Alljährlich wird am Athenaeum Stade einem Schüler oder einer Klasse
ein Schulpreis, in Form einer Urkunde und eines Preisgeldes in Höhe
von zweihundert Euro, für außerordentliches Engagement für unsere
Schule übergeben. Normalerweise geht dieser Preis an Abiturienten
oder Oberstufenschüler. Dieses Jahr jedoch, im Rahmen der
Gesamtkonferenz am 08. Mai, ging dieser Preis, unter riesigem
Applaus von allen Anwesenden an einen Schüler der zehnten Klasse:
Julian Martin. „So ein außergewöhnliches Engagement unserer Schüler
ist lobenswert und deswegen freut es mich, wenn wir dafür einen
Preis vergeben können“, sagte Schulleiter Martin Niestroj, bevor er
dem Gewinner den Preis übergab. Julian Martins Umsetzung seiner
Idee für eine Podiumsdiskussion zum Thema EU-Wahlen sorgte für
Begeisterung bei Lehrern und Elternverein. Um seine Idee umzusetzen
musste er vieles, wie die Kontaktierung der Politiker und die
Koordinierung, selbst organisieren. Doch dies würde er wieder tun,
denn es soll weitere Aktionen wie diese geben. Die Ehrung war für
uns Jugendreporter natürlich nicht nur ein Anlass, um ihm zu
gratulieren, sondern auch, um ein paar Fragen zu stellen.
Julian, herzlichen Glückwunsch zu deinem Preis. Wie bist du
eigentlich auf die Idee gekommen, eine Podiumsdiskussion zu
organisieren?
Julian Martin: „Vielen Dank! Ich habe mich mit meinem
Politik-Lehrer und Politik-Fachobmann Herrn Bauer über die
Europawahl unterhalten, da wir dieses Thema gerade im
Politikunterricht behandelt haben. Hierbei bekam ich die Idee, eine
Podiumsdiskussion am Athenaeum zu veranstalten, welche schülernah
sein sollte. Allerdings haben wir über Weihnachten das Thema aus
den Augen verloren. Im Januar aber packte mich mein Ehrgeiz und ich
wollte unbedingt die Diskussion auf die Beine stellen.“
Wie denkst du ist die Podiumsdiskussion bei den Teilnehmern
angekommen?
„Im Grunde sehr positiv. Allerdings hätten die meisten Schüler
gerne mehr Zeit gehabt, um Fragen zu stellen. Auch die Politiker
hätten gerne mehr Zeit gehabt, um mehr zu sagen, für Diskussionen
und die Beantwortung der Fragen. Die Politiker sowie die Lehrer
waren im Allgemeinen positiv. Besonders die Umsetzung hat die
Lehrer begeistert.“
Wie fühlst du dich, für deine Arbeit geehrt/ausgezeichnet geworden
zu sein?
„Ich bin sehr stolz auf mich und fühle mich geehrt dass meine
Arbeit anerkannt wurde, denn sie hat sehr viel Zeit in Ansprung
genommen.“
Hättest du damit gerechnet?
„Ich habe damit nicht gerechnet, da ich vorher wusste, dass ich das
freiwillig und ohne Gegenleistung mache. Außerdem hatte ich viel
Spaß an der Arbeit, da ich mit Leidenschaft und vollem Elan
rangegangen bin."
Wie schwer war die Organisation?
„Am Anfang wusste ich gar nicht, wie man überhaupt anfängt, so
etwas zu planen. Aus meinem Bekanntenkreis, aus der Schule sowie
privat konnte mir leider niemand weiterhelfen, da noch niemand so
etwas organsiert hat. Durch einen gut strukturierten Plan konnte
ich dennoch alles erreichen und vieles im Vorfeld organisieren.
Natürlich übersieht man manchmal auch kleine Details, zum Beispiel,
dass noch kein Wasserglas für die Gäste bereitstand, wodurch ich
schnell welche organisieren musste.“
Oft gibt es das Argument, dass außerschulisches Engagement zeitlich
schwer zu realisieren ist, wie hast du dich koordiniert, um alles
zu schaffen?
„Das stimmt, manche haben so viele Hobbies, dass nur selten Zeit
bleibt, etwas anderes zu machen. Aber es ist wie mit den Hobbies:
Wenn du eine Sache mit Leidenschaft machst, dann nimmst du dir auch
die Zeit dafür. Ich hatte manchmal auch so einen Arbeitsdrang etwas
zu schaffen, dass ich ab und zu bis knapp 00:00 Uhr etwas
organisiert habe. Manchmal musste man auch auf die eine oder andere
Sache verzichten, aber mit Leidenschaft ist alles möglich.“
„Herr Niestroj kann sich sicher sein, dass ich schon bald wieder an seiner Tür klopfen werde“
von Swantje Arndt


Was war das größte Problem?
„Am anstrengendsten war wohl die Suche nach Kandidaten für die
Podiumsdiskussion, da die Veranstaltung relativ kurzfristig war und
somit viele Politiker andere Termine hatten. Zum Schluss habe ich
bestimmt insgesamt über 16 Kandidaten angeschrieben, von denen dann
sieben an der Podiumsdiskussion teilnahmen.“
Was musstest du alles organisieren?
„Verschiedenes, hierzu zählt: Kandidatensuche, Terminvereinbarung,
Zeitplanung, Treffen mit zum Beispiel der Technik AG, dem
Moderator, dem Facility-Manager vom Athenaeum und vielen Leuten
mehr. Das Kostenmanagement und die Bestellung von Gastgeschenken,
den Aufbau und natürlich Abbau sowie den Empfang der Politiker. Wie
man sieht, war wirklich einiges zu organisieren. Bei der fertigen
Podiumsdiskussion kommt nur ein sehr kleiner Teil der Arbeit zum
Vorschein. Die Arbeit, die wirklich dahintergesteckt, ist zig Mal
größer.“
Hast du alles allein organisiert? Oder wer hat dich wie
unterstützt?
„Die Grundstrukturen habe ich selbst organisiert und allein
geplant. Glücklicherweise hat mir unserer Schulleiter den „Rücken“
freigehalten und freie Hand gelassen bei der Planung und Umsetzung
der Veranstaltung. Deshalb an Herrn Niestroj: Vielen Dank für Ihr
Vertrauen! Der Politikfachobmann Herr Bauer hat mir ebenfalls so
gut es geht geholfen und stand mir mit Rat und Tat zur Seite.
Außerdem bedanke ich mich bei unseren Facility-Managern und
natürlich bei meiner Klasse 10s, welche mich bei dem Auf- und Abbau
unterstützt hat, zusätzlich haben sie die Politiker zur Aula,
beziehungsweise zum Schulleiter geleitet.“
Planst du schon weitere Aktionen wie diese?
„Da könnt Ihr euch sicher sein! Spätestens zur Bundestagswahl in
zwei Jahren. Allerdings probiere ich, nicht nur politische
Veranstaltungen hier zu organisieren. Eine weitere Idee sind auch
wirtschaftlich-orientierte Projekte, wie zum Beispiel Besuche von
erfolgreichen (StartUp)-Unternehmern, die mit euch zusammen EURE
StartUp-DNA herausfinden wollen. Mal schauen ob das funktioniert
könnte. Wie ihr seht, habe ich noch viele Ideen und wenn IHR gerne
auch etwas Bestimmtes an UNSERER Schule veranstalten wollt, was mit
dem Thema Politik und Wirtschaft zusammenhängt, dann helfe ich euch
gerne dabei. Auf jeden Fall kann sich Herr Niestroj sicher sein,
dass ich bald wieder bei ihm an der Tür klopfen werde…“
Gibt es etwas, was du noch sagen möchtest?
„Ey, das ist unsere Zukunft, meine, deine, UNSERE. Deshalb
engagiere dich doch. Niemand weiß besser, was für uns gut ist als
wir selbst. Tritt doch in eine Jugendorganisation einer Partei ein,
bei der du dich am meisten vertreten fühlst und verändere dort
etwas, oder organisiere Treffen mit Politikern und spreche mit
denen über DEINE und UNSERE Zukunft. Denn wenn du nichts tust, dann
wird die Welt niemals ansatzweise so sein, wie DU sie DIR
vorstellst. Deshalb nutze die Chance, denn DU lebst in einem
einzigartigen, demokratischen und freiheitlichen Staat!“


