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  1. 2019

Wer sich mit Geschichte beschäftigt, erweitert seinen Raum- und Zeithorizont

von Jasper Buchweitz

Sicher haben schon einige von euch schon einmal von der Geschichts-AG gehört oder ihr habt euch schon gedacht, dass es eine Geschichts-AG sicher gibt, weil die zu jeder guten Schule gehört. Aber habt ihr gewusst, dass es auch einen sehr großen Geschichtswettbewerb gibt, mit dem die AG sehr eng verbunden ist? Es ist der Geschichts-Wettbewerb des Bundespräsidenten, der alle zwei Jahre veranstaltet wird.

Wie muss man sich nun die Projekte der AG denn vorstellen? Und wie funktioniert der Austausch zwischen jenen Teilnehmern, in der AG dabei sind und gleichzeitig der, die einfach an dem Wettbewerb teilnehmen?

Herr Röder, einer der Leiter der Geschichts-AG am Athe, hat mir auf meine Fragen geantwortet und gab wichtiges Vorwissen, zum Beispiel für all diejenigen, die sich überlegen wollen, vielleicht auch mal teilzunehmen. Und natürlich auch für alle anderen.

Die Geschichts-AG wurde vor allem von Frau von Plato und Herrn Röder gegründet, um Schüler*innen in ihrer Arbeit für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zu unterstützen. Dieser Wettbewerb findet immer alle zwei Jahre statt, jeweils von September bis Ende Februar. Es wird ein allgemeines Rahmenthema vorgegeben (dieses Jahr: Krise, Umbruch und Aufbruch in der Geschichte). Alle Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 21 können an dem Wettbewerb teilnehmen, manche machen das für sich allein auch ohne AG, manche arbeiten zu zweit oder in einer Gruppe. Theoretisch kann auch eine ganze Klasse oder ein ganzer Kurs einen Wettbewerbsbeitrag abliefern, ob eine Art Aufsatz, ein Spiel, einen Filmbeitrag, ein Interview etc. - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Voraussetzung ist lediglich, dass es etwas mit Geschichte aus der eigenen Region oder der eigenen Familie zu tun hat - und dass sich das Ganze nicht mehr in der Lebenszeit der Teilnehmer zugetragen hat. Dieses Mal hat die Geschichts-AG vier Beiträge betreut, es geht zum Beispiel um die Geschichte des Urgroßvaters eines Schülers, der im deutschen Kaiserreich nach China in die damalige deutsche Kolonie Tshingtau ging, um die Veränderungen der Landwirtschaft in Dollern, um die Zeugen Jehovas in Stade zur Zeit des Nationalsozialismus und um einen Stadtrundgang zum Stader Stadtbrand von 1659. Es sind (und sollen sein) wirkliche kleine Forschungsarbeiten und auch für die Lehrenden ist es immer wieder neu spannend, da sich die Themen immer wieder ändern und gerade weil sie so regionalspezifisch sind so natürlich auch nicht einfach in Geschichtsschulbüchern stehen. Es werden Interviews geführt, die Schüler*innen gehen ins Stadt- und Staatsarchiv, fotografieren alte Gebäude und versuchen so die vielleicht schon aus ihrem Geschichtsunterricht bekannte allgemeine Geschichte neu mit ihrer eigenen Regional- und Familiengeschichte zu verknüpfen. Das ist oft sehr spannend, aber es ist auch eine Menge Organisation und Selbstdisziplin gefragt, um bis Ende Februar zu einem guten Resultat zu kommen!
Der Wettbewerb wird nicht von der Schule, sondern bundesweit ausgetragen. Es gibt Förder- und Landespreise. Wer auf Landesebene weiterkommt, kann sogar einen Bundespreis bekommen und dadurch den Bundespräsidenten in Berlin kennenlernen. Einmal wurde der Bundespreis auch schon an einen Schüler vom Athe vor ein paar Jahren verliehen. Jeder, der teilnimmt, bekommt auf jeden Fall eine Urkunde, ansonsten winken auch Geldpreise und die Zulassung zu Förderungsprogrammen und Stipendien und man kann sich weiter mit Geschichte beschäftigen.
Geschichte bedeutet immer gefilterte Fragen an die Vergangenheit aus einer bestimmten Gegenwartssituation heraus zu stellen. Es ist ein großes Missverständnis, dass sich "Geschichte" nur mit Vergangenem beschäftigt. Ganz im Gegenteil: Wer sich mit Geschichte beschäftigt, erweitert seinen Zeit- und Raumhorizont und findet auch viel über sich und seinen Standort in der Welt zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft heraus. Der Wettbewerb und auch die Geschichts-AG können dieses Bewusstsein vielleicht noch deutlicher zu Tage treten lassen, als es eventuell der "normale" Geschichtsunterricht kann.

Und das Beste kommt zum Schluss: Unsere Schule hatte zwei Gruppen beim diesjährigen Wettbewerb, die erfolgreich waren:
Josefine Wiens und Katharina Wenk haben mit einer Arbeit zur Geschichte Dollerns einen Förderpreis gewonnen und Niklas Wist hat sogar einen Landespreis zur Geschichte seines Urgroßvaters gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

PS: Nun sind Die SchülerInnen sind mit den Arbeiten für den Geschichtswettbewerb fertig und die AG pausiert, da sie speziell für den Wettbewerb ins Leben gerufen wurde. Sie wird eventuell nach den Sommerferien, spätestens aber wieder das Jahr danach starten, wenn der nächste Wettbewerb startet.

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