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  1. 2019

„Herr Niestroj kann sich sicher sein, dass ich schon bald wieder an seiner Tür klopfen werde“

von Swantje Arndt

Alljährlich wird am Athenaeum Stade einem Schüler oder einer Klasse ein Schulpreis, in Form einer Urkunde und eines Preisgeldes in Höhe von zweihundert Euro, für außerordentliches Engagement für unsere Schule übergeben. Normalerweise geht dieser Preis an Abiturienten oder Oberstufenschüler. Dieses Jahr jedoch, im Rahmen der Gesamtkonferenz am 08. Mai, ging dieser Preis, unter riesigem Applaus von allen Anwesenden an einen Schüler der zehnten Klasse: Julian Martin. „So ein außergewöhnliches Engagement unserer Schüler ist lobenswert und deswegen freut es mich, wenn wir dafür einen Preis vergeben können“, sagte Schulleiter Martin Niestroj, bevor er dem Gewinner den Preis übergab. Julian Martins Umsetzung seiner Idee für eine Podiumsdiskussion zum Thema EU-Wahlen sorgte für Begeisterung bei Lehrern und Elternverein. Um seine Idee umzusetzen musste er vieles, wie die Kontaktierung der Politiker und die Koordinierung, selbst organisieren. Doch dies würde er wieder tun, denn es soll weitere Aktionen wie diese geben. Die Ehrung war für uns Jugendreporter natürlich nicht nur ein Anlass, um ihm zu gratulieren, sondern auch, um ein paar Fragen zu stellen.

Julian, herzlichen Glückwunsch zu deinem Preis. Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen, eine Podiumsdiskussion zu organisieren?
Julian Martin: „Vielen Dank! Ich habe mich mit meinem Politik-Lehrer und Politik-Fachobmann Herrn Bauer über die Europawahl unterhalten, da wir dieses Thema gerade im Politikunterricht behandelt haben. Hierbei bekam ich die Idee, eine Podiumsdiskussion am Athenaeum zu veranstalten, welche schülernah sein sollte. Allerdings haben wir über Weihnachten das Thema aus den Augen verloren. Im Januar aber packte mich mein Ehrgeiz und ich wollte unbedingt die Diskussion auf die Beine stellen.“

Wie denkst du ist die Podiumsdiskussion bei den Teilnehmern angekommen?
„Im Grunde sehr positiv. Allerdings hätten die meisten Schüler gerne mehr Zeit gehabt, um Fragen zu stellen. Auch die Politiker hätten gerne mehr Zeit gehabt, um mehr zu sagen, für Diskussionen und die Beantwortung der Fragen. Die Politiker sowie die Lehrer waren im Allgemeinen positiv. Besonders die Umsetzung hat die Lehrer begeistert.“

Wie fühlst du dich, für deine Arbeit geehrt/ausgezeichnet geworden zu sein?
„Ich bin sehr stolz auf mich und fühle mich geehrt dass meine Arbeit anerkannt wurde, denn sie hat sehr viel Zeit in Ansprung genommen.“

Hättest du damit gerechnet?

„Ich habe damit nicht gerechnet, da ich vorher wusste, dass ich das freiwillig und ohne Gegenleistung mache. Außerdem hatte ich viel Spaß an der Arbeit, da ich mit Leidenschaft und vollem Elan rangegangen bin."

Wie schwer war die Organisation?
„Am Anfang wusste ich gar nicht, wie man überhaupt anfängt, so etwas zu planen. Aus meinem Bekanntenkreis, aus der Schule sowie privat konnte mir leider niemand weiterhelfen, da noch niemand so etwas organsiert hat. Durch einen gut strukturierten Plan konnte ich dennoch alles erreichen und vieles im Vorfeld organisieren. Natürlich übersieht man manchmal auch kleine Details, zum Beispiel, dass noch kein Wasserglas für die Gäste bereitstand, wodurch ich schnell welche organisieren musste.“

Oft gibt es das Argument, dass außerschulisches Engagement zeitlich schwer zu realisieren ist, wie hast du dich koordiniert, um alles zu schaffen?
„Das stimmt, manche haben so viele Hobbies, dass nur selten Zeit bleibt, etwas anderes zu machen. Aber es ist wie mit den Hobbies: Wenn du eine Sache mit Leidenschaft machst, dann nimmst du dir auch die Zeit dafür. Ich hatte manchmal auch so einen Arbeitsdrang etwas zu schaffen, dass ich ab und zu bis knapp 00:00 Uhr etwas organisiert habe. Manchmal musste man auch auf die eine oder andere Sache verzichten, aber mit Leidenschaft ist alles möglich.“

Was war das größte Problem?
„Am anstrengendsten war wohl die Suche nach Kandidaten für die Podiumsdiskussion, da die Veranstaltung relativ kurzfristig war und somit viele Politiker andere Termine hatten. Zum Schluss habe ich bestimmt insgesamt über 16 Kandidaten angeschrieben, von denen dann sieben an der Podiumsdiskussion teilnahmen.“

Was musstest du alles organisieren?
„Verschiedenes, hierzu zählt: Kandidatensuche, Terminvereinbarung, Zeitplanung, Treffen mit zum Beispiel der Technik AG, dem Moderator, dem Facility-Manager vom Athenaeum und vielen Leuten mehr. Das Kostenmanagement und die Bestellung von Gastgeschenken, den Aufbau und natürlich Abbau sowie den Empfang der Politiker. Wie man sieht, war wirklich einiges zu organisieren. Bei der fertigen Podiumsdiskussion kommt nur ein sehr kleiner Teil der Arbeit zum Vorschein. Die Arbeit, die wirklich dahintergesteckt, ist zig Mal größer.“

Hast du alles allein organisiert? Oder wer hat dich wie unterstützt?

„Die Grundstrukturen habe ich selbst organisiert und allein geplant. Glücklicherweise hat mir unserer Schulleiter den „Rücken“ freigehalten und freie Hand gelassen bei der Planung und Umsetzung der Veranstaltung. Deshalb an Herrn Niestroj: Vielen Dank für Ihr Vertrauen! Der Politikfachobmann Herr Bauer hat mir ebenfalls so gut es geht geholfen und stand mir mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem bedanke ich mich bei unseren Facility-Managern und natürlich bei meiner Klasse 10s, welche mich bei dem Auf- und Abbau unterstützt hat, zusätzlich haben sie die Politiker zur Aula, beziehungsweise zum Schulleiter geleitet.“

Planst du schon weitere Aktionen wie diese?
„Da könnt Ihr euch sicher sein! Spätestens zur Bundestagswahl in zwei Jahren. Allerdings probiere ich, nicht nur politische Veranstaltungen hier zu organisieren. Eine weitere Idee sind auch wirtschaftlich-orientierte Projekte, wie zum Beispiel Besuche von erfolgreichen (StartUp)-Unternehmern, die mit euch zusammen EURE StartUp-DNA herausfinden wollen. Mal schauen ob das funktioniert könnte. Wie ihr seht, habe ich noch viele Ideen und wenn IHR gerne auch etwas Bestimmtes an UNSERER Schule veranstalten wollt, was mit dem Thema Politik und Wirtschaft zusammenhängt, dann helfe ich euch gerne dabei. Auf jeden Fall kann sich Herr Niestroj sicher sein, dass ich bald wieder bei ihm an der Tür klopfen werde…“

Gibt es etwas, was du noch sagen möchtest?
„Ey, das ist unsere Zukunft, meine, deine, UNSERE. Deshalb engagiere dich doch. Niemand weiß besser, was für uns gut ist als wir selbst. Tritt doch in eine Jugendorganisation einer Partei ein, bei der du dich am meisten vertreten fühlst und verändere dort etwas, oder organisiere Treffen mit Politikern und spreche mit denen über DEINE und UNSERE Zukunft. Denn wenn du nichts tust, dann wird die Welt niemals ansatzweise so sein, wie DU sie DIR vorstellst. Deshalb nutze die Chance, denn DU lebst in einem einzigartigen, demokratischen und freiheitlichen Staat!“

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