrheit mehr Ferien und Erholung sind als die eineinhalb Wochen
Zuhause im gewohnten Umfeld zuvor.
Wenn man die Chance bekommt, raus aus dem Alltag zu kommen, dann
sollte man nicht lange überlegen und sich einfach spontan oder auch
geplant ins Abenteuer stürzten, in ein Abenteuer neuer Erfahrungen.
Alle Erlebnisse und Erinnerungen aufsaugen und abspeichern, denn
auf diesem Wege kann man auch wieder dem Gewohnten freudig ins Auge
blicken.
Also genießt es, Kopf aus und macht einfach!
(Ferien-) raus aus dem Alltag
von Sophia Deleker



