Wenn zur Melodie von „Freude schöner Götterfunken“ sieben Politiker
auf der Bühne der Aula sitzen und Herr Niestroj zum Mikro greift,
dann befindet man sich ziemlich sicher bei der ersten
Podiumsdiskussion, die es seit langer Zeit am Athenaeum gab.
Die Idee zu dieser Aktion, welche am 25. April 2019 in der 5. Und
6. Stunde in der Aula des Athenaeums stattfand, hatte der Schüler
Julian Martin aus der 10s. Anlässlich der Europa-Wahl vom 23. bis
26. Mai 2019 sollten die Politiker die Möglichkeit haben, die
Schüler der 10. und 11. Klassen über ihre Wünsche und Ziele für
Europa zu informieren und ihnen die jeweiligen Wahlprogramme näher
zu bringen. Auch übernahm der engagierte Schüler die komplette
Organisation. Zu dieser gehörten neben dem Aufbau, dem Einladen der
Politiker und der Themenauswahl auch das Zeitmanagement, die
Auswahl eines geeigneten Moderators, außerdem selbst kurze
Moderationseinlagen und die Begrüßung sowie Verabschiedung der
Gäste. Neben Julian Martin begrüßte auch Herr Niestroj die
teilweise prominenten Gäste und lobte Julian für sein politisches
Engagement. Als Hauptmoderator ließ der Chefredakteur des Stader
Tageblatts Wolfgang Stephan die Politiker sich als erstes selbst
vorstellen. Anwesend waren Herr Waldheim von der AfD, Herr
Ruschmeyer von der FDP, Herr McAllister von der CDU, Herr Klaus von
den Piraten, Herr Dr. Schuster von der SPD, Herr Kowalski von den
Linken sowie Frau von Cramon von den Grünen. Nach der kurzen
Vorstellung ging es los mit dem ersten Thema Urheberrecht, zu dem
jeder Politiker ein kurzes Statement abgab und erläuterte, warum
sie für oder gegen Artikel 16 (den meisten wahrscheinlich noch als
Artikel 13 bekannt) gestimmt haben. Es entwickelte sich ein
munterer Schlagabtausch, bei dem David McAllister(CDU), welcher als
Einziger von den vertretenen Parteien für den Artikel 16 gestimmt
hat, besonders im Fokus stand.
Erste Podiumsdiskussion zur EU-Wahlen am Athenaeum
von Swantje Arndt


Am Ende fasste er zusammen, dass „es darüber auch in Zukunft noch einige muntere Debatten geben wird“, die allerdings auf ein anderes Mal verschoben wurden. Die Vertreter der Grünen, der Linken sowie der FDP lobten das Engagement der Jugendlichen diesbezüglich und unterstützten die Pläne für weitere Demos und Petitionen. Auf die Frage, ob diese Dinge denn wirklich etwas bringen oder von der Politik eher ignoriert würden, kam die Antwort, dass solange die Argumente und Demonstrationen sachlich und konstruktiv seien, es tatsächlich einiges ausmachen und die Politik beeinflussen würde. Interessant war der nächste Diskussionspunkt. Es ging darum, ob und wie schnell straftätig gewordene Flüchtlinge abgeschobenen werden sollten. Nun legte wieder jede Partei ihre Position kurz dar. Auffällig war hierbei, dass sich die Politiker auf der Bühne, trotz sonst so unterschiedlicher Wahlprogramme der Parteien, an diesem Tag einiger waren als erwartet. Das lag vielleicht auch daran, dass beispielsweise AfD-Politiker Waldheim in seinen Aussagen sehr vage blieb und so für Verwunderung bei Frau von Cramon (Grünen) sorgte. Daraufhin gab es eine kurze, aber hitzige Debatte, aus der jeder im Publikum seine eigenen Schlüsse ziehen konnte. Das dritte und letzte Thema war der Umweltschutz, welches wegen der zuvor ausführlich diskutierten Themen jedoch etwas kurz kam. Auch hier waren sich die Politiker ziemlich einig und appellierten an die Eigeninitiative jedes Einzelnen. Teilweise wurde angezweifelt, ob Umweltschutz wirklich eine Sache wäre, die durch die Politik geregelt werden soll. Für eine offene Fragerunde zum Abschluss fehlte leider die Zeit, sodass die Veranstaltung mit Geschenken für die Abgeordneten, einem großem Beifall und die Aussicht auf weitere Debatten, spätestens zur Bundestagswahl 2021, endete. Doch am wichtigsten war wohl das Schlusswort des Moderators: „Wenn ihr etwas ändern wollt, dann geht wählen.“






