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  1. 2019

(Ferien-) raus aus dem Alltag

von Sophia Deleker

Fünf-Tages Woche: 6:30 Uhr Augenaufschlag; 08:00 Uhr Fokus! Der Puls geht hoch. Wissensflut: Interesse keimt auf, verblüht, kommt wieder. Gelächter, Geplauder, Austausch. Stille. Atem fassen. Stress, Staunen, Verzweiflung, Freude. „Dong!“

Menschen sind Gewohnheitstiere. Wir lieben die Routine, zu wissen, was als Nächstes kommen wird, was uns erwartet. Es beruhigt uns, gaukelt uns Sicherheit vor. Immerwährende Beständigkeit. Wir stellen uns bereits weit vorher auf die Dinge, die wir sicher kommen sehen, ein.
Werden nervös, wenn die Batterie unserer Armbanduhr langsam nachlässt und „was wäre wenn“-Gedanken geistern täglich durch unsere Hirnregionen. Was wäre, wenn ich etwas Wichtiges verpasste, vergaß, oder gar vermasselte? Und was wäre eigentlich, wenn Plan A und Traum X doch nicht so hinhauen wie erhofft? Wir sind großartige Entwickler, und vor allem sind wir Konzeptzionisten von Blasen. Wir lassen viele unserer Träume und Wünsche in Blasen aufleben, doch zumeist bleibt es dabei, bei einem Traum in einer Blase in unserem Kopf, die an dem Mut der Durchsetzung latent zerplatzt.

Doch raus dem tristen Alltag, raus aus dem gewohnten Umfeld, geschehen die wundervollsten Dinge. Man knüpft neue Bekanntschaften. Lernt neue Freunde zu schätzen und auf Technik und einen zeitgebundenen Terminkalender zu verzichten. Denn am Ende ist es nicht die Routine, die einem in Erinnerung bleibt, nein, diese verschmilzt mit dem Strom der Zeit. Was bleibt, sind Erinnerungen an lange Gespräche in großer und kleiner Runde am knisternden Lagerfeuer, waghalsige Sprünge in kalte Gewässer, wahnwitzige Aktionen mit Freunden, Städte-Trips und andere Länder sowie unberührte Natur von ihrer schönsten Seite.
Eine gewisse Sicherheit im Alltagswesen kann etwas sehr Schönes sein, solange die Lust für das Abenteuer in dieser Beständigkeit nicht verloren geht. Ich selbst war zum Beispiel für dreieinhalb Tage am Faaker See in Österreich campen, direkt am Wasser, die noch halb schneebedeckten Berge ringsherum. Den ganzen Tag draußen und nachts am Feuer und dann im Zelt. Und diese Erkenntnis, dieses Gefühl kennen wir doch alle, dass solche dreieinhalb Tage in Wahrheit mehr Ferien und Erholung sind als die eineinhalb Wochen Zuhause im gewohnten Umfeld zuvor.
Wenn man die Chance bekommt, raus aus dem Alltag zu kommen, dann sollte man nicht lange überlegen und sich einfach spontan oder auch geplant ins Abenteuer stürzten, in ein Abenteuer neuer Erfahrungen. Alle Erlebnisse und Erinnerungen aufsaugen und abspeichern, denn auf diesem Wege kann man auch wieder dem Gewohnten freudig ins Auge blicken.
Also genießt es, Kopf aus und macht einfach!

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