Man will eigentlich nur kurz etwas für die Hausaufgaben googeln
oder dem Freund kurz antworten und wenn man schon mal dabei ist
kann man ja eben noch die neusten Posts auf Instagram abchecken
oder das Video vom Lieblingsyoutuber anschauen, so vergisst man was
man eigentlich wollte und lässt darüber die Zeit vergehen oder
verdrängt es kurzerhand, die Hausaufgaben kann man ja später noch
machen und das Lernen kann auch warten. Ich denke, jeder war schon
einige Male in dieser Situation, was ja eher nicht erstrebenswert
ist, denn so passiert es immer wieder, dass man stundenlang vor dem
Handy sitzt und sich anschaut, was andere Leute treiben oder was in
der Welt los ist. So vernachlässigt man die wichtigen Dinge im
Leben und verschwendet wertvolle Zeit. Das Benutzen des Handys wird
zur Übersprungshandlung, es wird ein Reflex aus, zum Beispiel
Langeweile, zum Gerät zu greifen. Bei den meisten Jugendlichen,
aber auch Erwachsenen, entwickelt sich so langsam eine Sucht, ein
Leben ohne Handy ist undenkbar, wie soll es auch funktionieren? Es
ist im Großteil der Fälle unmöglich erreichbar zu sein, wenn man
kein Handy dabei hat. Für viele ist der ständige Druck etwas zu
verpassen ebenfalls zu groß, um es einfach mal zur Seite zu legen,
obwohl das vielen manchmal sehr gut tun würde.
Ich selbst kenne diese Situation und Probleme nur zu gut, wenn es
ganz schlecht läuft, schraubt sich mein Handykonsum zum Beispiel am
Wochenende oder in den Ferien bis zu sechs Stunden hoch, was
natürlich alles andere als gut ist. Um diese Abhängigkeit zu
reduzieren und mir darüber klar zu werden, wie gebunden wir
wirklich an die Geräte sind, aber vor allem auch zu schauen, ob ein
Leben ohne Handy in der heutigen Gesellschaft überhaupt noch
möglich ist, habe ich ein Digital Detox gestartet, umso einige Tage
auf mein Handy verzichten zu müssen.
Es ist schon komisch, das Handy nicht benutzen zu dürfen, da nach
dem Aufstehen der Griff meist automatisch zum Telefon geht, um erst
mal WhatsApp, Instagram, Snapchat, usw. abzuchecken. Schon nach
einem Tag merke ich mehr als deutlich, was für eine wichtige Rolle
dieses Gerät in meinem Alltag spielt und wie viel Zeit es
beansprucht beziehungsweise wie viel wertvolle Zeit man
verschwendet. Es fühlt sich an, als wäre man komplett von der Welt
abgeschnitten, weil man nicht erreichbar ist. Gerade der Verzicht
auf die sozialen Netzwerke ist hart, da die meisten Leute, mich
eingeschlossen, diese am meisten konsumieren. Es übt einen relativ
großen Druck auf einen aus, alles zu verpassen, was nur bestätigt,
was für einen extrem großen Einfluss die Telefone auf uns haben.
Handys halten uns immer auf dem neusten Stand, machen uns
erreichbar, erleichtern den Alltag erheblich, lassen uns in
Sekundenschnelle etwas im Internet herausfinden...Allerdings merke
ich auch deutlich die positiven Aspekte an dem Experiment. Ich habe
alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte und habe mehr Zeit
mit meiner Familie und meinen Freunden verbracht. Ich konnte mich
außerdem viel besser auf gewisse Sachen konzentrieren, bei denen
ich sonst oft ziemlich schnell von meinem Handy abgelenkt wurde und
war deutlich produktiver als sonst, da sich die Tage auch viel
länger angefühlt haben. Man nimmt seine Umwelt und Mitmenschen
insgesamt einfach besser wahr, fühlt sich freier und unbeschwerter.
Der Drang, zum Handy zu greifen, ist natürlich immer noch da, aber
das Positive überwiegt eindeutig in jeglicher Hinsicht. Ich habe
das Experiment nach vier Tagen beendet und war danach auch
konsequenter in der Nutzung des Gerätes, trotzdem ist mein Konsum
gerade in den Ferien wieder sehr stark angestiegen, was ich auf
jeden Fall wieder ändern will, weshalb ich definitiv nochmal ein
Digital Detox machen werde.
Denn gerade Soziale Netzwerke haben nicht unbedingt einen positiven
Einfluss auf uns. Einem wird eine perfekte Welt vorgespielt, in der
perfekt aussehende Menschen ihr Leben mit der Welt teilen, was nun
mal oft dazu führt, dass man sich mit diesen Leuten vergleicht und
feststellt, dass das eigene Leben viel schlechter, man selbst viel
hässlicher ist und man es einfach nicht so gut hat wie andere
Personen. Das schadet enorm dem Selbstwertgefühl, man fühlt sich
wertloser, schlechter, etc., weil es ja anscheinend alle besser
haben als man selbst, nur vergisst man darüber hinaus oft, dass
Influencer und Personen des öffentlichen Lebens eben auch nur ganz
normale Menschen sind, mit ganz normalen Problemen, die jeder von
uns hat. In der heutigen Gesellschaft kann man so viel übers
Internet faken und vorspielen, was die meisten nur leider immer
wieder vergessen. Trotzdem verbringen tausende Menschen täglich
mehrere Stunden auf zum Beispiel Instagram, Facebook und YouTube.
Ein Verzicht erscheint fast unmöglich und das Handy ganz
wegzupacken ist sowieso undenkbar, obwohl es nun mal in den meisten
Fällen ein reiner Zeitfresser ist. Sich alleine darüber klar zu
werden, ist ein Anfang, man kann das Handykonsum immer weiter
reduzieren und das Gerät vor allem bewusst nutzen und nicht aus
Langeweile oder um wichtigen Aufgaben aus dem Weg zu gehen. Denn
wir merken gar nicht wie sehr uns Handys steuern und unser Leben
bestimmen beziehungsweise, wie wir unser Leben immer mehr nach
ihnen richten, obwohl sie uns nur wertvolle Lebenszeit rauben.
Nachgedacht über: Digital Detox – Möglich oder der größte Albtraum?
Text und Bilder von Leah Engelke





