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  1. 2019

Erste Podiumsdiskussion zur EU-Wahlen am Athenaeum

von Swantje Arndt

Wenn zur Melodie von „Freude schöner Götterfunken“ sieben Politiker auf der Bühne der Aula sitzen und Herr Niestroj zum Mikro greift, dann befindet man sich ziemlich sicher bei der ersten Podiumsdiskussion, die es seit langer Zeit am Athenaeum gab.

Die Idee zu dieser Aktion, welche am 25. April 2019 in der 5. Und 6. Stunde in der Aula des Athenaeums stattfand, hatte der Schüler Julian Martin aus der 10s. Anlässlich der Europa-Wahl vom 23. bis 26. Mai 2019 sollten die Politiker die Möglichkeit haben, die Schüler der 10. und 11. Klassen über ihre Wünsche und Ziele für Europa zu informieren und ihnen die jeweiligen Wahlprogramme näher zu bringen. Auch übernahm der engagierte Schüler die komplette Organisation. Zu dieser gehörten neben dem Aufbau, dem Einladen der Politiker und der Themenauswahl auch das Zeitmanagement, die Auswahl eines geeigneten Moderators, außerdem selbst kurze Moderationseinlagen und die Begrüßung sowie Verabschiedung der Gäste. Neben Julian Martin begrüßte auch Herr Niestroj die teilweise prominenten Gäste und lobte Julian für sein politisches Engagement. Als Hauptmoderator ließ der Chefredakteur des Stader Tageblatts Wolfgang Stephan die Politiker sich als erstes selbst vorstellen. Anwesend waren Herr Waldheim von der AfD, Herr Ruschmeyer von der FDP, Herr McAllister von der CDU, Herr Klaus von den Piraten, Herr Dr. Schuster von der SPD, Herr Kowalski von den Linken sowie Frau von Cramon von den Grünen. Nach der kurzen Vorstellung ging es los mit dem ersten Thema Urheberrecht, zu dem jeder Politiker ein kurzes Statement abgab und erläuterte, warum sie für oder gegen Artikel 16 (den meisten wahrscheinlich noch als Artikel 13 bekannt) gestimmt haben. Es entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch, bei dem David McAllister(CDU), welcher als Einziger von den vertretenen Parteien für den Artikel 16 gestimmt hat, besonders im Fokus stand.

Am Ende fasste er zusammen, dass „es darüber auch in Zukunft noch einige muntere Debatten geben wird“, die allerdings auf ein anderes Mal verschoben wurden. Die Vertreter der Grünen, der Linken sowie der FDP lobten das Engagement der Jugendlichen diesbezüglich und unterstützten die Pläne für weitere Demos und Petitionen. Auf die Frage, ob diese Dinge denn wirklich etwas bringen oder von der Politik eher ignoriert würden, kam die Antwort, dass solange die Argumente und Demonstrationen sachlich und konstruktiv seien, es tatsächlich einiges ausmachen und die Politik beeinflussen würde. Interessant war der nächste Diskussionspunkt. Es ging darum, ob und wie schnell straftätig gewordene Flüchtlinge abgeschobenen werden sollten. Nun legte wieder jede Partei ihre Position kurz dar. Auffällig war hierbei, dass sich die Politiker auf der Bühne, trotz sonst so unterschiedlicher Wahlprogramme der Parteien, an diesem Tag einiger waren als erwartet. Das lag vielleicht auch daran, dass beispielsweise AfD-Politiker Waldheim in seinen Aussagen sehr vage blieb und so für Verwunderung bei Frau von Cramon (Grünen) sorgte. Daraufhin gab es eine kurze, aber hitzige Debatte, aus der jeder im Publikum seine eigenen Schlüsse ziehen konnte. Das dritte und letzte Thema war der Umweltschutz, welches wegen der zuvor ausführlich diskutierten Themen jedoch etwas kurz kam. Auch hier waren sich die Politiker ziemlich einig und appellierten an die Eigeninitiative jedes Einzelnen. Teilweise wurde angezweifelt, ob Umweltschutz wirklich eine Sache wäre, die durch die Politik geregelt werden soll. Für eine offene Fragerunde zum Abschluss fehlte leider die Zeit, sodass die Veranstaltung mit Geschenken für die Abgeordneten, einem großem Beifall und die Aussicht auf weitere Debatten, spätestens zur Bundestagswahl 2021, endete. Doch am wichtigsten war wohl das Schlusswort des Moderators: „Wenn ihr etwas ändern wollt, dann geht wählen.“

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